Dienstag, 9. Juni 2026, 12:30 Uhr, Theatersaal, Eintritt frei
Tangoevolución - von Gardel bis Piazzolla
Peter Hatházy/Gesang & Juan María Solare/Klavier
Programm
Tangoevolución - von Gardel bis Piazzolla ist ein musikalischer Dialog über den Tango, seine Geschichte, seine Mythen und seine Verwandlungen.
Volver (Carlos Gardel & Alfredo Le Pera)
Balada para un loco (Ástor Piazzolla & Horacio Ferrer)
Chiquilín de Bachín (Ástor Piazzolla & Horacio Ferrer)
Preludio para el año 3001 (Ástor Piazzolla & Horacio Ferrer)
Der Sänger und Erzähler Peter Hatházy und der Pianist Juan María Solare führen gemeinsam durch die Welt des Tangos – von den legendären Liedern Carlos Gardels bis zum revolutionären „Tango Nuevo“ Astor Piazzollas.
Zwischen Musik, Erzählung und Gespräch entsteht eine lebendige Matinee über Sehnsucht, surrealistische urbane Poesie, Melancholie, musikalische Erneuerung und Wiedergeburt. Die Künstler interpretieren nicht nur die Werke, sondern erzählen auch von den Geschichten, Figuren und kulturellen Umbrüchen hinter den Liedern.
Ein Konzert zwischen Tango, urbaner Poesie und Buenos Aires.
Der Tango entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den Hafenkneipen und Bordellen von Buenos Aires und Montevideo. Der oft aussichtslose Lebenskampf südeuropäischer Einwanderer, ihre Sehnsüchte, ihr Heimweh, ihre Trauer um verlorene Liebe und Melancholie prägten diese Musik.
Carlos Gardel war der erste Tangosänger, der diese Themen in seinen Liedern so interpretiert hat, dass sie überregional bekannt wurden. Mit seinen anspruchsvollen Chansons begründete er den Weltruhm des Tangos. Erst der Bandoneonvirtuose und Komponist Astor Piazzolla entwickelte 30 Jahre später mit anderen Musikern den „Tango Nuevo“ - damit wanderte der Tango aus den Tanzcafès in die Konzertsäle.
Mitte der 60ger Jahre begann die musikalisch-poetische Zusammenarbeit mit dem surrealistischen Dichter Horacio Ferrer, der in seinen Texten Traumlandschaften voller Überraschungen und Rätsel entstehen lässt. Astor Piazzolla vertonte viele seiner Gedichte und als künstlerischer Höhepunkt entstand 1968 die Operita „María de Buenos Aires“.
Peter Hatházy und Juan María Solare
Peter Hatházy ist in Nikosia auf Zypern geboren, seine Kindheit verbrachte er in Venezuela. In Berlin wurde er Theaterregisseur. Zunächst inszenierte er Kinder- und Jugendtheaterstücke in Berlin und München und prägte dann das Kinder- und Jugendtheater des Deutschen Theaters in Göttingen.
Nach Stationen am Staatstheater Nürnberg und am Staatstheater Braunschweig, wurde er als Schauspieldirektor des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe engagiert. Sein künstlerischer Schwerpunkt waren musikalische Produktionen u.a. „Die Dreigroschenoper“, „My Fair Lady“, „Anything goes“ und Komödien.
Die Leidenschaft für den argentinischen Tango begleitete ihn sein Leben lang. Die Jahre in Venezuela hatten ihm ein tiefes Gefühl für die spanische Sprache und die Mentalität der Menschen dort vermittelt. Tangos selbst zu singen war für ihn die logische Konsequenz.
Vor zwei Jahren begegnete Peter Hatházy dem Pianisten und Komponisten Juan María Solare, der sein Lehrer und musikalischer Partner wurde. Sie erarbeiteten das Programm „Vuelvo al Sur - die Rückkehr in den Süden“ in dem sie Szenen aus Peter Hatházys Biografie mit den Texten von Tangoliedern verbinden.
Juan María Solare (geboren 1966 in Buenos Aires) studierte Klavier- und Komposition mit Konzertexamen in Buenos Aires. Es folgten Aufbaustudien an den Musikhochschulen Köln und Stuttgart mit Kompositionsaufträgen in Madrid, Düsseldorf, Genf, Bremen.
Das Klavierrepertoire und das kompositorische Schaffen von Juan María Solare haben zwei Schwerpunkte: Tango Argentino und Neue Musik. Er unterrichtet an der Universität Bremen Tangomusik (Leitung des Orquesta no típica) sowie an der Hochschule für Künste Bremen Komposition und Arrangement für die Schulpraxis. Als Dirigent leitet er die Bremer Orchestergemeinschaft.
Seine Musik wurde auf fast allen Kontinenten aufgeführt – mit Ausnahme der Antarktis. Als Herausgeber veröffentlichte Solare Klavieralben bei Ricordi (Universal Music) und beim Peters Verlag (Leipzig) und erhielt zweimal (2022 und 2023) den Förderpreis „Neustart Kultur“ des Deutschen Musikrats. Seine Musik wurde auf Spotify über 35 Millionen Mal gestreamt.


