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(P) Der „Fall Hölderlin“ - Zum 250 Geburtstag von Friedrich Hölderlin

F.K. Hiemer - Friedrich Hölderlin (Pastell 1792).
F.K. Hiemer - Friedrich Hölderlin (Pastell 1792).

Anmerkungen zu seinen Jahren im Stift, die Freundschaft zu Schlegel und Schelling; zu seinen Wanderjahren als Hauslehrer und zum Thema „Hölderlin und die Psychiatrie“

Friedrich Hölderlin ist nun in aller Munde. Was ist so faszinierend an diesem Dichter, der sein halbes Leben in einem Turm verbrachte?

"In Hölderlin erblickt man sich selbst, in seinem Leiden an den Verhältnissen, in seiner Klage über die beschissenen Zustände. Nicht Hölderlin war krank, ganz im Gegenteil,die Gesellschaft war krank, sie hat ihn zerstört."
Karl-Heinz Ott, Hölderlins Geister  

Im Seminar werden neben der Betrachtung von Hölderlins Leben verschiedene Biographien vorgestellt, auch solche, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben, wie Bertauxs 727 Seiten starke Biographie von 1981, die zugleich eine Liebeserklärung an Hölderlin ist. Bertaux mag inzwischen in einigen Thesen verworfen sein, aber an seiner detailreichen Biographie kommt man als Hölderlinleser wohl doch nicht vorbei. Ein weiteres  Buch aus dem Jahr 1981 von Gebhard Krämer und Hartmut Prottung, Friedrich Hölderlin, wenig bekannt, wird behandelt. Dort wird Hölderlin in einen politischen, geistigen und historischen Kontext gestellt, der sich lohnt, betrachtet zu werden.

Uwe Gonther und Jann E. Schlimme haben ein außerordentlich detailreiches Buch zum Thema „Hölderlin und die Psychiatrie“ geschrieben (2010). Auch dieses Werk wird vorgestellt. Hier werden keine  vorschnellen Schlüsse aus der Sicht der Psychiatrie gezogen, sondern in großer Sorgfalt abgearbeitet.

Carl Heinz Ott hat (2020) ein lustvoll zu lesendes Buch zu Hölderlin verfasst, in welchem auch die differenzierten Deutungen von Hölderlins Werk durch die Wissenschaft mal ironisch, mal distanziert die Köpfe der Leser in Bewegung versetzen.

Ich selbst werfe auch noch einen Blick auf die Mutter Hölderlins, die mit aller Macht verhindert hat, dass dieser Mann, der als sehr reicher Mann starb, (er konnte aber nie über sein Geld verfügen!) seiner Passion, dem Dichten, ohne Not nachgehen konnte. Sie hat ihm schlicht die Macht verweigert, über sein Erbe zu verfügen. Dieser Aspekt kommt nur am Rande in den Biographien vor, ich möchte ihn im Seminar beleuchten.


Dozentin:    Dr. Monika Thiele

Termine:    
4 x dienstags
06.10. + 13.10. + 20.10. + 27.10.2020

Zeit:        12:00 (s.t.) bis 13:30 Uhr

Entgelt:    32.- Euro

Veranstaltungsart:    Online-Seminarreihe

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