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(U) Emily Brontës Roman „Sturmhöhe“ (1847)

Emily Brontë auf einem Gemälde ihres Bruders Branwell

Der im englischen Original „Wuthering Heights“ betitelte Roman stieß das damalige viktorianische Publikum durch die kompromisslose Darstellung von Leidenschaftlichkeit und Rachegelüsten eher zurück. Heute gilt Brontës (1818-1848) einziger Roman aufgrund seiner interessanten Konzeption, seiner Sprachgewalt und der psychologischen Tiefe seiner Figuren als Klassiker der britischen Literatur des 19. Jahrhunderts.

Der Text erzählt die tragisch endende Liebe zwischen der Gutsherren-tochter Catherine und dem Waisenkind Heathcliff. Die beiden wachsen eng verbunden miteinander auf und erleiden nach dem frühen Tod des Vaters zahlreiche Demütigungen durch Catherines trunksüchtigen älteren Bruder.
Anstatt jedoch zusammen wegzugehen, nimmt Catherine als Sechszehnjährige den Heiratsantrag des wohlhabenden Edgar Linton an. Ihr Geständnis gegenüber der Haushälterin, sie liebe Edgar zwar nicht, fühle sich aber durch Heathcliffs ungebildetes Auftreten herabgewürdigt, wird von diesem zufällig belauscht. Tief gekränkt und voller Eifersucht verlässt er sie und kehrt erst nach Jahren als nun wohlhabender junger Mann zurück. Catherine leidet heftig unter dem Verlust ihres geliebten Heathcliffs, so dass sie in ein schweres Fieber gerät.

Nach Heathcliffs Rückkehr – Catherine ist inzwischen von Edgar schwanger – prallen die Liebenden abermals aneinander: als es Heathcliff nicht gelingt, Catherine für sich zu beanspruchen, beginnt er, sich auf vielfältige Weise an der Familie Linton zu rächen. Catherine zerbricht an diesem Konflikt und stirbt wenig später bei der Geburt ihrer Tochter. Trotz seiner Trauer setzt Heathcliff seine perfide und mitunter brutale Rache bis in die nächste Generation fort.
Als Jahre später ein Besucher berichtet, wie er nachts durch Catherine, die als Geist am Fenster um Einlass flehte, verschreckt wurde, bricht Heathcliffs jahrelanger Zorn zusammen. Völlig entkräftet stirbt er wenig später an der Sehnsucht nach der verlorenen Geliebten.

Die hier verkürzt dargestellte Geschichte soll im Seminar im Detail erarbeitet werden, ebenso die geschickt konzipierte Erzählerperspektive sowie der Sprachstil. Als Beispiel, wie die wilde Landschaft des Hochmoors mit der Gefühlslage der Protagonisten verwoben ist, hier eine Passage, in der der Erzähler von Catherines angespanntem Warten auf Heathcliff berichtet: „Es war in der Tat für den Sommer ein sehr dunkler Abend. Das Gewölk schien ein Unwetter anzukündigen, und ich riet allen, sich ruhig zu verhalten. Der drohende Regensturz würde ihn sicher, ohne dass wir uns weiter bemühten, ins Haus treiben. Doch Catherine war nicht zu beschwichtigen. Sie lief hin und her, vom Tor zur Türe, in einem erregten Zustand, der sie nicht zu Atem kommen liess; schliesslich nahm sie dauernd Aufstellung an der einen Seite der Mauer, bei der Strasse. [...] Von Zeit zu Zeit rief sie, dann horchte sie, und am Ende begann sie fassungslos zu weinen. […] Gegen Mitternacht, während wir noch auf waren, fuhr der Sturm in wilder Wut über die Höhen. Windsbraut und Donner tobten, und an der Ecke des Gehöftes splitterte ein Baum in Stücke: ein mächtiger Ast wurde auf das Dach hinabgeworfen und zerstörte einen Teil des Kamins auf der Ostseite und jagte einen Regen von Steinen und Russ in den Küchenherd hinab. Wir glaubten, der Blitz habe unter uns eingeschlagen.“
Emily Brontës Roman wurde wiederholt ins Deutsche übersetzt, zum Teil auch unter anderslautendem Titel. Daher können Sie jede Ausgabe – natürlich auch das englische Original – für das Seminar verwenden.

 


  • Dozentin: Dr. Ina Düking
  • Termine:
    Montag, 09.03., Montag, 16.03., Donnerstag, 19.03.,
    Montag, 23.03., Donnerstag, 26.03.2020
  • Zeit: 14 bis 16 Uhr
  • Ort: Raum B 0770, Akademie für Weiterbildung, Zentralbereich
  • Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 50 Personen
  • Entgelt: 32- Euro

     

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