(P) Franz Kafka: „Der Verschollene“

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Prag geboren. In den Jahren 1901–1906 studierte er zunächst Germanistik, dann Jura. Kafka absolvierte nach der Promotion zum Dr. jur. eine einjährige Rechtspraxis und trat dann 1908 als Jurist in ein Arbeitsverhältnis mit der „Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt“ ein; hier blieb er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1922.
1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz als Folge einer Lungentuberkulose. Er starb am 3. Juni 1924 in einem Sanatorium in der Nähe von Wien.
1912 hatte Kafka bereits frühe Prosa veröffentlicht. Im selben Jahr beginnt er mit seiner Arbeit an dem Amerika-Roman „Der Verschollene“. Gesprächsweise hatte Franz Kafka das Manuskript seinen „amerikanischen Roman“ genannt. Das erste Kapitel, „Der Heizer“, erschien 1913 gesondert als Erzählung. Der Roman blieb Fragment; 1927 fügte Max Brod, der Freund und Förderer Kafkas, zwei umfangreiche Bruchstücke hinzu, so erschien die zweite Ausgabe posthum unter dem Titel „Amerika“.
Es ist die Geschichte des sechzehnjährigen Karl Roßmann aus Prag, der von seinen Eltern verstoßen nun in New York eintrifft und auf die Suche nach Arbeit und Unterkunft geht. Mit großer Hoffnung beginnt er seinen neuen Weg, bemerkt jedoch bald, dass die moderne Gesellschaft, für die Amerika im Roman als Modell steht, sich ihm verschließt.
Kafka widerspricht in diesem modernen Großstadtroman dem zeittypischen Mythos Amerika: Nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern der Kampf aller gegen alle beherrscht diese Welt und ihr Denken.
Ausgabe:
Franz Kafka, „Der Verschollene“, Fischer Klassik, Fischer TB-Verlag, Nr. 90654
Dozentin: Margrit Platt, M.A.
Termine: 6 x dienstags
- 25.08.2026 - Gebäude SFG, Raum 0150
- 01.09.2026 - Gebäude SFG, Raum 2040
- 08.09.2026 - Gebäude SFG, Raum 0150
- 15.09.2026 - Gebäude SFG, Raum 0150
- 22.09.2026 - Gebäude SFG, Raum 2040
- 29.09.2026 - Gebäude SFG, Raum 0150
Zeit: 10:00 (s.t.) bis 11:30 Uhr
Entgelt: 60,- Euro
Veranstaltungsart: hybrid, in Präsenz (siehe Raumangaben oben) oder wahlweise Online-Teilnahme
Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 80 Personen in Präsenz

