FGRES wissenschaftlicher Mitarbeiter Cosme Polese Borges hat kürzlich einen Artikel mit dem Titel „Beyond payback time: Understanding residential preferences for distributed solar PV in southern Brazil” in Renewable Energy veröffentlicht. Der Artikel, der gemeinsam von brasilianischen (Bundesuniversität von Santa Catarina) und nordamerikanischen (Michigan State University) Forschern verfasst wurde, verwendet ein discretes Choice Experiment und zeigt, dass nicht-finanzielle Faktoren wie Installationsgarantien, technische Unterstützung und Zugang zu dezentralen Energienetzen ebenso Einfluss auf die Einführung von Photovoltaikanlagen in Wohngebäuden haben wie die einfache Kostendeckung. Die Ergebnisse sind besonders relevant für sich schnell entwickelnde Länder, in denen Infrastrukturdefizite bestehen und sich die regulatorischen Rahmenbedingungen oft langsamer entwickeln als die technologische Verbreitung. In solchen Kontexten können dezentrale PV-Anlagen die Energiewende sinnvoll unterstützen, wenn sie in robuste Governance-Regelungen, Dienstleistungsangebote und institutionelle Unterstützungsstrukturen eingebettet sind. Die Studie steht im Einklang mit der Forschungsperspektive des FGRES, dass Energiesysteme umfassendere soziotechnische Systeme sind, in denen Endnutzer eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Einführungsdynamik, der Systemresilienz und der langfristigen Nachhaltigkeitsergebnisse spielen.
Willkommen im Fachgebiet Resiliente Energiesysteme
Die Forschungsarbeiten der Forschungsgruppe Resiliente Energiesysteme konzentrieren sich auf die Untersuchung und Unterstützung der Transformationsprozesse im zukünftigen Energiesystem.
Ein Fokus liegt auf dem Ansatz transformativer Resilienz, die Fähigkeit, tiefgreifende Veränderungen oder Störereignisse des Energiesystems als Chance für die Gestaltung nachhaltiger und belastbarer Strukturen zu nutzen. Dabei werden Ansätze entwickelt, um weniger vulnerable Systeme zu schaffen – nicht nur als Reaktion auf diese Störungen, sondern auch präventiv durch eine frühzeitige strategische Gestaltung. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der datengestützten Analyse von soziotechnischen Vulnerabilitäten und Risiken sowie einer modellgestützten Vorausschau von Zukunftsszenarien für urbane und industrielle Infrastrukturen.
Wir entwickeln Werkzeuge zur Energiesystemmodellierung & -Optimierung sowie digitale Planungswerkzeuge, um die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen auf Resilienz und Nachhaltigkeit im Energiesystem zu simulieren. Zusammen mit Transformationsakteuren außerhalb der Forschung werden dadurch fundierte Entscheidungsgrundlagen für die komplexe Transformation des Energiesystems geschaffen. Mithilfe urbaner Zwillinge werden vielversprechende Ausgangspunkte geboten, um komplexe Zusammenhänge zu erfassen und Transformationsakteure in komplexen Entscheidungsprozessen unterstützen.
Das Virtual Transformation Lab (VTL) bietet eine Umgebung, in der diese Themen partizipativ mit unterschiedlichen Akteursgruppen gestaltet werden können. Das VTL bietet sowohl klassische analoge als auch digitale interaktive Werkzeuge (LED-Wall & Touchtables), um unterschiedliche Phasen von Transformationsprozessen bestmöglich zu unterstützen. Als Teil des Digital Hub Industry im NEOS Gebäude des Technologiepark der Universität Bremen ist das Fachgebiet bestens mit Forschungs- und Industriepartnern vernetzt. Zudem ist die Gruppe Mitglied des Bremer Forschungszentrums für Energiesysteme „Energie für Wirtschaft und Gesellschaft“ (BEST).
Mitglieder dieses Fachgebiets kommen aus dem Maschinenbau, der Verfahrenstechnik, der Biologie, Physik und den Sozialwissenschaften; sie arbeiten in inter- sowie transdisziplinären Projekten zusammen.
























































