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(D) Einführung in die Kunstgeschichte II: Die Gotik

Künstlerische Darstellung und geistesgeschichtliche Hintergründe des Marsyas-Mythos

Ausgehend von der Île-de-France setzte sich ab ca. 1140 mit der Gotik ein neuer Stil in der Architektur und der bildenden Kunst durch. In dieser letzten großen Epoche des Mittelalters entstanden die imposanten, himmelsstürmenden christlichen Kirchen, die den großen Historiker George Duby dazu veranlassten, diese Epoche auch die "Zeit der Kathedralen" zu nennen. Ein neues Raumverständnis formulierte den Innenraum dieser Kirchen als eine vertikal betonte Raumeinheit, bei der die Auflösung und Durchlichtung der Wand mit einem komplizierten strukturellen Gerüst aus Pfeilern und Strebewerk gewährleistet wurde.

Eine genaue Epochengrenze zwischen der Romanik, der Gotik und der nachfolgenden Renaissance anzugeben, ist nicht einfach möglich: Zu verschieden waren in Europa die zeitlichen Stilentwicklungen. Während z.B. bei dem „Schöpfungsbau“ der Gotik, der Abteikirche im französischen St. Denis, der Chor und der Westbau ab ca. 1140 im neuen gotischen Stil errichtet wurden, wurde zeitgleich in Speyer der Dom in der reifen Spätphase der deutschen Romanik zu seiner monumentalen Gestalt geführt. Ähnlich verhält es sich mit dem Übergang von der Gotik zur Renaissance: Während in Italien spätestens ab 1420 die Renaissance als der nun vorherrschende Stil bezeichnet werden kann, zeigt sich das gesamte 15. Jahrhundert in Deutschland noch ausgesprochen „gotisch“. Die zeitlichen Verschiebungen und Eigenständigkeiten bedingen so eine je unterschiedliche, regional orientierte Sichtweise auf die einzelnen Entwicklungsstufen von Früh-, Hoch- und Spätgotik.

Die Gotik als ein umfassender Stil beschränkte sich nicht nur auf den Sakralbau, sondern prägte auch die profanen Bauaufgaben. Die Rathäuser sowie die Wohn- und Geschäftshäuser der Bürger dieser Zeit legen Zeugnis ab von einem wachsenden Selbstbewusstsein in den Städten und ein Erstarken der Städte und des Bürgertums, das sich zunehmend als eigene gesellschaftliche Figuration gegenüber dem Adel behauptete.

Die Vorlesung möchte in die stilistischen Entwicklungen dieser letzten großen mittelalterlichen Kunstepoche einführen. Architektur, Skulptur und Malerei werden mit signifikanten Beispielen vorgestellt, analysiert und diskutiert. Die Entwicklung der Formensprache wird hierbei in ihre gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Zusammenhänge eingebunden. 


Dozent:    Prof. Dr. Alarich Rooch

Termine:

insgesamt 12 Termine: dienstags 12:00 - 13:30 Uhr und donnerstags 10:00 - 11:30 Uhr

  • Dienstag, 23.02.2021 von 12:00 (s.t.) bis 13:30 Uhr
  • Donnerstag, 25.02.2021 von 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr
  • Dienstag, 02.03.2021 von 12:00 (s.t.) bis 13:30 Uhr
  • Donnerstag, 04.03.2021 von 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr
  • Dienstag, 09.03.2021 von 12:00 (s.t.) bis 13:30 Uhr
  • Donnerstag, 11.03.2021 von 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr
  • Dienstag, 16.03.2021 von 12:00 (s.t.) bis 13:30 Uhr
  • Donnerstag, 18.03.2021 von 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr
  • Dienstag, 23.03.2021 von 12:00 (s.t.) bis 13:30 Uhr
  • Donnerstag, 25.03.2021 von 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr
  • Dienstag, 30.03.2021 von 12:00 (s.t.) bis 13:30 Uhr
  • Donnerstag, 01.04.2021 von 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr

Entgelt:    64.- Euro

Veranstaltungsart:    Online-Seminarreihe

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