(AKAD29) Transformierte Landschaften - Natur und Landschaft in der Kunst

Gilles Clement definierte „Landschaften“ als einen Gegenstand, der auf keine allgemeingültige Definition zu bringen sei. Vielmehr gebe es so viele Landschaften einer Gegend, wie es Individuen gibt, die sie deuten“. Demgegenüber zielt der Begriff „Umwelt“ auf einen zwar schwer fassbaren, von schwankenden Parametern und variablen Daten bestimmten, aber grundsätzlich objektivierbaren gesellschaftlichen Raum. So wie sich in dieser Umwelt vielfältige soziale, ökonomische, politische Spuren historisch überlagern, so setzten sich unsere Landschaftsvorstellungen aus subjektiven Empfindungen, Erleben und gemeinsam geteilten kulturellen Vorprägungen zusammen.
In der Veranstaltung „Transformierte Landschaften“ soll es mit den Mitteln der Kunstgeschichte um das faszinierende Zusammenspiel dieser bewegten Räume gehen. Das betrifft gerade auch die Visualisierungen jener von Humboldt einmal als „Totaleindruck“ bezeichneten immateriellen Landschaftswahrnehmungen auf einem Leinwandbild, ihre im Lauf der Jahrhunderte wechselnden „optischen Brillen“ und sinnliche Spuren. Welche Hinweise geben die Bilder auf Wandlungen des jeweiligen Weltbezugs, auf neu auftauchende ästhetische Erlebnisqualitäten, Projektionen, Ängste?
Können die dargestellten Bildelemente -Wasser Berge, Bäume- gleichsam eine Kulturgeschichte der „Natur“ bergen? Spricht sie als Milieu, als „vivant alentour“, als ein „Lebendiges ringsherum“, zeigt sie sich als rationales System oder als floatendes Energiefeld, als beherrschtes Territorium, als Ressource oder eher als immersiver Bereich? Wirkt sie Horizont erweiternd, als Landschaftstheater, als vulnerabler Schmutzraum? Gibt es eigene Zeiten der Berge, des Wassers, des Himmels?
Unter kunsthistorischer Perspektive dokumentieren die fortdauernden Transformationen der Landschaften vom Mittelalter, über die Renaissance, dem dunklen 17. Jahrhundert bis hin zur Moderne das Spiel der Wechselwirkungen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Kräften, eröffnen Reflexions- und Möglichkeitsräume. Die heutige Kunstszene zielt gerade in der „Bio-Art“ mit ihren metamorphen Darstellungen von Pflanzen, Dingen und Menschen auf die Beziehung zwischen Individuum, Technik und Körper ab und weist so auf Chancen und Gefahren unseres Natur-Umgang hin.


Dozentin:          PD Dr. Ruth Wöbkemeier
Zeit:                   8 x Dienstag, 14:00 s.t. - 15:30 Uhr
Termine:           01.11. + 08.11. + 22.11. + 29.11. + 06.12. + 13.12. + 20.12.2022 + 10.01.2023, 
(nicht am 15.11.2022, 03.01.2023)
Veranstaltungsart:       Online-Seminar

 

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