Dienstag, 12. Mai 2026, 12:30 Uhr, Theatersaal, Eintritt frei
Klangfarben Kolumbiens – Tonkunst zwischen Tradition und Moderne
Juan Felipe Salazar Cerón/Klavier
Programm
Klangfarben Kolumbiens – Tonkunst zwischen Tradition und Moderne
Antonio María Valencia (1902–1952)
- Choral und Variation
Luis Antonio Calvo (1882-1945)
- Intermezzo h-Moll
Pedro Morales Pino (1863–1926)
- Fox Trot
Carlos Vieco Ortiz (1900–1979)
Zwei Pasillos (Volkstänze)
- ,,Tierra labrantía" (Ackerland)
- ,,Oración" (Gebet)
Jesús Pinzón (1928 - 2016)
Pasillo de gala (Volkstanz)
- Bucaramanga
Die kolumbianische Klaviermusik des 20. Jahrhunderts zeichnet sich durch die Verbindung europäischer Kompositionstechniken mit nationalen Tanzformen und einer ausgeprägten Klangfarbenvielfalt aus. Valencia, einer der zentralen Vertreter der kolumbianischen Kunstmusik, eröffnet das Programm mit einem akademischen Choral und Variation im Stil J. S. Bachs, in dem aus einem schlichten thematischen Ausgangspunkt eine kontrapunktische Variation entwickelt wird. Es folgt ein impressionistisch geprägtes Stück von Mejías, das durch fließende Bewegungen, schwebende Harmonien und subtile dynamische Nuancierungen eine atmosphärische Klangwelt entstehen lässt. Mit dem Fox Trot von Pinos hält ein tänzerischer Ton Einzug ins Programm, der den Einfluss internationaler Tanzformen auf die kolumbianische Musik zu Beginn des 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Einen zentralen Platz nehmen die zwei Pasillos ein, die diese typische kolumbianische Gattung in ihrer lyrischen und zugleich rhythmisch eleganten Form zeigen und durch ihre melodische Ausdruckskraft geprägt sind. Den Abschluss bildet der Pasillo de gala von Pinzón, der mit seinem festlichen, repräsentativen Charakter und virtuosen Elementen den Pasillo in besonders brillanter Weise präsentiert.
Felipe Cerón
ist ein kolumbianischer Pianist. Sein Bachelorstudium absolvierte er an der Nationaluniversität Kolumbiens, bevor ihn seine weitere Ausbildung nach Deutschland führte, wo er den Masterabschluss im Fach Klavier an der Hochschule für Künste Bremen erlangte. Als engagierter Pädagoge ist er heute als Klavierlehrer und Korrepetitor an den Kreismusikschulen Verden und Rotenburg tätig. Ein besonderer künstlerischer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Kunstlied, insbesondere in der Musik Franz Schuberts, die sein musikalisches Denken nachhaltig prägt. Darüber hinaus widmet er sich der Aufführung wenig bekannter lateinamerikanischer Klavierwerke und leistet damit einen Beitrag zur Erweiterung des Konzertrepertoires.


