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Aktuelles

Alexander von Humboldt-Stiftung fördert gemeinsames Projekt der Universität Bremen und der Open University of Tanzania

Alex Boniface Makulilo (Faculty of Law, Open University of Tanzania, Dar es Salaam) und Benedikt Buchner (IGMR) haben von der Alexander von Humboldt-Stiftung eine Bewilligung für das Projekt „Strengthening protection of personal data in the health sector: a comparative analysis of the Tanzanian and German eHealth System” erhalten. Die gemeinsame Forschung der beiden Professoren wird sich vor allem auf die elektronische Gesundheitskarte und die damit verbundenen Herausforderungen für die Datenschutzregulierung in beiden Ländern konzentrieren. Gleichzeitig soll damit auch die Basis für die Einrichtung eines LL.M.-Programms zum Gesundheitsrecht in Tansania geschaffen werden, welches Lehrveranstaltungen von tansanischer und deutscher Seite vorsieht. Eingebunden sind in das Projekt auf beiden Seiten auch NachwuchswissenschaftlerInnen: Dr. Dennis-Kenji Kipker und Merle Freye (IGMR) sowie Dr. Rindstone Ezekiel und Doreen Mwamlangala von der Open University of Tanzania.

Alex Makulilo zum Research Ambassador ernannt

Prof. Alex Boniface Makulilo von der Open University Tanzania in Dar es Salaam, Tansania, ist zu einem von 10 Research Ambassadors der Universität Bremen ernannt worden.  Research Ambassadors sollen die Universität Bremen im Ausland repräsentieren, Ansprechpartner für Interessierte an einem Studien-, Lehr- oder Forschungsaufenthalt in Bremen sein und dabei helfen, ein Netzwerk ehemaliger Studierender und Forschender der Universität Bremen aufzubauen. Alex Makulilo hat 2012 als DAAD-Stipendiat bei Prof. Buchner promoviert und 2014-2016 sowie 2017 als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung am IGMR insbesondere zum Datenschutzrecht in Afrika geforscht.

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Aktuelle Forschungsprojekte

PersonA

Die Unterstützung von Arbeitsprozessen mit digitalen Assistenzsystemen dringt inzwischen tief in sämtliche Wertschöpfungsbereiche ein, von der Produktion bis hin zum technischen Service. Sogenannte Wearables wie bspw. Smart Watches oder Augmented-Reality-Brillen assistieren bei der Montage und bei der Reparatur. Diese digitalen Arbeitsmittel ermöglichen es dabei den Beschäftigten, beide Hände für ihre eigentliche Tätigkeit frei zu haben. In diesem Zusammenhang erlauben es diese Wearables aber auch, personenbezogene Daten in bedeutendem Umfang zu sammeln und zu verwerten, wie etwa Daten zu Bewegungsabläufen, Ruhepuls, Blutdruck und Bioimpedanz, aber auch Foto-, Video- und Tonaufnahmen aus dem unmittelbaren Umfeld der Beschäftigten.

Grundsätzlich bieten sich durch die Erhebung und Analyse von personenbezogenen Daten sowohl für Unternehmen als auch für die Beschäftigten wertvolle Potenziale. Zum Beispiel können Wearables hierdurch eine auf den bzw. die einzelne(n) Beschäftigte(n) (in Echtzeit) angepasste, d. h. personalisierte Assistenz bereitstellen. Die angebotene Assistenz kann bspw. dynamisch am kontinuierlich erhobenen, individuellen Wissenstand ausgerichtet werden. Je heterogener die Qualifikationsstrukturen von Beschäftigten ausfallen, desto gewinnbringender erscheint der Einsatz einer personalisierten Assistenz – für das Unternehmen, aber auch für die bzw. den einzelnen Beschäftigten.

In der Praxis steht und fällt der Erfolg derartiger Assistenzsysteme zum einen mit der Akzeptanz seitens der Beschäftigten und zum anderen mit der Rechtskonformität der entwickelten Lösungen. Beschäftigte könnten die Sorge haben, dass die Daten zu anderen Zwecken „missbraucht“ werden, wie etwa zur Beurteilung ihrer Produktivität, Leistung, Arbeitsqualität oder gar ihres Lebenswandels. Sämtliche Vorteile einer personalisierten Assistenz würden unter diesen Umständen in den Hintergrund rücken. Die Folge wäre eine geringe Akzeptanz gegenüber dem neuen Assistenzsystem. Ebenso muss ein Assistenzsystem den geltenden (datenschutz-)rechtlichen Rahmenbedingungen Rechnung tragen, um sich als – rechtlich zulässiges – Produkt auf dem Markt etablieren zu können. Mit dem PersonA-Projekt soll ein Privatsphäre-Management-System für die Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten im Rahmen von personalisierten Assistenzsystemen geschaffen werden, das sowohl die Akzeptanz von Beschäftigten steigert als auch die Rechtskonformität gewährleistet und überdies auf unterschiedliche Branchen sowie Arbeitsprozesse anwendbar ist.

