(AKAD26) Indianische Realität

Nach Ankunft der Europäer schienen die Indianer in Nordamerika dem Untergang geweiht. Eingeschleppte Krankheiten, Kriege und Umsiedlungen dezimierten die indianische Bevölkerung. Nach der militärischen Unterwerfung der Stämme sperrte man die überlebenden Indianer in Reservationen ein, wo sie sich amerikanischen Lebensformen anpassen sollten. Hunderttausende Indianerkinder wurden von ihren Familien getrennt und auf Internatsschulen geschickt, in denen sie ihre Muttersprache nicht gebrauchen und ihre Traditionen nicht ausüben durften. Der Assimilationsdruck seitens der anglo-amerikanischen Gesellschaft hatte eine starke Verarmung in allen Lebensbereichen zur Folge und führte zur Auflösung traditioneller Wertesysteme.

Ende der 1960er Jahre fanden im indianischen Nordamerika einschneidende Veränderungen statt. Es waren vor allem jene, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den Schulen und Universitäten der Kolonisatoren ausgebildet worden waren, die ihre Stimme erhoben und Rechte für ihr Volk einforderten, die man längst aufgegeben glaubte. Ihre Führer wurden zu Gallionsfiguren eines neuen Selbstbewusstseins, das nun häufig auch panindianische Züge annahm. Mit spektakulären Aktionen wie der Besetzung der Ortschaft Wounded Knee im Jahr 1973 durch das American Indian Movement begann für die Indianer in Nordamerika eine Zeit der kulturellen Rückbesinnung und des Widerstands gegen Assimilierung.

Obwohl sich ihre Lage in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert hat, ist das Leben vieler Indianer nach wie vor von Armut und Diskriminierung geprägt. Laut Statistik leiden sie noch immer stärker als die weißen Amerikaner unter Alkoholismus, Diabetes und anderen physischen und psychischen Problemen, die oft eine Folge der sozialen und kulturellen Entwurzelung vergangener Jahrzehnte darstellen. Doch ihr Widerstand ist ungebrochen, sie schließen sich zusammen und klagen vor internationalen Gremien ihre Rechte ein. Im Zentrum stehen dabei der Kampf um Landrechte, die Ressourcen-Ausbeutung auf tribalen Territorien und die Gefährdung heiliger Plätze.

Anhand von Vorträgen, Dokumentarfilmen (z. T. in englischer Sprache) und Führungen im Übersee-Museum beschäftigen wir uns mit den Auswirkungen der europäischen Einwanderung auf die nordamerikanischen Indianer und ihrer heutigen Lebensrealität in den USA und Kanada. Zu den behandelten Themen gehören u. a. Leben im Reservat, indianische Schulen, Spiritualität, Kunst und Kunsthandwerk sowie Umweltschutz und indigene Rechte.


Dozentin:          Dr. Claudia Roch
Zeit:                   Dienstag,, 16:15 s.t. - 17:45 Uhr
Hinweis:         Teilnehmerbegrenzung: 25 Personen
Veranstaltungsart
:       nur in Präsenz: Akademie, Raum B 0770 - einige Veranstaltungen sollen auch im Übersee-Museum stattfinden.
Für den Eintritt ins Übersee-Museum wäre eine einmalige Entrichtung von 8,- Euro für das gesamte Semester erforderlich.

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