(J) De Stijl

Diese Veranstaltung beschließt die Reihe der Vorträge, die sich mit Tendenzen in der Kunst in den 1920er Jahre befasst haben. Wie der Titel vermuten lässt, wird hier erstmalig der deutsche Sprachraum verlassen. „De Stijl“ heißt übersetzt nichts anderes als „der Stil“ und ist hauptsächlich von niederländischen Architekten und Malern geprägt. Gerrit Rietveld, Theo van Doesburg (Architekten) sowie Piet Mondrian (Maler) sind deren vielleicht bekanntesten Vertreter.
De Stijl entwickelte sich zeitlich parallel zur Bauhausarchitektur und weist eine Reihe von Gemeinsamkeiten auf. Aber De Stijl achtete auf eine wesentlich formalere Strenge und fußte auf stringenten theoretischen Grundlagen. Praktische und soziale Elemente, die im Bauhaus Bedeutung besaßen, finden zugunsten einer theoretischen Stringenz weniger Beachtung.
Mit der Verwendung von ausschließlich horizontalen und vertikalen Linienelementen und der Farbreduzierung auf die Primärfarben gleichen die Bauentwürfe dreidimensionalen Versionen der Bilder von Piet Mondrian.
Der berühmteste Stijl-Bau ist sicherlich das Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht. Das Bauwerk wurde als Wohnhaus für Frau Schröder-Schrader und ihren Kindern konzipiert. Die Realisierung lag in den Händen des Architekten Gerrit Rietveld, Frau Schröder-Schrader hat während Planung und Bauausführung mit eigenen Vorstellungen Einfluss genommen. Nahezu alles, was De Stijl charakterisiert, ist in diesem Objekt zu finden.
Personell gibt es über den Architekten Theo van Doesburg eine Verbindung zum Bauhaus, da Doesburg zwischen 1921 und 1923 Vorträge in Weimar hielt. Doesburg kritisierte am Bauhaus die für ihn mangelnde Konsequenz in der Umsetzung der formalen Ideen. Umgekehrt war sein Einfluss bei den Bauhaus-Architekten unverkennbar. In dieser Zeit verschwanden die letzten Relikte einer expressionistisch orientierten Architektur aus den Entwürfen.
Abzugrenzen ist de Stijl auch von den Architekturideen eines Le Corbusier, der wie das Bauhaus in den formalen Strukturen Ähnlichkeiten aufweist. Aber seine Vorstellungen waren geleitet von den Überlegungen, wie Zusammenleben und Arbeiten in einer urbanen Umgebung zu gestalten sind.
Neben dem Bauhaus hatte die Vorstellungen der „De Stijl“ Architekten einen wesentlichen Einfluss auf die urbane Architektur bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Dozent: Manfred Janssen
Termin: Montag, 21.09.2026
Zeit: 14:00 (s.t.) bis 15:30 Uhr
Entgelt: 20,- Euro
Veranstaltungsart: hybrid, in Präsenz (Zentralbereich, Akademie, Raum B 0770) oder wahlweise Online-Teilnahme
Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 50 Personen in Präsenz