Das Verbundprojekt wird vom IGMR in Kooperation mit dem markstones Institute sowie mit der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt. Praxispartner sind zudem das nextpractice-Institut für Komplexität und Wandel gGmbH, die Ubimax GmbH, die WS System GmbH und die KEMPER GmbH. Das Projekt startete im September 2019 und läuft für drei Jahre. Es wird mit 1,5 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Europäischer Sozialfonds gefördert.


Digitales Erbe

Obwohl sich ein jeder Mensch zwangsläufig in seinem Leben mit dem Erbrecht beschäftigen muss, wissen viele Menschen nicht, was ein digitaler Nachlass ist, welche Daten, Vertragsbeziehungen und Nutzungsrechte damit verbunden sind und ob das Thema für sie überhaupt relevant werden könnte. Hinzu kommt, dass viele Verträge digitaler Produkte durch die starke wirtschaftliche Stellung der Anbieter einseitig zu Ungunsten der Verbraucher gestaltet sind. Das durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geförderte Projekt bereitet das Thema „digitaler Nachlass“ daher im Sinne des Verbrauchers aus rechtswissenschaftlicher (Verbraucherrecht, Datenschutzrecht, Erbrecht, Urheberrecht) und technischer Sicht allgemeinverständlich in Form einer Studie auf.

Ziele des Projektes sind:
(1) Erzeugung und Stärkung eines Bewusstseins der Verbraucher für das Thema des digitalen Nachlasses durch Betrachtung der Gesamtthematik in einem interdisziplinären Ansatz.
(2) Erkennen von Bedingungen, die den Verbraucher benachteiligen.
(3) Beschreibung von Maßnahmen zur Stärkung der Verbraucherposition.

Konsortium
Universität Bremen
Universität Regensburg
Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie

Projektträger
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung


Sicherheit in der Lebensmittelproduktion und Logistik durch die Distributed-Ledger-Technologie (NutriSafe)

Seit Februar 2019 ist das IGMR Verbundpartner des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt NutriSafe:

Die Internationalisierung und Digitalisierung bei Produktion und Handel führt zu hochkomplexen und vernetzten Strukturen. Daher haben Österreich und Deutschland beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und auf bilateraler Ebene gemeinsam zu forschen, um sicherheitsrelevante Handelsketten bestmöglich zu schützen. Die Skandale um EHEC und Fipronil haben gezeigt, dass die Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit der Lieferkette nicht nur im Krisen-fall wichtig ist. Informationssysteme spielen dabei eine zentrale Rolle und neue Technologien können helfen, diese möglichst sicher zu gestalten.

Ziel von NutriSafe ist es, Lebensmittelproduktion und -handel gegen digitale Angriffe wie die Manipulation von Daten und Systemen zu schützen und deren Resilienz zu erhöhen. Dazu sollen Technologien, Datenmo-delle, Geschäftsprozesse, Servicearchitekturen sowie Geschäftsmodelle mit Blockchain-Technologie entwickelt und als Bausteine in einem modularen Baukasten bereitgestellt werden. Wichtig ist dabei, die Anbindung der vielfältigen vorhandenen Inselsysteme in die neue übergreifende Lösung zu gewährleisten. Durch eine juristische Begleitung, eine Evaluation der Ergebnisse mit den assoziierten Partnern und die Erstellung von Handlungsempfehlungen wird die Praxistauglichkeit des Systems sichergestellt.

Das Baukastensystem soll insbesondere KMU in die Lage versetzen, die Blockchain-Technologien kostengünstig zur Absicherung der digitalen Informationsketten zu nutzen. Durch eine geschlossene digitale Informations-kette vom Produzenten bis zum Käufer wird sowohl die Rückverfolgbarkeit der Waren als auch die schnelle Wiederherstellung der Versorgung optimiert.

Laufzeit: 2019-2021

Aktualisiert von: Petra Wilkins