(AKAD13) Edgar Wind: „Kunst und Anarchie. The Reith Lectures 1960“
Der Berliner Kunsthistoriker Edgar Wind (1900-1971) war Schüler von Ernst Cassirer und der erste Assistent von Erwin Panofsky. Er gehörte zu der Gruppe von deutschen Kunsthistorikern, die mit der Bibliothek Warburg 1933 nach England gegangen sind. Er lehrte als Professor in Oxford und war mit Theodor W. Adorno befreundet. Zusammen mit seinen Kollegen Ernst Gombrich oder Rudolf Wittkower prägte er nachhaltig den Kunstdiskurs in England und den USA.
Der Text, den wir besprechen wollen, besteht aus sechs Radiovorträgen, die Wind 1960 in der BBC gehalten hat. Er greift dort in verständlicher Form die großen Themen der Kunstgeschichte und der ikonologischen Methode zur Bedeutung von Kunstwerken auf. Folgende Zusammenhänge beschäftigen ihn:
1. Kunst und Politik;
2. Reine Kunst und Kontexte in anderen Wissenschaften;
3. Kritik der Kennerschaft;
4. Angst vor dem Wissen;
5. Mechanisierung der Kunst;
6. Der Wille zur Kunst.
Wind drückt sich verständlich aus und es gelingt ihm, seine Themen genau darzustellen. Er steht damit in einer Reihe nicht nur der Warburg Schule, sondern auch verwandter philosophischer Kunstkritiker wie Walter Benjamin, Siegfried Krakauer, Siegfried Gideon oder auch Theodor W. Adorno.
Durch seine Überlegungen zum Experiment in der Wissenschaft und zum angelsächsischen Pragmatismus schaut er überdies über den Tellerrand der Kunstgeschichte hinaus in andere Wissenschaftsdisziplinen.
Der Vorteil bei der Beschäftigung mit Wind liegt daran, dass sie einen originellen Neueinstieg in Themenkreis zum Verhältnis von Kunst und Gesellschaft erlaubt.
Literatur:
Edgar Wind: „Kunst und Anarchie. The Reith Lectures 1960“, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1994
und Sekundärliteratur.
Dozent: Prof. Dr. Wolfgang Bock
Termine: dienstags, 07.04. - 07.07.2026
Zeit: 14:00 (s.t.) bis 15:30 Uhr
Veranstaltungsart: hybrid, in Präsenz (Akademie, Raum B 0770) oder wahlweise Online-Teilnahme
Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 50 Personen in Präsenz
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