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Dissertations- und Habilitationsprojekte

Auf dem Weg der Salaf: Eine qualitativ-empirische Studie zur subjektiven Sinnhaftigkeit der Hinwendungsprozesse junger Frauen zu salafitischen Gruppierungen in Deutschland.

Laura Dickmann-Kacskovics, Dissertationsprojekt

Frau mit Niqab

Die qualitativ-empirische Studie “Subjektive Sinnhaftigkeit der Hinwendungsprozesse junger Frauen zu salafitischen Gruppierungen in Deutschland” zielt auf die biographiebezogene Erforschung der Orientierungs-, Denk- und Handlungsmuster von jungen Frauen in salafitischen Gruppierungen in Deutschland. Hierbei wird religionsanthropologische Forschung mit soziologischer Jugendforschung verknüpft und eine akteurszentrierte Jugendperspektive reflektiert. Narrativ-biographische Interviews mit thematisch fokussiertem Nachfrageteil mit jungen Salafi-Musliminnen sollen die Grundlage bilden, um über die spezifischen Attraktivitätsmomente des sogenannten Salafismus, das Selbstbild, Selbstverständnis und die Rollenzuschreibung der jungen Frauen Auskunft zu geben.

Prozesse medialer Identitätskonstruktionen im Orthodoxen Christentum

Dr. Łukasz Fajfer, Post-Doc Projekt

Laptop, auf Tisch, darüber Kreuz, rechts Ikone, links Kerze

In dem Projekt werden drei Christlich-Orthodoxe Minderheitskirchen untersucht: Die Russisch-Orthodoxe Diözese von Sourozh, die Griechisch-Orthodoxe Erzdiözese von Thyateira und die Polnische Autokephale Orthodoxe Kirche. Es gilt im Projekt ihre digitalen und gedruckten Medien zu untersuchen und zwar mit Hinblick auf die Frage: Welche Identitätsmerkmale werden in kirchlichen Medien konstruiert? Damit wird analysiert welche Rolle die modernen Medien für das Selbstverständnis religiöser Gemeinschaften heutzutage haben. Parallel dazu wird auch gefragt, welche Narrative und Bilder werden in den kirchlichen Medien nach Außen getragen und für breite Publikum konstruiert. Wichtig sind auch die Fragen nach organisatorischen Abläufen, wie z.B. wer für die Medienarbeit in den jeweiligen Kirchen zuständig ist sowie wie die Inhalte vorbereitet werden.

Das Projekt versteht sich mit dem Ansatz der tiefgreifenden Modernisierung verbunden (Hepp, Couldry, Hasebrink). Mediatisierung bedeutet „das Wechselverhältnis zwischen dem Wandel von Medien und Kommunikation auf der einen Seite und dem Wandel von Kultur und Gesellschaft auf der anderen Seite” (Hepp/ Hasebrink 2014: 349). Daher liegt das Ziel des Projektes auch darin die Wechselverhältnisse zwischen gesellschaftlichen Verortungen jeweiliger Kirchen und ihrer Mediennutzung. Um dieser komplexen Fragestellung gerecht zu werden, werden in dem Projekt offizielle Medien der Kirchen sowie die kirchennahen Vereine in den Jahren 2016-2017 analysiert. Dazu zählen insgesamt vier Zeitschriften und genauso viele Webseiten. Dieses Sample wird in Anlehnung an den methodologischen Vorgaben der Wissenssoziologischen Diskursanalyse durchgeführt (Keller 2011). Darüber hinaus werden insgesamt 32 episodische Interviews (Lamnek 2010) mit Medienexperten von jeweiligen Kirchen durchgeführt. Diese sollten ermöglichen einen Blick auf die Kulissen der Medienentstehung zu werfen und die Prozesse in den Vordergrund zu stellen, die sonst verborgen geblieben wären.

