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RecycleWind

Verwertungsnetzwerk "RecycleWind 2.0 - selbstlernend und resilient"

Thema: 

Windenergieanlagen sind hochwertige, komplexe Produkte aus einer Vielzahl von Materialien. Die ersten der ca. 29.000 Anlagen in Deutschland erreichen das Ende ihres Produkt-Lebenszyklus. In den kommenden Jahren wird mit einer starken Zunahme der stillzulegenden Anlagen gerechnet. Doch was geschieht mit diesen alten Anlagen? Die Windbranche müsste den Anspruch haben, die „grünen“ Energieerzeugungsanlagen möglichst materialeffizient zurückzubauen und im Sinne der Kreislaufwirtschaft hochwertig zu recyceln.

Das Forschungsverbundvorhaben „Verwertungsnetzwerk RecycleWind - resilient und selbstlernend“ der Hochschule Bremen, der Universität Bremen und der Beratungsfirma brands & values, sustainability consultants setzt an dieser Stelle an und wird ein selbstlernendes Verwertungsnetzwerk mit den wesentlichen Akteuren aller Stufen des Lebensweges von Windenergieanlagen entwickeln.

Fördermittelgeber:

Bremer Aufbau-Bank GmbH (BAB) - Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven

Laufzeit:

01.08.2020 – 31.01.2022

Partner:

  • Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen GmbH (Projekt Koordination)

  • brands & values GmbH

Projektbeschreibung:

Mit dem Ansatz bei RecycleWind und den dort geschaffenen Grundlagen für ein resilientes und selbstlernendes Verwertungsnetzwerk wird im Sinne der abfallrechtlich verankerten Herstellerverantwortung ein komplett neuer Weg beschritten, um hochwertiges Recycling auch für langlebige Produkte mit Nutzungsdauern von 20 und mehr Jahren, wie Windenergieanlagen, sicherstellen zu können.

Die Schwerpunkte des Projekts liegen in der Erforschung und Entwicklung von wissenschaftlich abgesicherten Methoden der Selbststeuerung in Stoffstromsystemen, der Simulation von möglichen Anwendungen und der Konzeptentwicklung von geeigneten Dienstleistungen für diesen neuartigen Ansatz eines derartigen Netzwerkes. Ziel ist, dass die Akteure (beteiligte Firmen oder Behörden) gemeinsam konkrete aber anpassungsfähige Recyclingvereinbarungen zur ressourcenschonenden Lenkung von Stoffströmen festlegen.

Die methodischen Hauptelemente des Projekts sind:

  1. umfassende Produktdeklarationen mittels angepasster EPDs bzgl. Recyclingfähigkeit

  2. Stoffstrommodelle zur Beschreibung und Bewertung von Prozessketten und Stoffströmen über den gesamten Lebensweg auf Basis einer zentralen Produkt-Datenbank

  3. Agentenbasierte Modellierungen zur Abbildung der Handlungsoptionen und deren Auswirkungen unter Berücksichtigung der Interessen der Akteure im Bezug auf die Zielformulierung des Verwertungsnetzwerkes

  4. Ansätze zur Etablierung einer „Gütegemeinschaft RecycleWind“ mit Beteiligung aller relevanten Akteure zur Sicherstellung eines möglichst hochwertigen Recyclings für WEA-Anlagen mit Hilfe von Monitoring-Modellen zum Abgleich mit den Rahmenbedingungen inkl. geeigneter Steuerungselemente

Beitrag des Fachgebietes Resiliente Energiesysteme:

Unser Beitrag ist die im Projekt vorgesehene agentenbasierte Modellierung. Mit der agentenbasierten Modellierung können Methoden der Selbststeuerung im Stoffstromsystem erforscht und die Auswirkungen möglicher Handlungen der Akteure simuliert werden. Da sich wesentliche Rahmenbedingungen bei einer etwa 20-jährigen Laufzeit von Windenergieanlagen ändern, kann das Verwertungsnetzwerk nicht mit einem starren Leitrahmen arbeiten. Im Gegensatz zu bestehenden Steuerungselementen in anderen Branchen mit festen Verwertungsquoten wird auf ein anpassungsfähiges Konzept der Selbststeuerung gesetzt. Das Konzept muss auf die Änderungen der Anforderungen robust, anpassungsfähig, innovationsfähig und improvisationsfähig, also selbstlernend und resilient, reagieren können. Gleichzeitig müssen die Vorgaben hinsichtlich Effizienzparameter (Material, Energie, Klimaschutz, Kosten, etc.) erfüllt werden.

Kontakt:

Dipl.-Ing. Michael Steinfeldt

Weiterführende Informationen:

http://www.recyclewind.hs-bremen.de/projekt.htm

 

Aktualisiert von: D. Unland