Zum Inhalt springen

Zentrum für Entscheidungsforschung

Zentrum für Entscheidungsforschung an der Universität Bremen

Kurz vorgestellt

Moderne Gesellschaften sind „Entscheidungsgesellschaften“. Individuelle und kollektive Entscheidungen sind seit langem Forschungsgegenstand der Sozial- und Geisteswissenschaften, insbesondere auch der Psychologie und der Wirtschaftswissenschaft. Aber es sind durchaus nicht nur Menschen, die Entscheidungen treffen. In den Natur- und Ingenieurswissenschaften geht man in unterschiedlichen Fachgebieten der Frage nach, ob und inwiefern man davon sprechen kann, dass Zellen, Pilze, Tiere oder Computer bzw. Roboter Entscheidungen treffen. Individuelles und kollektives Entscheiden wird in der Forschung an der Universität Bremen aktuell in unterschiedlichen Disziplinen untersucht – neben den Sozialwissenschaften auch in den Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Vor dem Hintergrund einer vielfältigen, international sichtbaren Forschung zu dieser Thematik sowie zwei erfolgreichen Masterprogrammen an der Universität Bremen dient das Institut für Entscheidungsforschung als Forum für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik des Entscheidens in Forschung und Lehre, mit dem Ziel, den Austausch über Forschungsprojekte zu intensivieren, neue Ideen zu entwickeln und die Thematik gemeinsam in Richtung einer interessierten Öffentlichkeit zu kommunizieren.

Hintergrund

Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der interdisziplinären Entscheidungsforschung. Dieser Schwerpunkt hat sich seit 2010 zunächst im Kontext der Entwicklung und Implementierung des konsekutiven Masters „Komplexes Entscheiden“ als gemeinsamer Kern der vielfältigen interdisziplinären Kooperationen der am Masterprogramm beteiligten Kolleginnen und Kollegen in Forschung und Lehre erwiesen.

Im Zuge der Einführung des berufsbegleitenden Masterprogramms „Entscheidungsmanagement“ wurde das Fächerspektrum der Wirtschafts-, Politik- und Rechtswissenschaften sowie der Philosophie um die Disziplinen der Soziologie und der Informatik sowie in interdisziplinären Lehrveranstaltungen um die Gesundheits- und Ingenieurswissenschaften und die Physik erweitert. Seit dem WS 2015/2016 läuft an der Universität Bremen eine Ringvorlesung zum Thema „Universelle Eigenschaften des Entscheidens“, die in der Vielfalt ihrer disziplinären Beiträge aus allen Wissenschaftsgebieten eindrucksvoll die fachliche Bandbreite und das hohe Niveau der Entscheidungsforschung an der Universität Bremen darstellt und öffentlich macht.

 

Zielsetzung und Schwerpunkte

Das Institut verfolgt das Ziel, Forschungsaktivitäten zu diskutieren, zu unterstützen und zu konzipieren, sie systematisch mit der Lehre zu verbinden und in die Öffentlichkeit hinein zu kommunizieren. Der intensive und offene Austausch, der transdisziplinäre Dialog sowie die gemeinsame Entwicklung innovativer Ideen für Forschung und Lehre finden hier einen institutionellen Rahmen. Das Zentrum soll die Entscheidungsforschung in Forschung und Lehre in Bremen nach innen und außen in ihrer Vielschichtigkeit und interdisziplinären Vielfalt sichtbar machen und neue Perspektiven für interessierte (Nachwuchs-)Wissenschaftler eröffnen.

Das Zentrum setzt sich folgende inhaltliche Schwerpunkte:

1. Begriffliche und inhaltliche Klärung des Entscheidungsbegriffes in den unterschiedlichen Fach- und Forschungskontexten

2. Mikroanalyse von Entscheidungsprozessen in Organisationen

3. Entscheiden im öffentlichen Raum (Professional Public Decision Making)

4. Entscheiden im digitalen Zeitalter

5. Universelle Mechanismen des Entscheidens

Das Zentrum ist in Forschung und Lehre, methodisch und inhaltlich interdisziplinär und pluralistisch angelegt. Es werden empirische und normative, systematische und historische Fragestellungen bearbeitet. Das Zentrum strebt zudem nach einem Transfer zwischen Theorie und Praxis des Entscheidens.

Forschung, Lehre & Transfer

Das Zentrum ist ein institutioneller Ort, an dem Forscherinnen und Forscher verschiedener Fachdisziplinen interdisziplinäre Projekte der Entscheidungsforschung konzipieren und zur Antragsreife bringen können. Es soll Ansprechpartner für extern vergebene interdisziplinäre Forschungsprojekte sein, die dann intern gemeinsam in jeweils wechselnden interdisziplinären Konstellationen konzipiert und durchgeführt werden.

Das Zentrum versteht sich als Verbindungsglied zwischen Entscheidungsforschung und - lehre. In dieser Funktion bietet es Studierenden und Doktoranden die Möglichkeit, aktuelle Forschungsprojekte der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bremen, aber auch auswärtiger Gäste kennenzulernen und selbst eigene Forschungsideen einzubringen und zu diskutieren.

Aus diesen Aktivitäten ergeben sich Impulse für das Verständnis und die Bewältigung von Entscheidungsproblemen im Bereich des "Professional Public Decision Making". Das Zentrum möchte den Transfer zwischen Theorie und Praxis des Entscheidens befördern und in den Austausch mit interessierten Personen treten, die außerhalb der Universität Entscheidungsverantwortung tragen. Nicht zuletzt soll die breitere öffentliche Wahrnehmung auf gesellschaftlich relevante Thematiken des Entscheidens gelenkt werden.

Die Kommunikation mit der interessierten Öffentlichkeit, Experten in Politik und Öffentlicher Verwaltung sowie Vertretern und Vertreterinnen einschlägiger Institutionen und Organisationen ist somit neben Forschung und Lehre eine dritte wichtige Säule des Zentrums. Das Zentrum bietet ein Forum, in dem gesellschaftlich relevante Entscheidungsprobleme, -prozesse und -strukturen diskutiert werden.

Beteiligte

Die Gründung des Instituts erfolgte durch ein interdisziplinäres Gründungsteam. Aktuell ist Dagmar Borchers Sprecherin des Zentrums.

Beteiligte (alphabetische Reihenfolge):

Prof. Dr. Dagmar Borchers (Philosophie) / Prof. Dr. Stefan Bornholdt (Theoretische Physik) / Prof. Dr. Adele Diederich (Psychologie, Jacobs University) / Prof. Dr. Hans-Günther Döbereiner (Physik) / Prof. Dr. Rolf Drechsler (Informatik) / (PD Dr. Thorsten Fehr (Psychologie) / Prof. Dr. Anna Förster (ComNets) / Prof. Dr. André Heinemann (Wirtschaftswissenschaft) / Prof. Dr. Dr. Manfred Herrmann (Psychologie) / Prof. Dr. Felix Herzog (Rechtswissenschaft) / Miriam Kahrs M.A. (Akademie für Weiterbildung) / Prof. Dr. Torben Klarl (Wirtschaftswissenschaft) / Prof. Dr. Lorenz Kähler (Rechtswissenschaft) /  Dipl. Soz. Sandra Kohl M.A. (Philosophie) / Prof. Dr. Frank Nullmeier (Politikwissenschaft) / Prof. Dr. Klaus Pawelzik (Physik) / PD Dr. Tanja Pritzlaff-Scheele (SOCIUM) / Prof. Dr. Wolf Rogowski (Public Health) / Prof. Dr. Uwe Schimank (Soziologie)

Aktualisiert von: Sandra Kohl