Positionierungsprozesse und die Konstruktion religiöser Autorität in der Charismatischen Erneuerung in der katholischen Kirche in Deutschland

Hannah Grünenthal, Dissertationsprojekt

Betende Feiernde Menge

Die Charismatische Erneuerung in der katholischen Kirche definiert sich als charismatisch und katholisch. Damit verortet sie sich ausdrücklich in der katholischen Kirche, sieht sich aber auch als Teil des "weltweiten charismatischen Aufbruchs" - und ordnet sich damit in einen Diskurs ein, der häufig als entgegengesetzt zum katholischen Diskurs gesehen wird. So stellt das Ausüben der Charismen einen wichtigen Aspekt der religiösen Praxis dar. Veranstaltungen werden gemeinsam mit protestantischen und freikirchlichen charismatischen Christen durchgeführt. Andererseits wird auch großer Wert auf die Feier der Sakramente gelegt und die Rolle der Priester, Bischöfe und des Papstes betont.

In meiner Dissertation untersuche ich, wie sich die CE in der katholischen Kirche positioniert und wie sie Ihre Interessen und Vorstellungen kommuniziert. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Frage, wie religiöse Autorität konstruiert wird und wie diese Konstruktionen und die Positionierungsprozesse sich gegenseitig beeinflussen. Dabei analysiere ich aus diskurstheoretischer Perspektive sowohl Daten aus einer teilnehmenden Beobachtung und qualitativen Interviews als auch von der CE Veröffentlichte Medien, unter anderem Bücher, Flyer, Vorträge und die Homepage der Bewegung.

Bridging the Divide? Crossing borders for coexistence in divided city of Mitrovica: A narrative ethnography

Anne Kauhanen, Dissertationsprojekt

Die Hauptbrücke über die fließende Grenze - der Fluss Ibar - der geteilten Stadt Mitrovica
Die Hauptbrücke über die fließende Grenze - der Fluss Ibar - der geteilten Stadt Mitrovica

Die einst multikulturelle und wirtschaftlich starke Stadt Mitrovica wurde nach dem Kosovo-Krieg entlang des Flusses Ibar in eine Kosovo-serbische und Kosovo-albanische Seite aufgeteilt. Seit der Teilung hat Mitrovica den Ruf der Austragungsort für den fortlaufenden Kosovo-Konflikt zu sein. Die Teilung hat zur Entstehung eines Raumes beigetragen, in dem die Existenz des Anderen negiert wird, die nationalistischen Selbstbilder und Narrativen manifestiert und parallele Strukturen aufgebaut werden – zumindest wird dieses Bild in den Medien über Mitrovica verbreitet.

Das Ziel meiner Forschung ist es, die Bewegungen und Erfahrungen jenseits der ideologisch polarisierten und verhärteten Situation in Mitrovica zu forschen und die Erkenntnisse aus diesem Feld hervorzuheben – gegen die Narrative eines ausschließlichen Konfliktortes. Meine Forschung befasst sich mit den Umständen, unter denen diese Grenzüberschreitungen entstehen bzw. welche Umstände die Grenzüberschreitungen ermöglichen und welche Strategie Individuen und Institutionen entwickelt haben, diese Grenzüberschreitungen zu vollziehen. Darüber hinaus wird die Frage gestellt, ob und in welchem Ausmaß diese Grenzüberschreitungen zu einer friedlichen Koexistenz und schließlich zu einer Wiedervereinigung der Stadt beitragen könnten.

Forschungsfeld Esports – zwischen Konstruktionen des Nationalen und Prozessen der Wertezuschreibung

Dr. Dr. Lisa Kienzl, Post-Doc Projekt

Videospiler vor Bildschirmen in einem e-Sports setting, Kopfhörer, grüne Beleuchtung, unscharfe Bildschirme, vermutlich DOTA

