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Was ein Holzsplitter über eine Galionsfigur verrät

Pressemitteilung der Universität Bremen / 16. August 2018 Stefanie Möller

Das MAPEX Center for Materials and Processes der Universität Bremen ist beteiligt an der Ausstellung „Der Zahn der Gezeiten – Maritime Schätze unter der Lupe“ zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 am Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) – Leibniz-Institut für deutsche Schifffahrtsgeschichte in Bremerhaven. Die Eröffnung ist am Sonntag, den 19. August 2018, um 11 Uhr.

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) Leibniz-Institut für deutsche Schifffahrtsgeschichtein Bremerhaven hat zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 eine Sonderausstellung konzipiert. Die Schau soll ein Bewusstsein für die Erhaltung des kulturellen Erbes und für Maritime Geschichte im europäischen Kontext schaffen und rückt daher Fragen der Konservierung und Restaurierung von Ausstellungsobjekten in den Mittelpunkt. Zu sehen sind maritime Exponate, die teils einzigartig in Europa sind, unter anderem das Fragment eines traditionellen Küstenfischerbootes, eine Gallionsfigur oder ein Pottwalskelett.

Materialanalyse entschlüsselt individuelle Geschichte der Exponate

Werkstoffe wie Holz, Metall und Textilien spielen eine entscheidende Rolle für Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten. Neben der historischen und der restauratorischen Expertise, ist auch die materialwissenschaftliche zur Erforschung und Sicherung der musealen Gegenstände wichtig. So konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des MAPEX beispielsweise durch die mikroskopische Analyse eines kleinen Fragments der Galionsfigur „Carla“ die verwendete Holzart Kiefer bestimmen. Aus der Art der Holzzersetzung können sie außerdem darauf schließen, dass die Figur längere Zeit unter Wasser gelegen haben muss, also vermutlich versank und als Relikt geborgen wurde. Beide Erkenntnisse liefern wertvolle Informationen für die weitere Konservierung und Rekonstruktion der Geschichte des Exponats. „Ziel einer solchen materialwissenschaftlichen Untersuchung von historischen Objekten von kulturellem Wert ist es immer, Erkenntnisse über deren Geschichte zu erhalten und Lösungen für die möglichst langfristige Bewahrung für künftige Generationen zu entwickeln“, sagt Dr. Hanna Lührs vom MAPEX. Sie hat die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schifffahrtsmuseum wesentlich koordiniert.

Erfolgreiche fachübergreifende Forschungsallianz

Für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom MAPEX war die Zusammenarbeit mit einem Museum eine bereichernde Erfahrung, erklärt Professor Lucio Colombi Ciacchi, Sprecher des MAPEX. „Die besondere Herausforderung lag unter anderem darin, gemeinsam mit allen Beteiligten und ihren unterschiedlichen fachspezifischen Zugängen herauszufinden, was die sinnvollste Herangehensweise in diesem besonderen musealen Kontext ist. Insbesondere wenn ein Objekt nur durch größere Eingriffe erhalten bleiben kann, aber die Originalmaterialität und das ursprüngliche Erscheinungsbild möglichst wenig verändert werden sollen. Hier haben sich die Kenntnisse und Sichtweisen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die der Museumsfachleute ausgezeichnet ergänzt.“ Die Zusammenarbeit von MAPEX und dem DSM ist Teil einer längerfristig angelegten Forschungskooperation mit dem Ziel der materiellen Charakterisierung und digitalen Erfassung des Museumsbestandes.

Weitere Informationen:

www.uni-bremen.de/mapex 

www.dsm.museum.de

www.uni-bremen.de

Fragen beantworten:

Dr. Hanna Lührs und Prof. Dr. Lucio Colombi Ciacchi      
MAPEX Center for Materials and Processes
Universität Bremen
Tel.: +49 421 218-64580 oder 64570
E-Mail: mapexprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de oder colombiprotect me ?!hmi.uni-bremenprotect me ?!.de

Link zur Original Pressemitteilung der Universität Bremen

Zahn-der-Gehzeiten
von links nach rechts: Carolin Hilker-Möll, Prof. Dr. Lucio Colombi Ciacchi, Prof. Dr. Sunhild Klein-gärtner, Niels Hollmeier, Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff
Aktualisiert von: MAPEX