(AKAD23) Nietzsches tanzender Zarathustra – über das Leibwerden des Logos

Nietzsches tanzender Zarathustra wirft bis heute kontroverse Diskussionen auf. Abseits der klassischen Religionskritik berührt das Werk fundamentale, große Fragen der menschlichen Existenz: Wie gehen wir mit dem ständigen Wandel um? Wie finden wir Wahrheit im Chaos? In poetisch-erzählender Weise beschreibt Nietzsche eine genealogische Geschichte über den Werde-Gang der Menschen.

Das Werk fordert heraus, sich der unerschöpflichen Mehrdeutigkeit des Lebens zu stellen. Es wirft die Frage auf, ob das, was kritisiert wird, auch selbst durchlebt werden muss, um zu reifen?
Die zentrale Rolle für diesen Weg der Erwachung spielt Nietzsches Logos-Verständnis sowie dessen Leibwerdung, die er vornehmlich an der Gestalt des Tanzes chiffriert. Damit holt er das Paradies vom Himmel auf die Erde in die Gegenwart.  Er stellt die Weichen für ein Denken, das über sich hinauswächst, sodass die Welt nicht mehr als vom Menschen getrennt erscheint, sondern als die Verlängerung des eigenen Leibes.

 

Literatur:
KSA 4, Kritische Studienausgabe (1980): Nietzsche, Friedrich: Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle oder Keinen. Colli, Giorgio und Montinari, Mazzino (Hrsg.) Berlin: De Gruyter kritische Studienausgabe.

Ausgabe auch kostenfrei online zugänglich unter:
http://www.nietzschesource.org/

 

Anna-Lena Cohrs promoviert im Fach Philosophie an der Universität Bremen bei Prof. Dr. Dr. Norman Sieroka. Ihre Forschungsschwerpunkte bewegen sich an den Schnittstellen von Ontologie, Phänomenologie und Erkenntnistheorie, mit besonderem Fokus auf den Parametern: Tanz, Zeit, Raum, Leib, Rhythmus, Denken, Logos (Heraklit), Traum und Wirklichkeit.
 


Dozentin:                       Anna-Lena Cohrs

Termine:                   mittwochs, 14.10.2026 - 27.01.2027

Zeit:                            14:00 (s.t.) bis 15:30 Uhr

Veranstaltungsart:   in Präsenz (Akademie, Raum B 0770)

Hinweis:   Teilnehmerbegrenzung: 50 Personen

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