(AKAD35) Qumran und die Schriftrollen am Toten Meer - Bedeutende Funde und Entdeckungen der Archäologie (3)

Die antiken Schriftrollen, die zwischen 1947 und 1956 in den Höhlen oberhalb der Ruinenstätte Khirbet Qumran am Toten Meer aufgefunden wurden, gelten als die ältesten Handschriften biblischer Zeit. Sie werden heute im «Schrein des Buches» in  Jerusalem als das bedeutendste kulturelle Erbe des Staates Israel aufbewahrt. Die Kuppel des Schreins bildet die Deckel der Tonkrüge nach, in denen die Rollen gefunden wurden. Die  Auffindung dieser Manuskripte war nicht nur eine Sternstunde der Archäologie, sondern der Beginn eines außerordentlich spannenden Krimis zwischen Kunstraub und Spekulationen, die bis heute kontrovers diskutiert werden.

Eine der wichtigsten Überlegungen galt den Verfassern dieser Texte und dem geheimnisvollen Ort der Auffindung, einer Gegend des Großen Salzsees, der mit dem biblischen Sodom und Gomorrha in Verbindung gebracht wurde, und bereits den antiken Autoren wie Flavius Josephus oder Plinius d. Ä. bekannt war. Hier lebte und arbeitete um die Zeitenwende eine der vielen jüdischen Sekten, die das Ende der Zeit erwarteten. Sie wurden mit den tiefreligiösen Essenern in Verbindung gebracht, deren oberstes Gebot die Reinheit von Leib und Seele war, darüber hinaus Gewaltlosigkeit und Nächstenliebe, wie sie aus der Bergpredigt bekannt sind. Kein Wunder also, dass versucht wurde, Jesus von Nazareth als einen der ihren zu erkennen. Diese These ist unzutreffend, weil Jesus kein Essener gewesen sein kann, denn seine Lehren stimmten nicht mit der Lebensweise der Essener überein.

Der israelische Archäologe Yizhar Hirschfeld lenkte deshalb die Aufmerksamkeit von der theologischen Problematik auf die archäologischen Ausgrabungen, nach deren Befunden Qumran ehemals ein großes Landgut bzw. ein florierender Handelsplatz  war, – wie seit langer Zeit im Orient bekannt. Diesem Ansatz folgt die geplante Veranstaltung. Sie beschäftigt sich darüber hinaus mit den archäologischen Stätten am Rande des Toten Meeres und der historischen Landschaft, die in der Antike keineswegs dem heutigen Wüstencharakter entsprach. Zwischen Jericho, dem Jordantal und den Dattelplantagen des Südens erstreckte sich ein fruchtbarer Landstrich mit Handelsverbindungen ins Land der Nabatäer, zu den Städten am Ostufer des damals noch schiffbaren Toten Meeres – eine lebendige Kultur- und Kunstlandschaft, die es wieder neu zu entdecken gilt.


Dozentin:          Dr. phil. Helke Kammerer-Grothaus
Termine:           2 x Freitag, 20.01. + 03.02.2023
Zeit:                   10:00 s.t. - 12:00 Uhr
Hinweis:         Teilnehmerbegrenzung: 40 Personen in Präsenz
Veranstaltungsart:       hybrid, in Präsenz (Akademie, Raum B 0770)
oder wahlweise Online-Teilnahme
Entgelt als einzelne Buchung:
35,-
Euro (wenn Sie diese Veranstaltung als einzige im gesamten Wintersemester 2022/23 belegen)

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