(AKAD36) Von der Landschaftskunst zum planetarischen Garten
Kunstdiskurse im Wandel
Kann die Kunst als Medium der Sinne, als Hort kultureller Zeichen und als kollektives Traumreservoir angesichts Klimakrise und schwindender Biodiversität unser überkommenes Naturverhältnis inspirieren bzw. verändern?
„Denn wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur. Wer sie herausreißt, der hat sie“. Dieser Satz Dürers weist - von heute her gesehen - auf das dichte Geflecht, in dem unsere Wahrnehmungen und Handlungen damals wie heute eingebettet sind: Wir stecken inmitten lebendiger Habitate und kultureller Umgebungsräume. Tatsächlich lohnt es sich, gerade an den Bildern früherer Zeiten – lange vor dem Industriezeitalter - den Art und Weisen dieses unhintergehbaren Zusammenhangs mit Natur nachzuspüren. Der aktuelle kunstwissenschaftliche Diskurs hat sich um eigene neue Ansatzpunkte für diese heute relevanten Fragen und Diskurse erweitert. Die Veranstaltung verbindet solch geschärften kunsthistorischen Rückblick auf vergangene Kunst-Epochen mit exemplarischen ästhetischen Positionen der Gegenwart.
Gilles Clements schöne Metapher vom „planetarischen Garten“ kann als ein utopischer Resonanzraum für die vielfältigen heutigen künstlerischen Versuche und Aufbrüche gelesen werden, unsere Umwelten gleichsam ebenso sinnbildhaft in ihrer Begrenztheit und Pflege zu reflektieren. Tatsächlich tauchten, zwar abseits vom breiten Bilderstrom der Moderne, aber fast zeitgleich mit dem Bericht des Club of Rome über die Begrenztheit unserer Ressourcen ungewohnte bzw. neue Darstellungsformen in der Kunstszene auf. Wie sahen diese ästhetischen Ansätze aus? Welche Sujets wählte man, welche Darstellungspraktiken erprobte man und welche ungewohnten Kooperationen ging man ein, um das Feld der Landschaftskunst, ihrer in der Moderne eingefrorenen Imaginationen medial und räumlich aufzubrechen? Darum geht es im zweiten Teil der Veranstaltung. Wir thematisieren exemplarische Positionen seit den 70er Jahren, gleichsam von Beuys bis zur Bio-Art. Egal ob installativ oder medial, ob konzeptionell oder projektorientiert in den Methoden, die Akteur/innen der Kunstszene reflektieren und umspielen Zusammenhänge zwischen anthropogenen, biologischen, geologischen und klimatischen Prozessen. Aufs Ganze gesehen, entfalten die Werke ein inspirierendes Möglichkeitsfeld unserer Lebensräume.
Dozentin: PD Dr. Ruth Wöbkemeier
Termine: 8 x donnerstags,
- 22.10., 29.10., 05.11., 19.11., 26.11., 10.12.2026, 07.01., 14.01.2027
Zeit: 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr
Veranstaltungsart: hybrid, in Präsenz (Akademie, Raum B 1300) oder wahlweise Online-Teilnahme
Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 22 Personen in Präsenz
Entgelt als einzelne Buchung: 90,- Euro (wenn Sie diese Veranstaltung als einzige im gesamten Wintersemester 2026/27 belegen)
Kontakt
Wir sind für Sie da:
Nicole Lehmkuhl
Maike Truschinski
Jaroslaw Wasik
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Zentralbereich / Raum B0670
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