(ZC) Die Weser und ihre Häfen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit

Grosses Panorma von Bremen - 1729
Grosses Panorma von Bremen - 1729

Die Weser ist die wichtigste natürliche Schifffahrtsstraße zwischen Elbe und Rhein. An der Porta Westfalica bei Minden verlässt der Fluss das Weserbergland und erreicht die norddeutsche Tiefebene. Ab Bremen steht er unter dem Einfluss der Gezeiten und ist auch für Seeschiffe befahrbar. Ihren Nutzen für den Menschen hatte die Weser nicht zuletzt aufgrund ihrer Schiffbarkeit. Flüsse eigneten sich seit jeher für den Transport schwerer, zerbrechlicher und sperriger Lasten (z.B. Getreide, Keramik, Glas, Holz, Steine). Gegenüber dem Landtransport zeichneten sich die Wasserwege außerdem bis ins 19. Jahrhundert durch den Vorteil der geringeren Frachtkosten aus.

Für Bremen stellte die Weser die Lebensader schlechthin dar, von der Wohlstand und Wohlergehen der Stadt ganz entscheidend abhingen. Für die Weserschifffahrt war Bremen das Tor zur Welt, das über die Unterweser den Anschluss an den internationalen Seeverkehr herstellte. Der Bremer Flusshafen an der Schlachte war daher das Herzstück der städtischen Wirtschaft. Neben Bremen entwickelten sich auch noch andere an der Weser gelegene Städte zu marktorientierten Handelsplätzen, für die der Güterumschlag und Handel die wichtigste Einnahmequelle waren. Zu nennen sind hier etwa die Städte Minden, Hameln, (Hannoversch) Münden, später, im 17. und 18. Jahrhundert, auch Vlotho. Bei all diesen Städten war der Hafen das zentrale ökonomische Kraftfeld. In wirtschaftlicher, technischer und sozialer Hinsicht bildete der Hafen ein wichtiges Lebenselement dieser Städte und dominierte in der Regel auch optisch deren Erscheinungsbild. Nicht zuletzt waren die Häfen Kommunikationszonen ersten Ranges, in denen sich ein Kulturaustausch im weitesten Sinne vollzog. Von Hafenstädten ging deshalb seit jeher ein besonderes, ihnen eigenes Fluidum aus, das sie zu einem interessanten Forschungsobjekt werden ließ.

Die Erforschung der Häfen hat nicht zuletzt deshalb ihren besonderen Reiz, weil dabei den Bildquellen eine besondere Bedeutung zukommt, die sonst nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Auf historischen Stadtansichten werden die Häfen und ihr unmittelbares Umfeld oft prononciert in den Mittelpunkt der Darstellung gerückt, so dass sich daraus wichtige Aufschlüsse über die Hafenanlagen, Hafenkräne, Schiffstypen und den Hafenbetrieb gewinnen lassen. Wir wollen diese Bildquellen in der Veranstaltung intensiv nutzen und im Hinblick auf die jeweiligen Hafenverhältnisse interpretieren. Daneben findet sich auch in den Schriftquellen manch wertvolle Information zur Hafenentwicklung einer Stadt. Insbesondere in Bremen enthält das mittelalterliche Stadtrecht der Kundigen Rolle von 1489 Hinweise auf den Hafenbetrieb an der Schlachte.
 


Dozent:  Dr. Ulrich Weidinger

Termine:   6 x donnerstags

  • 27.08.2026 - Gebäude SFG, Raum 0140
    03.09.2026 - Gebäude SFG, Raum 1010
    10.09.2026 - Gebäude SFG, Raum 1010
    17.09.2026 - Gebäude SFG, Raum 1010
    24.09.2026 - Gebäude SFG, Raum 1010
    01.10.2026 - Gebäude SFG, Raum 1010
     

Zeit: 12:15 (s.t.) bis 13:45 Uhr

Entgelt:    60,- Euro

Veranstaltungsart/ -ort: in Präsenz (siehe Raumangaben oben)

Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 60 Personen

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