| 10-GER-BA-GR5-07 | Das Reihenhaus im Möwenweg, die Dieffe 93 oder der Mittelhof – Das Haus in der Kinder- und Jugendliteratur In der Kinder- und Jugendliteratur ist das Haus weit mehr als nur eine Kulisse. Es ist Handlungsraum, Schutzraum oder ein Ort des Ausgeschlossenseins. Ob der (…) In der Kinder- und Jugendliteratur ist das Haus weit mehr als nur eine Kulisse. Es ist Handlungsraum, Schutzraum oder ein Ort des Ausgeschlossenseins. Ob der idyllische Mittelhof in Bullerbü, das geordnete Reihenhaus im Möwenweg oder der urbane Kosmos der Dieffe 93 in Kreuzberg: Die räumliche Verortung der Figuren gibt entscheidende Hinweise auf ihre soziale Stellung, ihre Familienkonstellationen und ihre Handlungsoptionen. Im Seminar werden raumsemantische (Wie werden Grenzen zwischen Drinnen (Heimat, Sicherheit, Ordnung) und Draußen (Fremde, Abenteuer, Gefahr) gezogen? Welche Bedeutung haben spezifische Topoi wie der Keller, der Dachboden oder das Treppenhaus?) und intersektionale (Wer wohnt im engen Mietshaus, wer im Einfamilienhaus?) Schwerpunkte gesetzt. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Stefanie Jakobi |
| 10-GER-BA-GR5-03 | Facetten, Formen, Funktionen des zeitgenössischen Kinder- und Jugendromans (Lektüreseminar) Kinder- und Jugendromane in deutscher Sprache haben – das ist (nicht nur) mein subjektives Empfinden – in den letzten Jahren an Qualität zugelegt und – das ist (…) Kinder- und Jugendromane in deutscher Sprache haben – das ist (nicht nur) mein subjektives Empfinden – in den letzten Jahren an Qualität zugelegt und – das ist belegbar – an Formenreichtum gewonnen. Zu ‚klassischen‘ Coming-of-Age- und Fantasy-Romanen und Motivketten rund um Familie, Freundschaft, Freizeit gesellen sich Climate-fictions, Erzählungen von Armut und Klassismus, von mentalen und körperlichen Problembezirken (Essstörungen, Depressionen, Suizid) und Gesundheitsdiskursen. Wir unternehmen lesend Streifzüge durch ausgewählte zeitgenössische Kinder- und Jugendromane (Sie dürfen sich bzgl. der Gegenstände gerne einbringen), um der Facettenvielfalt nachzuspüren. Natürlich werden wir uns über das Semester hinweg auch mit einschlägigen Analysewerkzeugen für Erzähltexte generell und Romane inspeziell vertraut machen. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Nils Lehnert |
| 10-GER-BA-GR5-02 | Haftbefehl in der Schule? Rap für Kinder & Jugendliche (im Unterricht) Tagesaktuell wird lebhaft darüber diskutiert, ob man Haftbefehl zur Schullektüre machen sollte. Dafür und dagegen gibt es (gute) Gründe. Mindestens an der Uni spricht (…) Tagesaktuell wird lebhaft darüber diskutiert, ob man Haftbefehl zur Schullektüre machen sollte. Dafür und dagegen gibt es (gute) Gründe. Mindestens an der Uni spricht zumindest nichts dagegen – und deshalb machen wir das auch, aber noch viel mehr. Das Seminar führt einerseits in die Geschichte und Ästhetik, die Spezifik und Tools zur Analyse des deutschsprachigen Raps für Kinder und Jugendliche ein, nutzt dabei diesen eminent populären Gegenstand andererseits auch dazu, um allgemeine zentrale Zugänge und Konzepte aus dem Bereich der Kinder- und Jugendmedienforschung zu exemplifizieren. Neben Exkurse in die Lyrik- und Videoclipanalyse stellen sich mithin Überlegungen zu All-Age, Gender, Genre, Intermedialität, Multimodalität oder auch zum didaktischen Potenzial von Rap uvw. Über mehrere Stationen werden wir im Seminar von Grundkenntnissen bis hin zur Fähigkeit gelangen, fundierte Interpretationshypothesen zu einzelnen Rap-Tracks/-Videos für Kinder und Jugendliche zu erstellen und diese wissenschaftlich zu begründen. Eine Affinität zum Genre ‚Rap‘ ist dabei genauso wenig vonnöten wie Vorkenntnisse in den genannten Schwerpunkten. Die erforderliche Fachliteratur wird (in Auszügen) digital zur Verfügung gestellt. Als erste, niedrigschwellige Annäherung lohnenswert ist der Überblick von Michael Rappe: „20 Hip-Hop“, in: T. Hecken/M.S. Kleiner (Hrsg.): Handbuch Popkultur (2017), S. 113–118; bes. 115–118. