Ein neuer Artikel von Matthias Klumpp und Christoph H. Glock ist im Journal of Business Logistics erschienen. Der Beitrag mit dem Titel "Silver Swan Events: Positive Demand Disruptions as an Overlooked Dimension of Supply Chain Resilience Management” untersucht eine bislang wenig beachtete Form von Störungen in Lieferketten: kurzfristige, außergewöhnlich starke Nachfragesteigerungen, die Unternehmen zunächst begünstigen, langfristig jedoch erhebliche operative und strategische Herausforderungen verursachen können.
Die Autoren führen das Konzept der“Silver Swan Events” ein und zeigen, dass temporäre Nachfrageanstiege erhebliche Risiken für Unternehmen bergen können. Übersteigt die Nachfrage kurzfristig die verfügbaren Kapazitäten, werden häufig Investitionen und Kapazitätserweiterungen vorgenommen, die sich nach dem Abklingen der Nachfrage als wirtschaftliche Belastung erweisen. Damit ergänzt die Studie die bisherige Resilienzforschung, die sich überwiegend auf negative Störereignisse konzentriert.
Auf Grundlage eines konzeptionellen Modells beschreiben die Autoren vier Phasen solcher Ereignisse und diskutieren Managementansätze, die Unternehmen dabei unterstützen können, Nachfragespitzen flexibel zu bewältigen und Kapazitäten anschließend kontrolliert anzupassen. Darüber hinaus zeigt der Beitrag Perspektiven für die zukünftige Forschung im Bereich des Supply Chain Resilience Managements auf.
Die Veröffentlichung leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis positiver Nachfragedisruptionen und erweitert die Forschung zur Resilienz von Lieferketten um eine wichtige konzeptionelle Perspektive.


