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Medien der Religion

Vorstellung der Arbeitsbereichsleiterin Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler durch das Projekt "Mapping Religionswissenschaft"

Es ist in der Öffentlichkeit und Wissenschaft unumstritten, dass unser gegenwärtiges Leben zunehmend von Medien geprägt wird. So sind auch religiöse Diskurse eng mit Medien verbunden: Moderne (Massen-)Medien wie Film, Fernsehen, Radio, Internet und Virtuelle Welten prägen die religiöse Landschaft und besitzen Einfluss auf die Identitätsbildung religiöser Akteure. Zunehmend nutzen diese Akteure Medien auch selbst zur (Re-)Präsentation und Aushandlung ihrer religiösen Identität, beispielsweise auf Weblogs, in Social Networks oder speziellen Programmformaten wie z.B. religiösen Spartensendern. Immer stärker werden Medien auch von religiösen institutionell sowie nicht-institutionell organisierten Gruppierungen eingesetzt, um Inhalte in eine breite Öffentlichkeit zu transportieren. Daher spiegeln Medien einerseits kulturelle und gesellschaftliche Konstruktionsprozesse sowie deren Veränderungen wider, andererseits formen, verändern oder schaffen sie diese Konstruktionen auch selbst.

In verschiedenen Forschungsprojekten untersucht der Arbeitsbereich den Zusammenhang von Medien und Religionen und deren Wandel. Die Forschung umfasst dabei zwei unterschiedliche Untersuchungsgegenstände und methodische Herangehensweisen:

Pope and Media

 

1. Analyse des Mediendiskurses

Akteure bzw. Gruppen präsentieren, diskutieren und organisieren ihre religiösen Vorstellungen mittels diverser Medien (Buch, Bilder, Video, WWW usw.), die unterschiedliche Untersuchungsgegenstände bilden und deren Analyse unterschiedliche Methoden wie die Literaturanalyse, Filmanalyse usw. erfordern. Der Blickwinkel des Arbeitsgebiets ist dabei gleichzeitig synchron und diachron: es werden sowohl gegenwärtige Formen mediatisierter Religion in Film, Fernsehen, Radio, Internet und Virtuellen Welten untersucht, als auch historische Rezeptionsprozesse figuraler, motivischer und argumentativer Topoi. Gegenstand der Forschung sind dabei Printmedien ebenso wie auditive, audiovisuelle, sowie multimediale und interaktive Medien.

2. Sozial-empirische Untersuchung religiöser Akteure in ihren mediatisierten Lebenswelten

Im Gegensatz zu bisherigen Forschungsansätzen werden als Ursache von Veränderungsprozessen nicht länger Medien allein gesehen, sondern eher das Zusammenspiel verschiedener sozio-kultureller Prozesse, zu denen Mediatisierungsprozesse in Beziehung gesetzt werden müssen. Aus diesem Grund wird methodisch nicht mehr ein bestimmtes Medium wie beispielsweise das Fernsehen oder das Internet als Untersuchungsgegenstand in den Fokus der Analyse gestellt, sondern die einzelnen Akteure in ihren jeweiligen mediatisierten Welten.  Hierzu werden empirische Forschungsprojekte durchgeführt sowie ein ständiger inner- und interdisziplinärer Austausch gepflegt. So ist der Arbeitsbereich an das Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) Bremen angebunden und verantwortlich für das Lab „Medien und Religion“. Der Bereich ist zudem an der Forschergruppe „Kommunikative Figurationen mediatisierter Welten“ beteiligt, die 2011 vom Akademischen Senat der Bremer Universität als Profilverbund anerkannt wurde und eine gemeinsame Initiative der Universitäten Bremen (ZeMKI) und Hamburg (dem Research Center for Media and Communication (RCMC) und dem HBI, dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung) darstellt.

Forschungsprojekte

Laufend:
Abgeschlossen:
Aktualisiert von: B.Stelter