| 11-PH-BA-GeRis-1b | Biografie(n) und Körper (Präsenz + asynchron) Welche Bedeutung hat der Körper als Manifestationsort von Gesundheit und Krankheit? – fragte unter anderem die Philosophin, Soziologin und Public Health-Expertin (…) Welche Bedeutung hat der Körper als Manifestationsort von Gesundheit und Krankheit? – fragte unter anderem die Philosophin, Soziologin und Public Health-Expertin Marion Habersack in ihrer Publikation „Unartikulierte Körper. Plädoyer für kontextsensitive Gesundheitswissenschaften“ (2010). Sie kritisiert, dass die Gesundheitswissenschaft(en)/Public Health (in Theorie und Praxis) noch keinen umfassenden Körperbegriff entwickelt habe(n). Es werde überwiegend über geschichts- und biografielose Körperteile gesprochen und sich erstaunlich unreflektiert an der Vorstellung vom sog. Einheitskörper orientiert, die das (bio)medizinisch-naturwissenschaftliche Paradigma propagiert. Gemeint sind damit in der Regel Träger der Attribute: männlich, weiß, heterosexuell, potent, der Mittelschicht angehörend, westeuropäischer oder nordamerikanischer Abstammung. Aufgrund dieser normativen Körpervorstellung ist zu fragen, wie eine zeitgemäße „körpersensitive“ Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung aussehen müsste? In diesem Seminar gehen wir daher auf interdisziplinäre Spurensuche: Hierzu betreten wir - auf den methodologisch verbundenen Pfaden der Ethnografie und Biografieforschung - den recht großen Wald der historischen, wissenschaftlichen, technischen und politischen Denk- und Einflussweisen über und auf den Körper sowie künstlerischen und praktischen Präsentationsweisen vom Körper. In ihm können wir Cyborgs, medialen Körpern, verhexten Leibern, Maschinenkörpern, Gendered Bodies, Global Bodies und so weiter begegnen. Dabei bleibt viel Zeit für reflexive Selbst- und Fremdbeobachtungen, u.a. über Einladungen zu spielerischen Erkundungen der eigenen Körperbiografie. Prüfungen können vorwiegend in schriftlicher Form (Hausarbeit, Portfolio) absolviert werden. Referate sind nur begrenzt möglich. Das Seminar findet nur an einzelnen Terminen in Präsenz (oder wenn erforderlich über ZOOM) statt. An diesen Präsenzterminen werden wir interaktive und performative Übungen zu den Themen Biografie und Körper ausprobieren sowie uns über die von mir erstellten Studienbriefe austauschen, die sie jeweils vorher eigenständig asynchron bearbeitet haben. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Martina Wachtlin |
| 11-PH-BA-GeRis-1f | Der Schlaganfall: Zäsur im Lebenslauf!? „Der Schlagfluß ist eine plötzliche Krankheit, wobey die Kranken auf einmal ihrer Sinne beraubt werden, unempfindlich und unbeweglich da liegen, aber schwer und (…) „Der Schlagfluß ist eine plötzliche Krankheit, wobey die Kranken auf einmal ihrer Sinne beraubt werden, unempfindlich und unbeweglich da liegen, aber schwer und schnarchend Athem hohlen, und die Glieder schlapp oder gelähmt liegen oder hangen lassen.“ Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Wolfgang Raabe |
| 11-PH-BA-GeRis-1h | Die Bedeutung von Sport und körperlicher Aktivität in Prävention und Rehabilitation Abstract: Sport und körperliche Aktivität spielen eine entscheidende Rolle in der Prävention und Rehabilitation von verschiedenen gesundheitlichen Problemen. Durch (…) Abstract: Sport und körperliche Aktivität spielen eine entscheidende Rolle in der Prävention und Rehabilitation von verschiedenen gesundheitlichen Problemen. Durch regelmäßige Bewegung können wir z.B. unser Immunsystem stärken, das Risiko von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen reduzieren oder die