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(K) Überlegungen zu Albert Camus' „Die Pest“

Albert Camus, sketched by Petr Vorel.
Albert Camus, sketched by Petr Vorel.

Der Roman 'Die Pest' von Albert Camus wurde 1947 veröffentlicht. Seit Beginn der 1940er Jahre hatte er daran gearbeitet. In Auseinandersetzung mit den Ereignissen des Krieges und der Nazi-Okkupation ist der Roman gleichermaßen eine engagierte und distanzierte Reflexion über den Widerstand der Menschen gegen die Bedrohung und Zerstörung des Menschlichen. Die Pestseuche dient als episch-tragischer Hintergrund, vor dem Camus die Herausforderungen der Menschen durch das über sie hereinbrechende Außerordentliche beschreibt. Sowohl dieses Ereignis als auch manche der organisierten und unorganisierten Reaktionen darauf, sind deutliche Zeichen der Absurdität. Worauf es Camus - und einigen der wichtigsten Protagonisten des Romans - in dieser Lage ankommt, das ist, die Menschlichkeit zu bewahren und zu verteidigen.

Das Werk ist seit seiner Veröffentlichung ein großer Erfolg mit zahlreichen Auflagen in vielen Sprachen und wird häufig zu den Meisterwerken der Weltliteratur gezählt. Der Erzählton wird gelegentlich als nüchtern-distanziert charakterisiert, was mit dem unermüdlichen Einsatz der Hauptpersonen gegen die Krankheit kontrastiert: ihr Tun ist gleichermaßen illusionslos und von der bedingungslosen Hingabe an die Verteidigung der Menschlichkeit geprägt. Der Roman ist damit auch ein philosophisches Plädoyer sowohl gegen kalten Zynismus als auch gegen hitzigen Moralismus.

Diese Vortragsreihe will nicht den Inhalt des Romans im Detail nachzeichnen und analysieren, sondern einige ausgewählte Aspekte, die philosophisch besonders interessant sind, vorstellen und diskutieren (insofern ist sie also besser zur Vor- oder Nachbereitung der Lektüre geeignet). Dabei geht es insbesondere um Camus' Perspektive auf den Menschen und das Leben, die als Verteidigung der Menschenwürde aus "existenzialistischer" Sicht (Camus selbst hat diese Bezeichnung gemieden) gedeutet werden kann.


Dozent:    Björn Haferkamp

Termine:    
3 x montags, jede zweite Woche
14.09. + 28.09. + 12.10.2020

Zeit:        16:00 (s.t.) bis 17:30 Uhr

Entgelt:    25.- Euro

Veranstaltungsart:    Online-Seminarreihe

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