(AKAD12) Römische Relief-Sarkophage: Trauer und Trost
In der antiken Gesellschaft hat man sich mit dem Thema Tod und Verlust vielfach im Rahmen der griechischen Mythologie auseinandergesetzt. Ab dem 2. Jh. n. Chr. kommt es im ganzen Römischen Reich in Mode, sich in prunkvollen, mit Reliefs verzierten Sarkophagen bestatten zu lassen. Diese standen oft in aufwendigen Grabbauten.
Der überwiegende Teil der unzähligen erhaltenen Sarkophage ist mit Darstellungen griechischer Mythen verziert. Die Themen reichen von Achill über Dionysos, Endymion, Meleager, Herakles, Orest bis Phädra etc.
Die Szenen – eindrucksvolle Bildhauerarbeiten – sind neben der reinen Mythengeschichte Allegorien zu den Themen Trauer oder positiver Jenseitserwartung (Glücksvisionen). Mythen wirkten hier als Lebenshilfe und Statussymbol und waren zugleich Bildungsgut, sie boten Identifikationsmuster und einen Wertekanon.
Die Veranstaltung macht mit den Inhalten der griechischen Mythen vertraut und vermittelt das „Lesen“ der Reliefbilder. Der Vergleich mit der griechischen Kunst und Literatur zeigt, dass die Akzentuierung des Mythos auf den römischen Sarkophagen häufig etwas abgewandelt ist. Daneben verfolgen wir die stilistische Entwicklung und die Veränderung der Themenauswahl bis um 230 n. Chr., dem Ende der Produktion mythologischer Sarkophage, mit einem Ausblick auf die sich anschließenden christlichen Sarkophage und auf die Wiederverwendung heidnischer Sarkophage im Mittelalter und Neuzeit.
Dozentin: Dr. Luise Seemann
Termine: montags, 13.04. - 06.07.2026
Zeit: 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr
Veranstaltungsart: hybrid, in Präsenz (Akademie, Raum B 0660) oder wahlweise Online-Teilnahme
Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 40 Personen in Präsenz
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