(AKAD44) Zur Geschichte des Bergbaus in Deutschland

Erz, Salz und Kohle machten Deutschland reich. Die gewaltige Strahlkraft der großen Bergbauzentren im Erzgebirge, Harz, Saarland und dem Ruhrgebiet bestimmte über Jahrhunderte die wirtschaftliche Entwicklung dieser Schlüsselregionen. Bis heute wird an der Entstehung von Lagerstätten, ihrer Mineralien und Gesteine geforscht. Wir wollen einige geologische Aspekte des Bergbaus im Rahmen der Vorträge exemplarisch kennenlernen. 

Bergbau beginnt mit Geologie. Gesteine, Mineralgänge, Verfärbungen, alte Funde oder natürliche Aufschlüsse gaben den Bergleuten Hinweise auf mögliche Lagerstätten. Bevor ein Stollen in die Tiefe gebaut wurde, musste es zwingende Argumente auf nutzbare Rohstoffe im Untergrund geben. Damit kommen wir auch zu den historischen Wurzeln des Bergbaus, wie dem Steinsalz um Halle, den Kupfer- und Buntmetallen um Mansfeld und Ilmenau, den Erzvorkommen im Harz und Erzgebirge, oder den Goldvorkommen am Fichtelgebirge. Da Metalle, Mineralien, Kohle und weitere Bodenschätze am Anfang vieler technischer Entwicklungen stehen, steht der Bergbau oftmals auch am Anfang vieler Wertschöpfungsketten.

Deutschlands Bergbaugeschichte läßt sich über mehr als 2.500 Jahre nachverfolgen: es begann mit der Salz- und Kupfergewinnung der Kelten (um 600 v. Chr.), gefolgt von den innovativen Römern (Entwässerungssysteme und Eisenwerkzeuge). Der mittelalterliche Silberboom lässt sich in Sachsen ab dem 12. Jahrhundert durch den Wandel vom Oberflächenabbau zum komplexen untertägigen Ingenieurbau nachverfolgen. Später sorgten systematische Beschreibungen von Bergbaumaschinen und Entwässerungssystemen (Agricola 1556) zur Etablierung grundlegender ingenieurtechnischer Prinzipien. Mit den dampfbetriebenen Pumpenmaschinen im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert wurde die Förderkapazität grundlegend umstrukturiert und ermöglichte den Bergleuten in tiefere Erzlagerstätten vorzustoßen, die zuvor durch Grundwasser nicht nutzbar waren. Zwischen 1815 und 1870 wuchs die industrielle Kohleförderung exponentiell und trieb Eisenhütten, den Eisenbahnbau und die chemische Industrie einer riesigen Region, dem Ruhrgebiet, an. Der Steinkohlebergbau endete hier 2018. Heute liegt der Fokus auf der Rohstoffsicherung, neuen Technologien und dem Umweltschutz.
 


Dozent:                    Prof. Dr. Jochen Kuss

Termine:                3 x freitags, 27.11. + 04.12. + 11.12.2026

Zeit:                        10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr

Veranstaltungsart:  hybrid, in Präsenz (Akademie, Raum B 0770) oder wahlweise Online-Teilnahme

Hinweis:         Teilnehmerbegrenzung: 50 Personen in Präsenz

Entgelt als einzelne Buchung: 45,-Euro (wenn Sie diese Veranstaltung als einzige im gesamten Wintersemester 2026/27 belegen)

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