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(AKAD02) Die Krise der STADT…

Urbanes Leben in Zeiten von Pandemien

Geschlossene Geschäfte, Restaurants, Kneipen, Kinos, Theater… heruntergelassene Rollläden, vergitterte Schaufenster…leergefegte Straßen, menschenleere Parks, verwaiste Spielplätze und Sportanlagen…wochenlang glichen Städte weltweit – wie in Science-Fiction-Szenarien – verlassenen Geisterstädten.

Covid-19 hat unsere Art und Weise zu leben und zu arbeiten grundlegend infrage gestellt, mehr noch: unser alltägliches Leben dramatisch verändert. Ausgangssperren, Kontaktverbote, Abstandsregelungen, Maskenpflicht: Wir müssen erkennen, dass sich vieles, was wir als „unser Leben“ begreifen, sich nun unserer Kontrolle entzieht, Vertrautes, Sicherheiten ins Wanken geraten, Selbstverständlichkeiten/Routinen nicht mehr selbstverständlich sind…also: Im Zusammenleben einfach nichts mehr so ist, wie es einmal war.

Die Corona-Pandemie scheint – zumindest in der medialen Öffentlichkeit -  eine Krise der STADT zu sein. Ihre hohe räumliche Dichte und die große Mobilität der Bevölkerung gilt als gefährdend. Insbesondere Metropolregionen wie z.B. New York, Paris, Mailand, Madrid… waren bislang von der Pandemie besonders stark betroffen. Vergessen wird gerne, dass die Geschichte der STADT zeigt, dass sie immer schon ein ‚Hot spot‘ für pandemische Entwicklungen war – sei es für Pest, Cholera, Typhus oder in der näheren Vergangenheit die Spanische Grippe, und immer ist das städtische Leben weitergegangen.

Die historische (europäische) Stadt war auf Dichte, Vielfalt und Diversität angelegt, jetzt gelten gerade Nähebeziehungen als heikel, als potentiell gefährlich. Physische Distanzierung (nicht zu verwechseln mit sozialer Distanzierung) ist zurzeit – neben Hygieneregelungen - einer der wichtigsten präventiven Maßnahmen (unterstützt z. B. durch die Kampagne #WirBleibenZuhause) gegen die Corona-Pandemie. Der (selbstgewählte oder zwangsweise verordnete) Rückzug in die Isolation, in die Privatheit der eigenen Wohnung oder des Hauses, ins Homeoffice und/oder HomeSchooling oder gar die Flucht aus der Stadt in die Peripherien, ins ländliche Umfeld… können das dauerhafte Lösungen sein? Sicherlich nicht, denn in unseren europäischen/westlichen Vorstellungen von Urbanität bzw. eines urbanen Lebens geht es um mehr als nur die vielfältigen Funktionen und Infrastrukturen, die STADT bereithält: Erst im Spannungsfeld von Öffentlichkeit und Privatheit, von Individualität und Gemeinschaftlichkeit, Freiheit und Solidarität, zivilgesellschaftlichem Engagement und politischer Partizipation… kristallisiert sich urbanes Leben in einer lebenswerten wie auch lebendigen STADT heraus.

Nun ist eine Krise nicht nur der Höhepunkt einer gefahrvollen Entwicklung, sondern auch der Wendepunkt, die entscheidende Wende zum Guten wie zum Schlechten. Nicht zuletzt zeigen sich in der STADT in Zeiten von Pandemien wie in einem Brennglas die Herausforderungen und Konfliktlinien des urbanen Zusammenlebens zwischen Jung und Alt, den Geschlechtern, Lebenswelten und Kulturen.

Es an der Zeit, unser Verhältnis zu (staatlicher) Politik und Kultur, Wirtschaft und Arbeit (in ihrer Wertigkeit / gesellschaftlichen Bedeutung) zu überdenken; dies gilt im Besonderen auch für den Umgang mit neuen Technologien (Stichwort: Technikgläubigkeit) und mit der Natur. Hier eröffnen sich Chancen, nicht nur STADT radikal zu verändern, sondern sich zugleich Grundfragen menschlicher Existenz wie Freiheit/Selbstbestimmung, Verantwortung / Gemeinwohlorientierung / Solidarität im Kontext weltumspannender Bedrohungslagen zu stellen. Ziel: Sowohl STADT als auch ihre Gesellschaften ‚krisenfest‘ machen – sei es gegen Pandemien, (Natur-)Katastrophen oder aber den Klimawandel.

Das Seminar wird sich – ausgehend von empirischen Beobachtungen und Erfahrungen der Teilnehmenden und gegenwärtigen öffentlichen Debatten -  mit den spürbaren Auswirkungen von Restriktionen im STADTraum und der Begrenzung und Reduktion des täglichen Lebens beschäftigen. Dabei stützt sich das Seminar auf erste Erkenntnisse interdisziplinär angelegter  Coronafolgeforschungen. Als ‚work in progress‘ angelegt, geht es weitergehend darum, bereits formulierte Lösungsverschläge und nachhaltige Strategien auf ihre Potentiale für ein verantwortungsvolles und ‚gutes Leben aller‘ auszuloten.

Literatur:

Für das Seminar wird eine Textsammlung in Form eines Readers zur Verfügung gestellt.

Dozentin:     Dr. Ursula Dreyer

Zeit:             Montag, 10:00 s.t. - 11:30 Uhr

Veranstaltungsart:   Online-Seminarreihe

Kontakt

Nicole Lehmkuhl
Maike Truschinski
Jaroslaw Wasik

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