(ZD) Aus Bremen in die Fremde - Aus der Fremde nach Bremen

Wanderungsbewegungen im Elbe-Weser Dreieck (ca. 1550-1914)

Christian Ludwig Bokelmann: “Aufbruch der Auswanderer”
Christian Ludwig Bokelmann: “Aufbruch der Auswanderer”

Migration und Fluchtbewegungen sind seit Jahren ein Thema von größter Aktualität, heiß debattiert in Kultur, Medien und Politik. Die Veranstaltung will aufzeigen, dass das Thema auch von erstrangiger historischer Bedeutung ist. Mehr noch: Kann man womöglich aus der Geschichte lernen, wie hier und da immer noch behauptet wird? Hilft das Wissen um historische Migrationen, heutige Wanderungsbewegungen und damit zusammenhängende Probleme wie Asyl und Willkommenskultur, Integration und Identität besser zu verstehen? Mit Bezug auf Wanderungen wird in Bremen nach wie vor allein Bremen-Bremerhaven als Transitstation für Millionen von deutschen und europäischen Emigranten erinnert, die im 19. und 20. Jahrhundert nach 'Amerika' zogen, ein Wanderungsstrom, dem sich Zehntausende aus Bremen und der Region zwischen Unterweser und Niederelbe anschlossen. Tatsächlich war der Elbe-Weser-Raum jedoch über Jahrhunderte eine sehr komplexe Migrationslandschaft. 

So wurde Bremen in der Frühen Neuzeit zur Heimstatt von Religionsflüchtlingen aus den Niederlanden und Frankreich, zeitgleich verließen viele Menschen die Landgebiete der Hansestadt und des Herzogtums Bremen, um als Saisonarbeiter in den Niederlanden 'Nahrung' zu finden. Seit dem 18. Jahrhundert machten sich zudem Angehörige der ländlichen Unterschichten in der Hoffnung auf lohnende Beschäftigung auf den Weg nach Großbritannien, wo sie zunächst bevorzugt in Zuckerfabriken schufteten, um sich später dauerhaft in London oder Liverpool niederzulassen oder um von dort in die USA weiterauszuwandern und hier ihre neue Heimat zu finden. Daneben war Bremen von jeher ein Magnet für Zuwanderer aus Nah und Fern. Als sich Deutschland ab den 1880er Jahren vom Auswandererland zum wichtigsten ‚Arbeitskräfteeinfuhrland‘ in Europa wandelte, kamen auf der Suche nach Arbeit viele Menschen aus Ost- und Südeuropa in die sich industrialisierende Hansestadt, eine Wanderungsbewegung, die wie die Auswanderungsbewegung nach ‚Amerika‘ mit Beginn der Ersten Weltkriegs zum Erliegen kam.

Welche Ursachen und Motive bewegten die Menschen dazu, ihre Heimat zeitweilig oder auf Dauer zu verlassen? Wie waren die Wanderungen der Migranten organisiert? Wie wurden die Wanderer und Geflüchteten in der Fremde aufgenommen? Welche Anstrengungen unternahmen sie, um sich eine neue Heimat zu schaffen? Welche Rolle spielten Frauen im Migrationsprozess? Diesen Fragen möchte sich die Vorlesungsreihe in erster Linie widmen.

 

Folgende Themen sollen behandelt werden:

  • Exulanten, Refugies und Hollandgänger – Flüchtlinge und Saisonwanderer in der Frühen Neuzeit
  • Lippische Ziegler und Zuckerbäcker – Von der Arbeitsmigration zur Emigration
  • Transalpini und Textilarbeiterinnen – Aus Süd- und Osteuropa nach Bremen
     

Dozent:  Dr. Horst Rößler

Termine:    3 x dienstags

  • 25.08., 01.09., 08.09.2026

Zeit:  14:00 (s.t.) bis 15:30 Uhr

Entgelt:    45,- Euro

Veranstaltungsart/ -ort: hybrid, in Präsenz (Zentralbereich, Akademie, Raum B 1300) oder wahlweise Online-Teilnahme

Hinweis: Teilnehmerbegrenzung: 20 Personen in Präsenz

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