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Aktuelles

La Folie Almayer

18:00 Uhr: Film mit Einführung im Kino CITY 46, Bremen.

Gast: Dr. Sukla Chatterjee, Postcolonial Studies, Universität Bremen

Almayer gibt die Suche nach einem Piratenschatz im malaysischen Dschungel nicht auf. Er träumt von einer goldenen Zukunft in Europa für sich und seine Tochter Niña, die aus einer Zwangsheirat mit einer Einheimischen entstand und die er als junges Mädchen auf ein katholisches Internat entführen ließ. Bei Niñas Rückkehr offenbart sich, was sein Herrschen angerichtet hat.

Zu den beiden anderen Conrad-Adaptionen setzt Chantal Akermans La folie Almayer einen feministischen Kontrapunkt, der die Perspektive der Tochter zwischen den Kulturen einnimmt und darin Akermans eigene Biographie nachhallen lässt. Indem ihr Film die literarische Vorlage des Goldjägers auf das Jahr 1950 verlegt, seziert er die Kontinuität des Kolonialismus auch nach der großen Zäsur der menschenverachtenden Gräuel des Zweiten Weltkriegs an der Grenze zur heutigen Globalisation.

„La Folie Almayer ist weniger eine Conrad-Adaption als vielmehr eine Variation über Motive und Themen aus dem Roman des polnischen Romanciers. Der Film schaut sich, als sei er aus Akermans Erinnerung an den Stoff entstanden: als habe sie allein jene Momente, Konstellationen, Bilder, Gerüche gar und Farben, die ihr im Gedächtnis geblieben waren, für das Drehbuch genommen […]“, Olaf Möller, 2011

„One of the year's most hypnotic and fascinating films ...“, Michael Atkinson, Village Voice 2012

F/B 2011, Regie: Chantal Akerman, mit Stanislas Merhar, Aurora Marion, Marc Barbé, 127 Min., OmengU

La Folie Almayer
Aktualisiert von: Steven Keller