allgemeine körperliche Fitness verbessern. In der Rehabilitation helfen Sport und Bewegung dabei, die Genesung zu beschleunigen, die Muskulatur aufzubauen oder die Mobilität zu vergrößern. Es ist dabei wichtig, dass Sport und körperliche Aktivität individuell und unter Beachtung personbezogener Kontextfaktoren angepasst werden, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Das Seminar behandelt zum einen die Grundlagen von Sport und körperlicher Aktivität im Rahmen der Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung ihrer Bedeutung für die Funktion der Organsysteme des Menschen. Zum anderen werden die evidenzbasierten Auswirkungen von Sport und körperlicher Aktivität auf chronische Erkrankungen dargestellt. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Stefan Dalichau |
| 11-PH-BA-GeRis-1a | Gesundheitliche und soziale Risiken und Ressourcen im Kontext von Drogen und Sucht Schon immer haben Menschen Drogen genommen, haben Tabak, Haschisch oder Opium geraucht, Alkohol, Kaffee und Tee getrunken, haben Betel, Qat oder Kokablätter gekaut, (…) Schon immer haben Menschen Drogen genommen, haben Tabak, Haschisch oder Opium geraucht, Alkohol, Kaffee und Tee getrunken, haben Betel, Qat oder Kokablätter gekaut, sich mit Hexensalben eingerieben, Kokain und Tabak geschnupft, Pilze und Tabletten geschluckt oder schließlich Heroin, Morphium oder auch Kokain gespritzt. Diese eher unvollständige Liste mehr oder weniger weit verbreiteter Verhaltensweisen konturiert das, was heute als „Drogen-„ oder auch „Suchtproblem“ bezeichnet wird. Und das ja immerhin mit einigem Recht, denn freilich handelt es sich dabei häufig um Verhaltenweisen, mit denen oft strafrechtlich definierte oder andere soziale Grenzen und Normen überschritten oder verletzt werden. Ihre Ausübung kann darüber hinaus die KonsumentInnen und GebraucherInnen selbst oder Dritte in unterschiedlicher Weise gefährden. Staat, Gesellschaft und natürlich auch die Professionellen des Sozial- und Gesundheitsbereichs reagieren deshalb mit umfangreichen Programmen, Präventionsangeboten und Therapien, mit Fixerräumen und Heroinprogrammen, aber auch mit der Erzeugung von Leidensdruck und Bestrafung. Aber trotz dieser Vielzahl der Interventionen und Interventionsmöglichkeiten im Drogen- und Suchtbereich, sind die zentralen Fragen dieses Forschungs- und Praxisfeldes nach wie vor keineswegs abschließend geklärt. Zu diesen gehören z.B.: Warum nehmen Menschen Drogen? Wie wird man süchtig? Was ist eigentlich Sucht? Und was Genuss? Können Drogen überhaupt süchtig machen? Oder werden Menschen süchtig nach Drogen? Wem nützt die Sucht? Und wem nützen Drogen? Konsumieren Männer und Frauen Drogen der gleichen Art und (vor allem) auf die gleiche Weise? Welche Aufgabe kommt der Prävention im Drogenbereich zu? Was kann Gesundheitsförderung im Kontext von Drogenkonsum leisten? Soll sie Drogenkonsum verhindern oder erlernbar machen? Solche und ähnliche grundlegende bzw. grundsätzliche Fragen sollen (u.a. auch durch Referate) aufgearbeitet und ausführlich diskutiert werden, um daran anschließend zu klären, welche Konsequenzen und konkreten Angebote sich daraus für die Prävention und Gesundheitsförderung im Drogenbereich ergeben könnten. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Henning Schmidt-Semisch |
