(AKAD18) Deutsche Literatur um 1900 - Kunst- und Literaturgeschichte der Moderne (5)

In der Zeit zwischen 1890 und 1920 entstehen, beeinflusst von der französischen und skandinavischen  Literatur  der Zeit, die ersten Werke der modernen deutschen Literatur. In der gleichen Zeit entstehen auch die ersten Werke der modernen bildenden Kunst (Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch) und der modernen Musik (Arnold Schönberg). Wie zumeist bei neuen historischen Ereignissen liegen deren Anfänge aber weiter zurück. So beginnt auch die Geschichte der modernen Kunst über einhundert Jahre früher mit den neuen Ideen einer autonomen Kunst bei Karl Philipp Moritz und Immanuel Kant. Diese Autonomie führte dann um 1900 zur Abstraktion und Gegenstandslosigkeit in der bildenden Kunst, zur Atonalität und Zwölftontechnik in der Musik und zum inneren Monolog und zur Montage in der epischen Literatur.

Die Zeit der beginnenden modernen Kunst ist auch die historische Phase des Hochkapitalismus (1880-1914), in welcher der Warenfetischismus, wie Karl Marx in der Mitte des 19. Jahrhunderts das wirtschaftliche Tauschprinzip bezeichnete, alles zur Ware werden ließ, auch den Menschen. Aus dieser historischen Situation eines sich entfaltenden Kapitalismus mit einer zunehmend alle gesellschaftlichen Bereiche beherrschenden Warenwirtschaft entstand der neuen, der modernen Kunst, eines ihrer wichtigsten Themen: die Entfremdungserfahrung des Menschen durch seine Arbeit („Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihr als ein fremdes Wesen, als eine von dem Produzenten unabhängige Macht gegenüber.“). Durch eine, mit der Romantik beginnende und im Verlauf des 19. Jahrhunderts zunehmende Aufklärungskritik, die bei Friedrich Nietzsche zu einer Kritik des begrifflichen Sprechens und Denkens wird, entsteht ein weiteres, für die Literatur der Moderne bestimmendes Thema, das auch für die Literatur des 20. Jahrhunderts von Bedeutung bleibt. Ein drittes, die Lehre vom Unbewussten, wird durch Schopenhauers Beschreibung eines unerkannt wirkenden und die Welt und den Menschen beherrschenden Willens, womit er Sigmund Freuds Lehre vom Unbewussten vorwegnimmt, initiiert.


Dozent:             Dr. Karl Heinz Wölke
Zeit:                   Dienstag, 16:00 s.t. - 17:30 Uhr
Hinweis:         Teilnehmerbegrenzung: 30 Personen in Präsenz
Veranstaltungsart:       hybrid, in Präsenz (Akademie, Raum B 0660)
oder wahlweise Online-Teilnahme

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