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Nils Lehnert |
| 10-GER-BA-GR5-06 | Heldinnen und neue Jungen – Genderpositive Literatur im Unterricht Kinder- und Jugendliteratur spielt eine entscheidende Rolle bei der Sozialisation und der Entwicklung von Geschlechtsidentität. Doch oft reproduzieren Bücher im (…) Kinder- und Jugendliteratur spielt eine entscheidende Rolle bei der Sozialisation und der Entwicklung von Geschlechtsidentität. Doch oft reproduzieren Bücher im Klassenzimmer noch immer traditionelle Rollenbilder. Dieses Seminar nimmt das europäische Projekt G-BOOK zum Ausgangspunkt, um sich mit „genderpositiver“ Literatur für die Altersgruppe der 3- bis 18-Jährigen auseinanderzusetzen. Im Seminar werden wir die im Rahmen des Projekts kuratierte europäische Bibliografie sichten und analysieren. Dabei untersuchen wir, wie Themen wie Körper, Gefühle, Diversität, Familienmodelle und Inklusion literarisch und ästhetisch umgesetzt werden. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Stefanie Jakobi |
| 10-GER-BA-GR5-09 | Körperbilder – ‚Body‘ als Differenzkategorie in den Kinder- und Jugendmedien In Kinder- und Jugendmedien markieren Körper Differenz, sie verkörpern Normen und Abweichungen und fungieren so als mediale Projektionsflächen gesellschaftlicher (…) In Kinder- und Jugendmedien markieren Körper Differenz, sie verkörpern Normen und Abweichungen und fungieren so als mediale Projektionsflächen gesellschaftlicher Ordnungssysteme. Ob normierte Heldenkörper, monströse Alteritäten oder die (Un-)Sichtbarkeit von Behinderung, Alter, Gender und Ethnicity – die Repräsentation von Körpern folgt oft impliziten kulturellen Skripten, die es zu entschlüsseln gilt.
Im Zentrum des Seminars steht daher die Analyse des Körpers als Differenzkategorie in Kinder- und Jugendmedien. Die Basis bildet ein theoretisches Fundament, das u.a. Konzepte aus den Gender Studies, den Dis/ability Studies und den Fat Studies integriert. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Stefanie Jakobi |
| 10-GER-BA-GR5-04 | Liebe ist… Entwürfe von Liebe & Erotik in Literatur und Medien für Kinder und Jugendliche Mit der Liebe ist das so eine Sache: Sie zerfällt nicht nur in verschiedene Gefühlsfacetten und wechselt ihr (sprachliches) In-Erscheinung-Treten im Laufe der Zeit, (…) Mit der Liebe ist das so eine Sache: Sie zerfällt nicht nur in verschiedene Gefühlsfacetten und wechselt ihr (sprachliches) In-Erscheinung-Treten im Laufe der Zeit, sondern sie lässt sich auch – in inner- wie außertextlichen Welten – auf unterschiedlichen ‚universelleren‘ Ebenen ansiedeln. Bevor man sich fragt, welche Gewänder Literatur und Medien für Kinder und Jugendliche für Gefühlszustände im Allgemeinen und für die Liebe im Speziellen maßgeschneidert hat, und welche Emotionalisierungsangebote dabei strategisch angelegt, im Textverlauf entfaltet und letztlich leserseitig möglicherweise angenommen werden, ist zunächst eine intensionale und extensionale