Videospielkulturen sind zentraler Teil gegenwärtiger Gesellschaften. Damit verbunden sind neben ökonomischen Interessen, aufgrund der marktwirtschaftlichen Bedeutung der Videospielindustrie, auch sozio-kulturelle und politische Diskurse. Videospiele und Videospielkulturen können als Ausdruck globalisierter Medienkulturen verstanden werden, sind dennoch aber immer auch in ihrer Verschränkung mit gesellschaftspolitischen und kontextuellen Diskursen zu sehen. Die breite Sichtbarkeit von Videospielkulturen und deren Verknüpfung mit politischen Interessen sind vielfältig und reichen von einzelnen Aktionen in politischen Wahlkämpfen, zum Beispiel im US-Wahlkampf 2020, über gesellschaftliche Diskussionen, wie der „Ballerspiel-Debatte“, bis hin zum wirtschaftlich und politisch immer wichtiger werdenden Feld Esports. Gerade in diesem diversen und multivokalen Feld zeigen sich deutlich die unterschiedlichen Interessen und Positionen verschiedener Gruppierungen. Neben politischen Stakeholdern, internationalen Organisationen und (multi-)nationalen Teams, spielt natürlich das Publikum in Form von Teilnehmer*innen und Zuschauer*innen eine zentrale Rolle. Partizipation wird auf zahlreichen Ebenen sichtbar und zeigt sich auf Events sowohl vor Ort als auch zeitgleich dazu auf online Plattformen.
Dr. Dr. Lisa Kienzl erforscht die Konstruktionen des Nationalen, die Funktion von Macht- und Geschlechterhierarchien sowie die Rolle von Religion und Wertesystemen in Bezug auf Identitätskonstruktionen im Feld von Esports. In nationalen und internationalen Eventinszenierungen und Fankulturen reproduzieren, transformieren, diskutieren und interpretieren verschiedene Akteur*innen diese Kategorien. Dabei werden neben der Bedeutung sportlicher Werte im digitalen Spiel auch Machtverhältnisse und Identitätszuschreibungen verhandelt. Die Auseinandersetzungen mit ethischen Fragen, die Verhandlung von Identität sowie die Diskussion der Position von Technologie in der Gesellschaft spielen eine zentrale Rolle innerhalb des Feldes. Besonders die Verknüpfung mit konkreten Wertvorstellungen in Bezug auf Spielekulturen wird innerhalb des Feldes sowie in breiteren gesellschaftspolitischen Diskursen sichtbar. Eine Annäherung an das Feld erfolgt mit Hilfe von ethnographischen Methoden (teilnehmender Beobachtung, Feldnotizen und qualitativen Interviews) sowie eines diskursanalytischen Fokus auf breitere sozio-kulturelle Debatten.

Wie transformiert sich Religiosität im Lebensverlauf? Eine Biografieforschung bei „Jungen Alten“ in Luxemburg

Liz Lambert, Dissertationsprojekt

alte Kirche vor Stadtskyline

Unzählige Theorien versuchen die Transformation(-en) von Religion in westlichen Gesellschaften zu beschreiben und zu analysieren. Viele von ihnen drehen sich insbesondere um folgende Begriffe: Säkularisierung, Individualisierung und Pluralisierung. Meistens verharren diese Theorien jedoch auf einer Makroebene und bleiben somit abstrakt. Was ihnen fehlt, ist eine Akteurenperspektive, die sich mit dem Individuum und seiner Religiosität befasst. Wie transformiert sich Religiosität heutzutage im individuellen Lebensverlauf? Worauf sind diese Transformationsprozesse zurückzuführen? Welche Rolle spielt der gesellschaftliche Wandel dabei?

Die qualitative Forschung wird im Großherzogtum Luxemburg durchgeführt. In diesem katholisch geprägten Land sind seit einigen Jahrzehnten Entwicklungen zu beobachten, die häufig unter dem Begriff Säkularisierung zusammengefasst werden: einerseits sinkt die (öffentliche) religiöse Praxis und andererseits entfernen sich staatliche und religiöse Institutionen voneinander. Im Fokus der Untersuchungen liegen die sogenannten „Jungen Alten“ (60- bis 69-Jährige); eine Altersgruppe, die stetig anwächst und somit zunehmend prägend für die Gesellschaft wird.

