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(O) Plattentektonik und Landschaften durch die Zeit: Geo-Highlights in Mitteldeutschland

Stromatolith aus der unteren Trias, Benzingerode/Harz.

Obwohl die Plattentektonik seit vielen Jahren auch in Schulplänen festgeschrieben ist, fehlt oftmals die Vorstellung, einfache Beobachtungen an Gesteinen und Strukturen in einen plattentektonischen Kontext zu bringen. Mitteldeutschland (vom Harz bis zum Erzgebirge) bietet diverse Geo-Objekte, die für verschiedene Zeitschnitte plattentektonische Szenarios widerspiegeln, obwohl es heute keine Erdbeben oder aktiven Vulkane gibt, die dies belegen könnten. Die Vorträge sollen an exemplarischen Beispielen von Gesteinen, Fossilien, Aufschlüssen und geologischen/paläogeographischen Karten aufzeigen, wie große erdgeschichtliche Landschaftsver-änderungen im plattentektonischen Kontext rekonstruiert werden. Sie sollen auch ein Raum-Zeitverständnis vermitteln, um die plattentektonisch bedingten Veränderung in der zeitlichen Abfolge zu verstehen.  

Im ersten Vortragsblock wird nach einer Einführung zu den Konzepten der Plattentektonik und den großdimensionalen Landschaften (Gräben, Ozeane, Gebirge), das Verstehen geologischer Zeitskalen diskutiert – ein grundlegendes Problem der Geowissenschaften. Oftmals sind Tausende oder Millionen Jahre in Schichtlücken (sog. Diskordanzen) verborgen, die es ermöglichen, lang andauernde platten-tektonische Prozesse besser zu verstehen (z.B. „varistische Diskordanz“ bei Saalfeld). Die afrikanische Herkunft der ältesten Gesteine Mitteldeutschlands (Kambrium), die älteste Vereisung (Ordoviz) und die ältesten Ozeane & Kontinente (Silur, Devon) werden an Hand von Gesteinen und paläogeographischen Karten visualisiert und tragen zum besseren Landschafts-Verständnis in der jeweiligen Zeitepoche bei.

Im zweiten Vortragsblock geht es um plattentektonische Bezüge des permischen Vulkanismus, dokumentiert u.a. im verkieselten Wald von Chemnitz, der eine Festlands-Epoche im unteren Perm belegt. Danach erfolgt die Überflutung des Zechsteinmeeres mit sauerstoffarmen Meeresbodensedimenten (Kupferschiefer), gefolgt von tropischen Riffen und Atollen. Ein riesiges Flachmeer im Muschelkalk (Trias) und erneute Verlandung im Keuper (Drei Gleichen) zeigen mehrfach wechselnde Landschaften. Die erste Auffaltung der Alpen folgt der Plattenkollision zwischen Afrika und Europa und zeigt Folgewirkungen auch in Mitteldeutschland mit verkippten Bruchschollen an der Finne.

Die anhaltende alpine Kollision führt im Tertiär Mitteldeutschlands zu Senken, die mit tropischen Kohlesümpfen gefüllt, heute als eozäne Braunkohlen vorliegen.

 

Hinweis:
Die Vorträge sind auch Vorbereitung für eine geplante 6-tätige Exkursion nach Mitteldeutschland (Erfurt-Weimar-Naumburg-Saalfeld-Chemnitz). Neben Geo-Objekten sollen hier auch bedeutende archäologische und kulturhistorische Stätten besucht werden.

Einzelheiten der Exkursion entnehmen Sie bitte dem Programm „Wissenschaftliche Studienreisen 2020“ der Akademie für Weiterbildung.

Sie finden das Programm auf unserer Website www.uni-bremen.de/senioren unter „Wissenschaftliche Studienreisen“.

Es kann auch per E-Mail an senioren@uni-bremen.de oder unter der Telefonnummer 0421 / 218-61616 angefordert werden.

 


  • Dozenten: Prof. Dr. Jochen Kuss
  • Termine: Montag, 09.03. + Mittwoch, 11.03.2020
  • Zeit: 10 bis 12 Uhr
  • Ort: Gebäude GEO, Raum 1550 (GEO-Hörsaal)
  • Hinweis: Teilnehmerbegrenzung = 140 Personen
  • Entgelt: 16.- Euro

     

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