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(S) Roms „nasse Grenze“ – der Niedergermanische Limes

Karte des Niedergermanischen Limes

Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung unter Trajan reichte das römische Reich von England bis nach Nordafrika, von Spanien bis Syrien. Mit umfangreichen Sicherungen der Grenze (Limes) konnten im Inneren die Vorzüge der pax Romana, des sog. Römischen Friedens, genossen werden. Die Ausgestaltung der Grenze war dabei unterschiedlich. Es konnte ein durchgängiger Grenzwall sein oder auch nur eine Reihe von Lagern und Türmen.

In Süddeutschland bestand der obergermanisch-rätische Limes aus einem komplexen System von Palisaden, Erdwällen, Gräben oder Mauern. Die Grenze der Provinz Niedergermanien dagegen wurde dauerhaft vom Rhein gebildet. Dieser diente zunächst als Operationsbasis für Eroberungszüge bis zur Elbe. Doch nach der Niederlage des Varus und der endgültigen Aufgabe von Rachefeldzügen im Jahr 16 n. Chr. wurde der Rhein dauerhaft zur Grenze, die am linken Ufer mit einer Reihe von Lagern gesichert wurde.  

Die meist direkt am Wasser angelegten Kastelle sind häufig überschwemmt und zerstört worden, so dass heute nur noch wenig zu sehen ist. Doch bietet der feuchte Untergrund auch Vorteile, indem organische Materialien gut erhalten bleiben. So sind einige Holzboote gut erhalten aufgefunden worden, und auch die Baustrukturen einiger Lager inklusive ihrer zivilen Lagerdörfer konnten untersucht werden. Zahlreiche weitere Funde zeugen von dem Leben an der Kontaktzone zwischen germanischen Gruppen und dem römischen Reich. Grund genug, dieses einmalige Kulturdenkmal in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Die Übergabe des Antrages ist für Januar 2020 vorgesehen. Federführend sind dabei die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie die niederländischen Provinzen Gelderland, Utrecht und Zuid-Holland, denn durch diese Regionen verlief die rund 385 km lange Grenzsicherung, die in dem Vortrag vorgestellt wird.

Hinweis:
Der Vortrag kann als Vorbereitung für die Studienreise „Entlang des Niedergermanischen Limes – Auf den Spuren der Römer von Rheinland-Pfalz bis zur niederländischen Nordseeküste“ dienen, die Ende Juni 2020 angeboten wird.

Einzelheiten der Exkursion entnehmen Sie bitte dem Programm „Wissenschaftliche Studienreisen 2020“ der Akademie für Weiterbildung.

Sie finden das Programm auf unserer Website
    www.uni-bremen.de/senioren
unter „Wissenschaftliche Studienreisen“.

Es kann auch per E-Mail an senioren@uni-bremen.de oder unter der Telefonnummer 0421 / 218-61616 angefordert werden.

 


  • Dozentin: Dr. Brita Jansen
  • Termin: Donnerstag, 12.03.2020
  • Zeit: 10 bis 12 Uhr
  • Ort: Raum B 0770, Akademie für Weiterbildung, Zentralbereich
  • Hinweis: Teilnehmerbegrenzung = 50 Personen
  • Entgelt: 9.- Euro

     

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