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(M) Frauenbilder - Jeanne d‘Arc und die Inszenierung von Heldinnen

Held des Alltags, Action-Hero, Superheld:  Seit Menschengedenken dienen Helden als Vor- und Leitbilder. Nur Helden? Welche Rollen spielen Heldinnen im Gedächtnis der Menschheit? Dem wollen wir in dieser Veranstaltung nachgehen.

Wir werden mit Jeanne d’Arc (1412 -1431) beginnen. Welche Attribute formen sich an ihrem Beispiel zum Bild der Heldin? Gibt es da Stereotype? Jeanne ist nicht die erste ihrer Art. Sie steht in einer Reihe wehrhafter großer Frauen, die ab dem   hohen Mittelalter in kunstvoll gestalteten Katalogen   männlichen Heroen wie Alexander oder Achill an die Seite gestellt wurden. Da finden sich die Göttinnen Minerva und Artemis, orientalische Herrscherinnen wie Semiramis, Amazonen wie Penthesilea, Prophetinnen wie Deborah und Hanna, christliche Märtyrerinnen und Heilige wie Katharina und Elisabeth. Manche Regentin ließ sich gern in solch einen Katalog aufnehmen. Diese Heroinen treten überall in Erscheinung, in der Buchmalerei, auf Fresken und auf Tafelmalerei, als monumentale Skulpturen, auf Tapisserien und auf Spielkarten. Sie wurden zu Ikonen. 
Soviel ist sicher: Diese Frauenfiguren haben nie die tatsächlichen Machtverhältnisse in einer Gesellschaft wiedergespiegelt. Was war denn dann die Funktion dieser aufwendigen Inszenierungen? Welche politische und soziale Rolle haben sie gespielt?

Christine de Pizan (1364-1429) zum Beispiel benutzte schon dieses Material, um sich gegen die Frauenverachtung zu wehren, die ihr zu ihrem Überdruss aus Romanen der Zeit entgegenschlug. Die Heroinen sollten als Modelle weiblichen Herrscher- und Rittertums gelesen werden, (das de facto nicht existierte). Mit ihrem Hauptwerk Livre de la Cité des Dames (1405) entwarf sie eine utopische Frauenwelt, die sich dieser Heldinnenbilder bediente, und löste damit einen Streit um den Wert der Frau aus, der sich in vielen Text-und Bildbeiträgen über Humanismus und Barock bis weit ins 18.Jahrhundert hinzog, eine Debatte, die später Querelle des Femmes genannt wurde, Streit der Frauen oder auch Streit um die Frauen. Dieser Streit ist noch nicht zuende.  Welche Heldinnen würden Frauen heute ins Feld führen, - Sophie Scholz, Greta Thunberg?

Die Inszenierung heldenhafter Frauen diente und dient sehr unterschiedlichen Zwecken. Für welche Ziele wurde Jeanne d’Arc eingesetzt? Wie wird sie heute im Film rezipiert? Was macht den Reiz der warrior woman in populären Filmen heute aus, kriegerisch, androgyn, wirkungsvoll Geschlechtergrenzen sprengend?


Dozentin:    OStR Ingrid Davids

Termine:    3 x freitags

  • 26.02.2021
  • 05.03.2021
  • 12.03.2021

Zeit: 12:00 (s.t.) bis 13:30 Uhr

Entgelt: 36.- Euro

Veranstaltungsart: Online-Seminar

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