| 11-PH-BA-GeRis-1e | Gesundheitliche und soziale Risiken und Ressourcen im Kontext von Glücksspiel Gesundheitliche und soziale Risiken und Ressourcen im Kontext von Glücksspiel Neben den klassischen stoffgebundenen Suchterkrankungen rücken sog. Verhaltenssüchte (…) Gesundheitliche und soziale Risiken und Ressourcen im Kontext von Glücksspiel Neben den klassischen stoffgebundenen Suchterkrankungen rücken sog. Verhaltenssüchte zunehmend in das Blickfeld von Politik, Praxis und Forschung. In diesem Zusammenhang gilt die Glücksspielsucht als Prototyp einer "Sucht ohne Stoff": Während für den Großteil der Bevölkerung Glücksspiele wie Lotto, Sportwetten, Automatenspiele oder Online-Casinos mit Spaß, Spannung, Unterhaltung, kurzweiligem Freizeitvergnügen sowie der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbunden sind, entwickelt eine signifikante Minderheit psychosoziale und/oder finanzielle Probleme im Umgang mit diesen Angeboten. Zudem besteht bei bestimmten Bevölkerungsgruppen bzw. in bestimmten Lebensphasen ein erhöhtes Risiko für die Manifestation derartiger Belastungen. Entsprechend gehen Glücksspielangebote mit erheblichen sozialen Kosten und Negativfolgen auf gesellschaftlicher Ebene einher. Aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht ist daher zum einen zu hinterfragen, welche Strategien des Jugend- und Spielerschutzes am ehesten Erfolg versprechen und zum anderen, welche Faktoren und Bedingungen sich im Sinne der Primärprävention und der Stärkung des Gemeinwohls als förderungswürdig erweisen. Das Seminar zielt darauf ab, mit unterschiedlichen Lehr- und Lernmethoden das facettenreiche Forschungsfeld "Glücksspiel und Glücksspielsucht" näher zu beleuchten und vor allem die sozialen Aspekte dieses Phänomens tiefergehend zu analysieren. Neben der Vermittlung von Grundlagenwissen zählen zu den zu behandelnden Themen u.a. das Glücksspielverhalten ausgewählter Personengruppen (Jugendliche, Senior*innen, Personen mit Migrationserfahrungen), das Glücksspielverhalten in spezifischen Settings (z. B. Sportwetten in Sportvereinen), Glücksspiel-Werbung (von TV-Spots bis zum Influencer*innen-Marketing), das Spannungsverhältnis von legalen vs. illegalen Glücksspielangeboten sowie Lobbyismus im Glücksspielbereich. Ein weiterer Schwerpunkt bezieht sich auf die Vorstellung von ressourcenorientierten Ansätzen und Interventionen zur Abwehr der mit Glücksspielen assoziierten Risiken und Gefahren. Ziel des Seminars sind kurze Präsentationen und/oder schriftliche Ausarbeitungen zu einzelnen Bereichen dieses Forschungsgegenstandes als Prüfungsleistungen. Das Seminar setzt eine Auseinandersetzung mit Fachliteratur vorwiegend in deutscher Sprache voraus. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Tobias Hayer, Dipl.-Psych. |
| 11-PH-BA-GeRis-1g | Gesundheit gilt in westlichen Gesellschaften als höchstes Gut und moralische Pflicht. Das Streben nach einem optimierten, leistungsfähigen und krankheitsfreien Körper (…) Gesundheit gilt in westlichen Gesellschaften als höchstes Gut und moralische Pflicht. Das Streben nach einem optimierten, leistungsfähigen und krankheitsfreien Körper ist allgegenwärtig – in den Medien, der Werbung, am Arbeitsplatz und im privaten Alltag. Dieses Phänomen wird als Healthismus bezeichnet. Gemeint ist damit eine Ideologie, die Gesundheit zur Hauptverantwortung des Einzelnen erklärt, während gleichzeitig strukturelle und gesellschaftliche Einflussfaktoren unberücksichtigt bleiben. Das Seminar setzt sich kritisch mit den vielfältigen Dimensionen von Healthismus auseinander: den Auswüchsen der Fitness-Kultur, der Moralisierung von Ernährung, den Versprechungen der Wellness- Industrie, dem Streben nach Longevity ebenso wie mit den Auswirkungen von Diskriminierung und sozialer Ungleichheit auf Gesundheit. Anhand von Fallbeispielen aus den Bereichen Alltagskultur, Soziale Medien und Politik sollen die Risiken und Nebenwirkungen der gesellschaftlichen Gesundheitsobsession nachvollzogen werden. Mögliche Prüfungsleistungen: Referat und Hausarbeit
