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(R) Die deutsche Gegenwartsliteratur

Mauerfall: Berliner Mauer zwischen Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor.
Mauerfall: Berliner Mauer zwischen Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor.

Die Nachkriegsentwicklung der deutschen Literatur in der Bundesrepublik und in der DDR lassen sich mit den deutschsprachigen Literaturen in der Schweiz und in Österreich in ein Spannungsfeld setzen, die einerseits ebenfalls von den Folgen des Zweiten Weltkriegs bestimmt sind, andererseits aber eigenen Traditionen und Entwicklungsgesetzlichkeiten folgen.

Die deutschsprachige Literatur zeigt mit den 1960er Jahren eine deutliche Tendenz, gesellschaftskritische und gegenwartsbezogene Fragen zu integrieren. Nach Jahren des unsicheren Suchens und der Wiederanknüpfung rücken kritische Positionen gegenüber Restauration und Wirtschaftswunder, gegen Konservatismus und den Folgen ins Zentrum einer vor allem jüngeren Schriftstellergeneration.

Wieder stärker rezipiert wird mit den 1970er Jahren die Literatur des Exils. Doch auch die Einflüsse der Literatursoziologie und die neuen Ideen der modernen Philosophie machen in diesen Jahren ihren Einfluss auf die Autoren geltend. Immer stärker wird die Suche nach möglichen Erzählformen betrieben; dabei wird der Einfluss lateinamerikanischer Autoren auf die deutschsprachige Literatur der 1980er Jahre bemerkbar.

Spätestens jetzt beginnt die Diskussion um die Postmoderne, die davon ausgeht, dass in der Literatur die wichtigsten Fragen bereits beantwortet sind und dass daher die Literatur aus der Fülle das bereits besser Gesagten „zitiert“. Eine Folge des postmodernen Denkens ist der wieder häufiger in Erscheinung tretende Historische Roman.

Mit dem Jahr 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands wird es zunehmend problematisch, von einer deutschen Gegenwartsliteratur zu sprechen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Frage: wann beginnt die Gegenwart und wie lange dauert sie? Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt für die Erforschung der Gegenwartsliteratur ist in der Literatur im Netz zu sehen; aber auch die Bewertung der Literatur erfährt durch das Internet eine neue Dimension. Historische und technische Innovationen beeinflussen unser Leben und werden im gesellschaftspolitischen Roman ebenso reflektiert, wie im subjektiven Blick des auf Rückzuge orientierten Außenseiters, der im Tagebuch sein Innerstes seziert.

Wir setzen im 2. Teil der Reihe in den 1980er Jahren ein.

Einzige Voraussetzung: Bleiben Sie neugierig und bewahren Sie die alteuropäische Ruhe, sich den literarischen Texten zu widmen!


Dozentin:    Margrit Platt

Termine:    
6 x dienstags
22.09. + 29.09. + 06.10. + 13.10. + 20.10. + 27.10.2020

Zeit:        10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr

Entgelt:    39.- Euro

Veranstaltungsart:    Online-Seminarreihe

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