Die biografischen Erzählungen werden mithilfe narrativer Interviews erfasst. Zu deren Erhebung und Auswertung wird auf die Grounded Theory Methode zurückgegriffen. Diese Methodik kennzeichnet sich durch ihren kreativen und zyklischen Charakter aus. Das ständige Hin- und Herpendeln zwischen unterschiedlichen Forschungsphasen erlaubt einen offenen Forschungsablauf sowie den frühen Beginn der Theorieentwicklung.

Das Forschungsprojekt startete im Sommersemester 2020 und ist für einen Zeitraum von vier Jahren angelegt.  

Die Mission der Rheinischen Missionsgesellschaft im kolonialen Diskurs. Die RMG auf Sumatra.

Lara Johanna Lindhorst, Dissertationsprojekt

Weiße Kirche vor Meerlandschaft Sumatra

Indonesien, das insgesamt mehr als 17.000 Inseln umfassende Inselarchipel, ist geographisch, sprachlich, ethnisch und religiös von großer Heterogenität geprägt. In dem islamisch geprägten Staat, in dem sich circa 207 Millionen Menschen – und damit etwa 87 % der Gesamtbevölkerung – zum Islam bekennen, stellt das Christentum heute die größte und einflussreichste religiöse Minderheit dar.

In dem Gebiet Nordsumatras bzw. in der Toba-Batak Region, in der während der Zeit der niederländischen Kolonialregierung vor allem die Rheinische Missionsgesellschaft (RMG) aktiv war, dreht sich – konträr zur Verteilung der Religionszugehörigkeit im gesamten heutigen Indonesien – das Minderheits- vs. Mehrheitsverhältnis der Religionsangehörigkeit bemerkenswerterweise annähernd um. So bekennen sich heute 85% der Batak zum (protestantischen) Christentum.

Mit einem Fokus auf die bekannteren Missionsgebiete der RMG in Afrika und Papua-Neuguinea existiert in der rezenten Forschungsliteratur grundsätzlich ein Forschungsdesiderat bei der Darstellung und Betrachtung der Geschichte der Mission der RMG auf Sumatra, insbesondere aber auch im Hinblick auf eine umfassende religionswissenschaftliche, postkoloniale sowie globalgeschichtliche Analyse derselben.

Dieses Projekt will dieses Forschungsdesiderat nun schließen und untersucht deshalb, mit einer regionalen Beschränkung auf Sumatra sowie einer zeitlichen Eingrenzung beginnend mit der Mission der RMG, also ab dem 19. Jahrhundert, bis hin zur Gründung und Etablierung der Huria Kristen Batak Protestan, die Geschichte der Mission der RMG bei den Batak.

 

Muslimische Online-Plattformen und Aushandlungsprozesse des Selbst

Rosa Lütge, Dissertationsprojekt

Frühstück, Medienobjekte
pixabay

Das Projekt beschäftigt sich mit verschiedenen muslimischen Online-Plattformen, in denen es um Lifestyle, Empowerment und Inspiration geht. Zielgruppe dieser Blogs, Magazine, Social-Media-Kanäle usw. sind meist junge Muslim*innen auf der ganzen Welt, aber vor allem in den USA und Europa.

Die Themen drehen sich von Elternschaft, über Reisen, Beauty, Fitness und Self-Care zu Fragen muslimischer Communities, der Religiosität des Individuums und Diskriminierung und Marginalisierung. Gleichzeitig sind Muslim*innen in den klassischen Medien wenig oder stereotyp repräsentiert und Online-Spaces, wie Blogs und Social-Media Plattformen bieten die Möglichkeit zu Partizipation, Sichtbarkeit und Vernetzung.

Ziel ist es die Darstellungen des Selbst und die dabei entstehenden intersektionalen Aushandlungen von Geschlecht, Religion, Emotionen, Autorität und Konsum zu untersuchen. Was zeichnet das hier entworfene Bild des Selbst aus? An welchen Schnittstellen moderner Identitäten befindet es sich? In welcher Form findet Widerstand gegen hegemoniale Diskurse statt? Wie wirken sich moderne Diskurse um Selbstführung und -optimierung aus und welche Rolle spielt dabei Religion?

