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Filmwissenschaft

Aktuelle Forschungsprojekte

Audio History

Zur Produktion von Geschichte durch Filmton und Filmsound

Das Vorhaben lotet aus, wie Filmton und Filmsound Geschichte auditiv generieren, modellieren und erfahrbar machen, und stellt damit eine Erweiterung der Ansätze zum filmischen Erzählen von Geschichte und zur Visual History dar.

Der innovative Kern des Vorhabens liegt in der Hypothese, dass die akustische Dimension des Films einen eigenen Beitrag zur Modellierung von Geschichte liefert. Im Unterschied zum filmischen Erzählen von Geschichte und der Visual History ist die Audio History des Films bisher noch nicht untersucht worden. Zwar haben sich Ton und Sound in der Filmwissenschaft zu einem relevanten Forschungsfeld entwickelt und werden neuerdings in den Sound Studies als eigenes Gebiet etabliert; die historische Referenz der Ton- und Soundproduktion im Film sowie ihr Stellenwert bei der Produktion von Historizität wurden jedoch bisher nicht eigens thematisiert.

Die Geschichtswissenschaft hat das Erzählen von Geschichte als poetologisches Verfahren beschrieben und reflektiert und die Visual History, welche Film und visuelle Bilder erforscht, gilt als eingeführtes Verfahren innerhalb der Disziplin. Aber mit diesem Ansatz wird die auditive Dimension nicht eigens untersucht, sondern ausschließlich Bildlichkeit befragt. Hier setzt das Vorhaben an und lotet aus, wie Filmton und -sound Geschichte auditiv generieren, modellieren und erfahrbar machen können. Es geht also um eine Theoriebildung zur Audio History des Films. Dabei werden sowohl die ästhetische Dimension und ihr Potential zur Hervorbringung von Geschichte untersucht als auch die materielle, technische und kulturelle Dimension der Filmtonproduktion im Hinblick auf geschichtliche Modellierungen.

Ziel des Vorhabens ist es, die Bedeutung des Filmtons und -sounds in der Produktion von Geschichte prominent herauszuarbeiten. Das Vorhaben leistet Pionierarbeit in der Filmwissenschaft und stellt gleichzeitig einen hoch innovativen Ansatz für das interdisziplinäre Feld von Filmwissenschaft und Geschichtswissenschaft in Aussicht.

Explorationsprojekt zu neuen Themen

Prof. Dr. Winfried Pauleit
pauleit[at]uni-bremen.de
Tel.: +49 (0)421 218 67720

Dr. Rasmus Greiner
rgreiner[at]uni-bremen.de
Tel.: +49 (0)421 218 67725

in Kooperation mit:
Prof. Dr. Delia González de Reufels
Institut für Geschichtswissenschaft
Schwerpunkt Geschichte Lateinamerikas
Fachbereich 8 - Sozialwissenschaften
Universität Bremen
dgr[at]uni-bremen.de
Tel.: +49 (0)421 218 67200

Filmästhetik und Kindheit

Seit der Frühzeit des Kinos ist Kindheit ist ein verbreitetes Filmmotiv und ein wiederkehrender Topos in filmtheoretischen und cinephilen Diskursen. Der Komplex Kindheit und Film berührt ein breites Spektrum an Fragen, die Aspekte der Vermittlung und der Medialität des Films betreffen: zum Zuschauer, zur biografischen Dimension von Filmerfahrungen, zu der Darstellung von Kindern in Filmen, aber auch zu der spezifischen Ästhetik des Films.

Sie wurden bislang vor allem aus pädagogischer Perspektive, sei es mit Blick auf die Filmwirkung oder das Genre des Kinderfilms bearbeitet. Mein Fokus liegt demgegenüber auf der filmwissenschaftlichen Erforschung von Kindheit als einer Kategorie der Filmästhetik und der Filmtheorie.

Ab Oktober 2015 arbeite ich mit dem DFG-geförderten Projekt "Filmästhetik und Kindheit" schwerpunktmäßig zum französischen und deutschen Autorenfilm, und zu den cinephilen und filmtheoretischen Diskursen der Kindheit (siehe DFG). Das 21. Internationale Bremer Symposium zum Film (27. April-1. Mai 2016) hat sich diesem Forschungsthema gewidmet.

Homepage:
www.filmundkindheit.de

Kontakt:
Dr. Bettina Henzler
henzler[at]uni-bremen.de
Tel.: +49 (0)421 218 67724

Web-based Documentary Film

Webbasierter Dokumentarfilm im Schnittfeld von Diskurs, Technologie und Vergemeinschaftung: der Pragmatic Turn.

Die jüngsten Weiterentwicklungen digitaler Technologien, wie auch verstärkte soziokulturelle Ansprüche auf Partizipation verändern und beeinflussen sowohl unsere Vorstellung, als auch Design, Rezeption, Produktion und Distribution von nichtfiktionalen audiovisuellen Werken. Diese Entwicklungen bilden die Grundlage für die Entstehung einer neuen, medienplattformbasierten Filmform, die immer populärer wird: Interaktive Dokumentarfilme, die die klassische Linearität des Films in fragmentierte raumzeitliche Produktionsformen auflösen. 

Das Forschungsvorhaben untersucht den interaktiven, webbasierten Dokumentarfilm mithilfe einer breiten pragmatischen Perspektive und betritt damit wissenschaftliches Neuland. Das Vorhaben zielt auf ein genaues Verständnis dieser zeitgenössischen und bisher kaum theoretisierten, nichtfiktionalen Filmform in Hinblick auf kommunikative und kollaborative Strukturen, Autorschaft, Zuschauerschaft und Realismus.

Kontakt:
Dr. Stefano Odorico
Leeds Trinity University
Associate Senior Lecturer
s.odorico[at]leedstrinity.ac.uk

Aktualisiert von: Forschung