(AKAD13) Alexander von Humboldt und Georg Forster - zwei außerordentliche Forscher des 18. Jahrhunderts - mit bourdieuschem Blick wahrgenommen

Es lohnt, beide Forscherleben zu vergleichen,  es lohnt auch, zu hinterfragen, warum Georg Forster nach seinem Tod über Jahrhunderte in Deutschland „vergessen gemacht“ wurde, weil er die falsche Gesinnung hatte.  Denn  Robert Forster hat den Naturbegriff, die Natur als lebenden Organismus zu betrachten geprägt.  Das  wurde von Humboldt aufgegriffen. Forster nahm die Natur sinnlich war,  diese Sinnlichkeit prägte seine Forschungsergebnisse.

Die große Weltumseglung Forsters und die damit einhergehenden Erkenntnisse unterschieden sich fundamental von Humboldts Forschungsreisen. Während der dreijährigen Seereise waren die Reisenden gerade mal ein halbes Jahr an Land, wenig Zeit also, die immensen neuen Eindrücke aus bisher unbekannten Welten in wissenschaftliche Erkenntnisse zu verwandeln.

Humboldt dagegen hatte bei seiner Reise durch Lateinamerika fast drei Jahre zu Fuß, per Pferd und Maultier sehr viel mehr Zeit, Unbekanntes aufzunehmen und festzuhalten. Er war zunächst vor allem fasziniert von unzähligen Messungen, erweiterte aber die „nüchternen“ Zahlen und Fakten um sinnliche Beobachtungen und Betrachtungen, wie er es von Goethe und Forster in Gesprächen, Briefen und Lektüre ihrer Werke aufgenommen hatte.

Im Seminar werden wir uns auch mit den völlig unterschiedlichen Bildungswegen der beiden Forscher befassen. Die Theorie Pierre Bourdieus wird den erkenntnistheoretischen Hintergrund bilden. Selbstverständlich werden die beiden Biographien nicht abgekoppelt von den wissenschaftlichen Leistungen die die beiden Forscher erbracht haben. Leben und Werk sind bei beiden Persönlichkeiten eng miteinander verzahnt.

Diejenigen, die sich schon in den Herbstvorträgen mit Georg Forster befasst haben, werden noch tiefer in sein Leben und Werk eingeführt.

Literatur:

Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede, Frankfurt a.M. 1987
Ulrich Enzensberger, Georg Forster. Ein Leben in Scherben, Frankfurt a.M. 1996
Jürgen Goldstein, Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt, Berlin 2016
Klaus Harprecht, Georg Forster oder die Liebe zur Welt, Reinbek 1990
Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt, Reinbek 2005
Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur


Dozentin:          Dr. Monika Thiele
Zeit:                   Montag, 12:00 s.t. - 13:30 Uhr
Veranstaltungsart:       Online-Seminar

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