Dies soll Aufschluss über gesellschaftliche Transformationsprozesse durch digitale Kulturen und die Verflechtungen von neoliberalen Selbstführungstechniken, Sichtbarkeit und Empowerment marginalisierter religiöser Gruppen geben.

Selbstnormalisierung und -normierung durch Authentizitätsansprüche. Bedeutung von und Umgang mit der Manifestationspraxis in (neo-)charismatisch-evangelikalen Gemeindezentren in Süddeutschland

EJ Tolksdorf, Dissertationsprojekt

Gottesdienst
pixabay

Die (neo-)pfingstlich-charismatisch-evangelikale Bewegung gehört weltweit zu den christlichen Bewegungen, die besonders dynamisch sind und stark wachsen. Durch die Popularisierung dieser Bewegung sind ihre modernen Evangelisations- und Marketingstrategien Vorbilder für Religionsgemeinschaften geworden, die Mitgliederverluste verzeichnen (siehe z.B. Baumann-Neuhaus 2008, Freudenberg 2017).

In Deutschland gehört diese Bewegung insgesamt zu einer aufstrebenden christlichen Minderheit, die sich u.a. als „überkonfessionell“ versteht. Damit die freikirchlich organisierten Gemeinden und Netzwerke stärker wachsen können, versuchen sie aktiv gegen die stigmatisierende Fremdwahrnehmung als fundamentalistische „Sekte“ vorzugehen.

Die ethnografische Studie nimmt drei freie christliche Gemeindezentren in Südwestdeutschland in den Blick, die jeweils ca. 300─6.000 Gottesdienstbesuchende am Wochenende zählen und überregional sowie international vernetzt sind. Es werden ca. 45─50 Interviews mit Leitenden, Mitarbeitenden und Mitgliedern ausgewertet. Ebenso werden Teilnehmende Beobachtungen verschiedener Veranstaltungsformate, Literaturen und Medien der Gemeinden mittels der Grounded Theory analysiert. Anhand dieser (Groß-)Gemeindefälle wird nach der Bedeutung von und den Umgang mit der Manifestationspraxis gefragt. Damit ist jene körperlich-emotionale christliche Praxis gemeint, die aus emischer Perspektive als sichtbare oder spürbare Erfahrungen mit unsichtbaren übernatürlichen Kräften (Heiliger Geist, Dämonen etc.) verstanden werden: Umfallen, Lachen, Weinen, Zittern, wie betrunken wirken, Hüpfen, sich auf dem Boden winden, Schreien, Tierlaute etc.

Am Beispiel des regulierenden Umgangs mit Manifestationspraktiken wird der selbstnormalisierende und selbstnormierende Umgang mit christlich-charismatischer Körperlichkeit und Emotionalität aufgezeigt. Dieser kann so weit gehen, dass Manifestationspraktiken aus dem Gemeindeleben komplett ausgeschlossen werden. Diese bisher von der Religionsforschung nicht beachtete Normierung und Normalisierung von religiöser Praxis lässt sich mit den bisherigen Theorieansätzen nicht erklären. Das Projekt nimmt daher glokale Authentizitäts- und Autoritätskontroversen in den Fokus, die u.a. im Zuge von Torontosegenbewegung, heilungsevangelistischen Großveranstaltungen und neuen marktorientierten Megachurchformaten aufgekommen sind. Dabei wird an empirischen Beispielen aufgezeigt, dass diese Diskurse einen normierenden und normalisierenden Effekt auf die Gemeinden ausgeübt haben. Welche Folgen hat die Normierung für das Selbstverständnis? Wie gehen Langzeitmitglieder mit dieser Normierung um? Entstehen neue Vergemeinschaftungsformen?

Das Dissertationsprojekt kann darüber hinaus einen Beitrag zu Debatten um die (De-)Stigmatisierung, (De-/Re-)Charismatisierung, Ver-/Entalltäglichung, Subjektivierung und Selbstoptimierung von Religion im Zeitalter des neoliberalen Kapitalismus liefern.