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Intersektionen von Religion, Gender und dem Staat.

Früh- und Zwangsverheiratungen in Deutschland und den USA
Sehr junge Braut mit Bräutigam

Das Projekt beschäftigt sich mit der Praxis der Früh- oder Zwangsverheiratungen in verschiedenen Religionsgemeinschaften in Deutschland und den USA, wie z.B. im konservativen Islam, im evangelikalen Christentum oder im orthodoxen Judentum.  

Früh- und Zwangsverheiratungen gehören zu den sogenannten „Harmful Cultural Practices“, also zu kulturellen, religiösen oder traditionellen Praxen, die sich negativ auf bestimmte Mitglieder der entsprechenden Gemeinschaften auswirken. Meist sind junge Mädchen oder junge Frauen betroffen, aber auch junge Männer werden mitunter von ihren Familien zwangsverheiratet, insbesondere wenn ihre sexuelle Orientierung oder Identität gegen heteronormative Geschlechterkonstruktionen verstößt.

Zu den möglichen Folgen von Früh- und Zwangsverheiratungen gehören häusliche Gewalt, Verbrechen im Namen der Ehre, Vergewaltigung, fehlender Zugang zu Verhütung, frühe und häufige Schwangerschaften, Kinderarbeit und Sklaverei, früher Austritt aus dem Bildungssystem und ein hohes Armutsrisiko.

In der religionswissenschaftlichen aber auch in der feministischen Forschung wird das Verhältnis von Religion, Gender und dem Staat bisher primär im Hinblick auf die religiöse Identität von Frauen, frauenspezifische Praxen wie der Verschleierung sowie feministischen (Re-) Interpretationen von Religionen betrachtet. Anders als etwa in den Medien oder in der Politik werden patriarchale religiöse Geschlechterpraxen in der Forschung gegenwärtig kaum diskutiert, obwohl sie mitunter gravierendste Folgen für die Betroffenen haben. Das Projekt will durch den Fokus auf eine solche patriarchale religiöse Praxis auch einen Beitrag zur Ergänzung der feministischen Perspektive in Religionswissenschaften, Gender-Studies und Soziologie leisten.

Projektleitung:
Dr. Petra Klug

Laufzeit:
2018 - 2021       

Finanziert durch die Forschungsförderung der Universität Bremen.

Aktualisiert von: L. Rothmann