(AKAD04) Bibel & Lyrik - Bibel & Belletristik (II)

Im SoSe 2022 haben die belletristischen Rückbezüge einen deutlichen Akzent auf das Alte Testament gelegt. Es sei nur an die Verfilmung der Familiensaga (1952) des amerikanischen Nobelpreisträgers (1962) John Ernst Steinbeck, East of Eden (1953) in ihrer Wechselbeziehung zu der biblischen Geschichte von Kain und Abel erinnert. Oder an das Schöpfungsauftrag des Menschen (1.Mose1,27-28) in der Beziehung zu der Tragikomödie Friedrich Dürrenmatts Die Physiker – verfilmt 1964.
In diesem Wintersemester befasse ich mich mit den biblischen Rückbezügen der Lyrikerinnen und Lyriker – ins besondere unter anderen mit Ingeborg Bachmann, Nelly Sachs, Rainer Maria Rilke und Paul Celan – und mit dem französischen Literaturpreisträger André Gide (1947) und seiner Rückkehr des verlorenen Sohnes. Das sind nur einige der literarischen Größen, die drankommen.
Für unsere Vorgehensweise gilt weiterhin die klare Gegenüberstellung von Bibeltext < > Literaturtext in ihrer Wechselbeziehung:
- Der Heiligen Schrift des Christentums, der Bibel, der kleinen Bibliothek der 39 Bücher des Alten und der 27 Bücher des Neuen Testaments.
- Mit der großen Bibliothek der Jahr für Jahr wachsenden Literatur der Erzählungen und Romane. Ich zähle zu der Belletristik –- der schöngeistigen Literatur, deren Begriff (Belles Lettres) im 18. Jahrhundert in Frankreich aufgekommen ist – die Lyrik und die Dramaturgie (Komödie, Schauspiel, Tragödie) hinzu.
Der Glaubenskanon der Bibel - das Verzeichnis des zu der christlichen Bibel wie zu der hebräischen Bibel der Juden jeweils gehörenden Schriftguts – ist im 3. Jahrhundert endgültig abgeschlossen und steht damit fest. Die Bücher liegen alle vor.
Das belletristische Schriftgut dagegen kennt einen Qualitätskanon der Literaturpreise, mit denen Bücher ausgezeichnet werden, die jedes Jahr bis zu dem Nobelpreis für Literatur hinreichen.
Der besondere Reiz besteht darin, die Autorinnen und Autoren einmal auch zeitgeschichtlich und biographisch miteinander zu vergleichen. Bei der Gegenüberstellung lässt sich wahrnehmen, wer, wo und wann, wieweit und auf welche Weise die Literatur biblischer Stellen aufnimmt und verarbeitet hat. Das heißt Namen nennen, Fund- und Zeitorte zu erkennen, geschichtliche Hintergründe zu klären; und das in der Bibel ebenso wie in der Belletristik. Darauf freue ich mich jetzt schon.
Das Wintersemester fällt in besonders bedachte Zeiträume – den Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Totensonntag, das Ende des Kirchenjahres und in den Anfang eines neuen Jahres, die Advents- und Weihnachtszeit. Der Gegenüberstellung der sehr unterschiedlich hörbaren Wortlaute (CD) und lesbaren Wort-Texte (Arbeitsblätter) folgt eine Vergleichsdauer – die sorgfältige hörund sehbare Inaugenscheinnahme, der das Verstehen und die Interpretation folgen; und nicht erst letztlich der reiche Erkenntnisgenuss.


Dozent:    Dr. theol. Klaus Dirschauer
Zeit:     Mittwoch, 09:30 s.t. - 11:00 Uhr (ab 26. Oktober 2022)
Hinweis:    Teilnehmerbegrenzung: 40 Personen in Präsenz
Veranstaltungsart:    hybrid, in Präsenz (Akademie, Zentralbereich, Raum B 0770) oder wahlweise Online-Teilnahme

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