Station 1

Sicht vom Boulevard auf Glashalle.

Unigründung (Glashalle)

Die Uni Bremen wurde 1971 als Reform-Uni gegründet. Das heißt, dass die Kritik und Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse explizit zum Anspruch der Universität gehörten.

Obwohl im 17. Jahrhundert in Bremen schon mal eine Hochschule existierte, die die damals klassischen Fakultäten Jura, Medizin und Philosophie und selbstverständlich Theologie umfasste, wurde die neue Hochschule ohne Theologie, also ohne die Lehre von einer als wahr vorausgesetzten Religion gegründet. Stattdessen wurde ein modernes, säkulares Institut für Religionswissenschaft geschaffen.

In der Bremer Bevölkerung wurde die Uni teils liebevoll, teils spöttisch die „Marx und Moritz“-Universität genannt, nach dem damaligen Bildungssenator Moritz Thape und dem lange verstorbenen aber höchst einflussreichen Ökonom und Religionskritiker Karl Marx.

Marx knüpfte an die Projektionsthese von Ludwig Feuerbach an. Der zufolge schaffen die Menschen sich Gott nach ihrem Bilde. Leider projizieren sie dabei alles was sie sich zu sein wünschen in Gott und schreiben die schlechten Gegenteile dieser Eigenschaften dem Menschen zu. Gott ist dann allmächtig und gut; die Menschen aber sind sündhaft und machtlos. Und damit brauchen sie dieses imaginierte Gegenüber, weil es Trost spendet und Erlösung verspricht. Für Marx war die Religion deshalb sowohl Ausdruck des gesellschaftlichen Elends als auch ein Versuch daraus zu entfliehen. Allerdings war für ihn die Religion Resultat materieller Verhältnisse. Wenn man von den Menschen fordert, aufzuhören sich religiöse Illusionen über ihren Zustand zu machen, muss man auch fordern, den Zustand zu ändern, der solcher Illusionen bedarf – also die Abschaffung des Kapitalismus.

Wieviel ist von diesem kritischen Anspruch noch geblieben? Wie kann man ihn im Heute erneuern? Und was kannst Du selbst dazu tun? Finde es heraus!

Zu Station 2: die Mensa (Koordinaten Eingang Mensa: 53.108341, 8.851431)