Station 7

"Global Movement"
Religionen begegnen uns weltweit – und ihre Tempel, Kirchen, Klöster, Stupas und Moscheen sind oftmals wie selbstverständlich auch Anlaufpunkt einer (Urlaubs-)Reise. Als „Weltreligionen“ werden heute traditionell das Judentum, das Christentum, der Islam, der Hinduismus und der Buddhismus verstanden.
Dieses Konzept der Weltreligionen ist allerdings keine schon immer da gewesene Bezeichnung „großer“ Religionen, sondern – wie die neuere historische Religionsforschung gezeigt hat – entstand sie erst im Rahmen des europäischen Kolonialismus im 19. Jahrhundert. Dabei hat sich der Begriff nicht in bloßen, von anderen Kontexten losgelösten, europäischen Debatten entwickelt, sondern wurde in einem globalen Diskurs geprägt.
So haben in der Epoche des europäischen Kolonialismus weltweit Intellektuelle bestimmte religiöse Traditionen unter einem gemeinsamen, globalen Verständnis von (Welt-)Religion reformuliert – in Prozessen der Abgrenzung des „Eigenen“ gegenüber des „Anderen“. Erst dadurch wurden die sogenannten Weltreligionen, wie beispielsweise der Hinduismus, der Islam oder das Christentum, zu den vergleichbaren Größen, als die sie uns heute erscheinen.
Wollen wir heute also die Geschichte von Religionen erforschen, sollten wir einen wissenschaftlichen Ansatz wählen, der globale Verflechtungen berücksichtigt – so etwa die Methode der Globalgeschichte. Bei dieser Methode werden die globalen Verflechtungen betrachtet, welche die Religionen im Prozess ihrer Neuaufstellung geprägt haben – sei es mit anderen religiösen Akteuren, den sich neu formierenden universitären Wissenschaften oder den (kolonial-)politischen Akteuren der sich globalisierenden Welt.
Zu Station 8: eine Kammer im Dunkeln (Koordinaten Eingang GW II B (wie Treppe des Aufstiegs, ab dann interne Wegweiser zu Raum B 1800): 53.107370, 8.855693)

