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Die Entdeckung des Buddhismus

Auch dieses Projekt fokussiert auf das 19. Jahrhundert, in dem durch die koloniale Ausbreitung und Ausbeutung europäischer Staaten die wissenschaftliche Erforschung der Welt vorangetrieben wurde. Allerdings ist das nicht als wertfreie oder „objektive“ Erforschung zu verstehen, die parallel zum Imperialismus dieser Zeit verläuft. Auch handelt es sich nicht schlicht um die „Entdeckung“ des schon vorhandenen Buddhismus. Sondern Forschung ist immer auch von politischen Interessen, Machtstrukturen und Zwängen geprägt, die ihre Ergebnisse mitbestimmen und die es kritisch herauszuarbeiten gilt - bis in die Gegenwart.
Im kolonialen Kontext bildet sich das Wissen um die Weltreligion Buddhismus heraus. Das Konzept der „Weltreligion“ entsteht parallel dazu, was deutliche Auswirkungen auf die Organisation, das Selbst- und Fremdverständnis und auch die weltweiten Kontakte dieser Religionen untereinander (z.B. Christentum, Buddhismus, Hinduismus usw.) hat. Es geht bei der Forschung im Fachbereich besonders darum, wie die europäische und anglo-amerikanische Forschung den Buddhismus rezipiert, darstellt, formt – und dabei das Bild der „eigenen“ Kultur Europas beeinflusst.

Projektleitung:
Ulrich Harlass

Aktualisiert von: L. Rothmann