(AKAD11) Wilhelm Reich und die Massenpsychologie des Faschismus (1933)
Der österreichische Psychoanalytiker Wilhelm Reich (1897-1957) gilt als enfant terrible sowohl der Psychoanalyse als auch der Kommunistischen Parteien Österreichs und Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg. Sein Text Massenpsychologie des Faschismus verlängert Freunds Massenpsychologie in einen explizit politischen Kontext hinein und versucht eine Verbindung von Psychoanalyse und Marxismus.
In acht Kapiteln zu den Themen: Die Ideologie als materielle Gewalt, Die Familienideologie in der Massenpsychologie des Faschismus, Die Rassetheorie, Die Symbolik des Hakenkreuzes, Die sexualökonomischen Voraussetzungen, Die Kirche als internationale sexualpolitische Organisation des Kapitals, Die Voraussetzungen der sexualpolitischen Praxis im antireligiösen Kampf, Einige Fragen der sexualpolitischen Praxis entwickelt Reich eine Theorie des autoritären Charakters. Diese wird dann von Erich Fromm aufgenommen und später auch von Theodor W. Adorno und weitergeführt. Trotz einer berechtigten Kritik an Reichs Ansatz und an seiner Person überwiegen die wichtigsten Erkenntnisse in seinem Text die Skepsis.
Reich beschriebt auf geradezu gespenstische Weise aktuell die Voraussetzungen für das Aufkommen autoritärer Regime wie die neuen internationalen Faschistischen Bewegungen in Ungarn, der USA, Brasiliens oder auch der AfD in Deutschland.
Der Text soll gemeinsam kritisch gelesen und kommentiert werden.
Literatur:
Es gibt in archive.org ein Faksimile der Originalausgabe von 1933. https://archive.org/details/Reich_1933_Massenpsychologie_k
Seit 2020 existiert auch eine Neuausgabe des Originaltextes im Psychosozialverlag, herausgegeben von Andreas Peglau.
https://psychosozial-verlag.de/pdfs/leseprobe/9783837929409.pdf
Weitere Lektüre von Wilhelm Reich: Rede an den kleinen Mann https://archive.org/details/WilhelmReichKleinerMann
oder von Erich Fromm: Zum Gefühl der Ohnmacht (Zeitschrift für Sozialforschung VI (1937), S. 95-118) können mit hinzugenommen werden.
Dozent: Prof. Dr. Wolfgang Bock
Termine: donnerstags, 15.10.2026 - 28.01.2027
Zeit: 12:00 (s.t.) bis 13:30 Uhr
Veranstaltungsart: hybrid, in Präsenz (Akademie, Raum B 1300) oder wahlweise Online-Teilnahme
Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 22 Personen in Präsenz
- Diese Veranstaltung wird aufgezeichnet -
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