Termine
- Freitag 24.04. 14-18
- Samstag 25.04. 10-17
- Freitag 19.06. 14-18
- Samstag 20.06. 10-17
Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Friedrich Schorb |
| 11-PH-BA-GeRis-1c | Über Lebens- und Gesundheitskompetenzen (Präsenz + asynchron) Das Seminar „Über Lebens- und Gesundheitskompetenzen" widmet sich der systematischen Auseinandersetzung mit den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1994 (…) Das Seminar „Über Lebens- und Gesundheitskompetenzen" widmet sich der systematischen Auseinandersetzung mit den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1994 formulierten zehn Lebenskompetenzen (Core Life Skills) und deren enger Verbindung zu Gesundheitskompetenzen (Health Literacy). Lebenskompetenzen umfassen jene Fähigkeiten, die Menschen benötigen, um mit den Aufgaben des täglichen Lebens erfolgreich umzugehen. Die WHO definiert zehn zentrale Kernkompetenzen: Selbstwahrnehmung, Empathie, kreatives Denken, kritisches Denken, Entscheidungsfindung, Problemlösefertigkeit, kommunikative Kompetenz, interpersonale Beziehungsfertigkeiten, Gefühlsbewältigung und Stressbewältigung. Gesundheitskompetenz umfasst das Wissen, die Motivation und die Kompetenzen von Menschen, relevante Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um im Alltag in den Bereichen der Krankheitsbewältigung, Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung Entscheidungen treffen zu können. Beide Kompetenzfelder sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Lebenskompetenzen wie kritisches Denken und Kommunikationsfähigkeiten helfen beispielsweise dabei, Gesundheitsinformationen zu verstehen und zu bewerten. Gleichzeitig tragen beide Kompetenzen zur Entwicklung von Selbstwirksamkeit bei und ermöglichen es Menschen, ihre Gesundheit aktiv zu verbessern. Das Seminar legt den Fokus auf die selbstreflexive Auseinandersetzung mit den eigenen biografischen Erfahrungen im Kontext dieser Kompetenzen. Ziel ist es, diese in einen wissenschaftlichen Kontext zu setzen und ein professionelles Selbstverständnis für das Handeln in der Gesundheitsförderung und Prävention zu entwickeln. Dabei können auch Konzepte wie der Kohärenzsinn (Antonovsky) und Resilienz erschlossen werden. Verschiedene wissenschaftliche und künstlerische Materialien (Texte, Podcasts, Videos, Comics) unterstützen die theoretische wie praktische Auseinandersetzung mit den Themen. Die Ergebnisse der Reflexion können in unterschiedlichen Prüfungsformaten präsentiert werden (Referat, Hausarbeit). Eine offene, vertrauensvolle und partizipative Seminaratmosphäre bildet die Grundlage für gemeinsames Lernen und die Entwicklung neuer Perspektiven auf Lebens- und Gesundheitskompetenzen.
Quellenangaben: Antonovsky, A. (1997). Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit. Tübingen: DGVT-Verlag. Caro, Fabrice (Fabcaro) & Conrad, C. (2023): Asterix – Die weiße Iris, Band 40. Berlin: Egmont. Hallmann, J. (2020). Lebenskompetenzen und Kompetenzförderung. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.). Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden. https://doi.org/10.17623/BZGA:Q4-i070-2.0 WHO (1994). Life Skills Education for Children and Adolescents in Schools. Introduction and Guidelines to Facilitate the Development and Implementation of Life Skills Programmes. Geneva: World Health Organization.
Weitere Fachliteratur und Medien werden im Seminar zur Verfügung gestellt. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Martina Wachtlin |