begriffliche Gegenstandsbestimmung der Spielarten der Liebe angezeigt. Unter dem umbrella term der Liebe wimmelt es nämlich nur so von Heterogenität und obwohl sich Liebe in einer alltagssprachlichen Begriffsannäherung zunächst intensional als „starke, im Gefühl begründete Zuneigung zu einem [nahestehenden] Menschen“ (DUDEN) umschreiben oder als „innige Sympathie […] mit einer Person, die Freude an der Gegenwart, Existenz, den Eigenschaften, dem Glücke dieser“ (Eisler 1904) definieren lässt, ist die extensionale Dimension weit gefächert: Wird überhaupt ein Mensch geliebt? Oder vielmehr ein Gegenstand, ein Tier, die Natur oder Gott? Vielleicht eher ein Konzept oder eine Idee? Für alle diese Facetten halten Literatur und Medien für Kinder und Jugendliche spannende Beispiele bereit – aber auch ein Blick in die Verhandlung von Erotik wird Teil des Seminars sein, denn nicht nur All-age-Erzählungen verhandeln Sinnlichkeit und körperliche Anziehung flächendeckend, wobei die Grenzziehung zur ‚platonischen‘ Liebe nicht immer trennscharf ausgestaltet ist. Dabei stehen im Seminar weniger Fragen nach der Altersgemäßheit im Zentrum, sondern wir werden medienspezifisch die Formen und Funktionen von Liebe & Erotik herausarbeiten, die in zeitgenössischen Artefakten vorliegen. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Nils Lehnert |
| 10-GER-BA-GR5-08 | Von ‚Conni geht nicht mit jedem mit‘ zu ‚Very Bad Kings‘ – Inszenierungen sexueller Gewalt in Kinder- und Jugendliteratur Das geplante Seminar sucht narratoästhetische Repräsentationsstrategien für sexuelle Gewalt und Trauma zu diskutieren und zu fragen, wie diese funktionalisiert werden: (…) Das geplante Seminar sucht narratoästhetische Repräsentationsstrategien für sexuelle Gewalt und Trauma zu diskutieren und zu fragen, wie diese funktionalisiert werden: Dienen sie der Unterhaltung – als Schockmoment und Tabubruch? Lassen sie sich als diskursive Machtgeste lesen? Oder als aufklärerisches Instrument, das didaktische Anschlussstellen bietet?
TW: Es kommt in manchen der Texte zu durchaus drastischen Darstellungen. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Stefanie Jakobi |
| 10-GER-BA-GR5-01 | Von Achterbahn-Storytelling, Liedtext-Comics und Zeichentrick-Bilderbüchern: der Ästhetik des Medienwechsels auf der Spur Dass literarische Themen, Motive, Stoffe im Laufe der Zeit erneut aufgegriffen, modernisiert und auch hinsichtlich des Zielpublikums angepasst werden, gehört (…) Dass literarische Themen, Motive, Stoffe im Laufe der Zeit erneut aufgegriffen, modernisiert und auch hinsichtlich des Zielpublikums angepasst werden, gehört mittlerweile zur gängigen Praxis. Literaturverfilmungen (vgl. Bohnenkamp 2005) oder Hörspieladaptionen (vgl. Pross 2013) sind seit geraumer Zeit in schulischen und universitären Curricula angekommen und gerade im Bereich von Kinder- und Jugendmedien allgegenwärtig. Aktuell zeichnen sich neue Tendenzen ab: Das Feld der Adaptionen (vgl. Hutcheon 2006), verstanden als Medien- beziehungsweise Rahmenwechsel, der ein kinder- bzw. jugendliterarisches Artefakt verwendet und neu darstellt (vgl. Hübner 2012), differenziert sich immer weiter aus. Nachdem ein Buch zum Film geworden ist, gibt es mittlerweile vice versa Bücher zum Film, Bilderbücher wandern animiert auf die Leinwand, Tabletop-Spiele werden zu E-Games, die ihrerseits in Fan-Fiction münden, Romane (und gar Lyrik) werden für die Bühne adaptiert (vgl. Lipinski 2014) oder Musicals verfilmt bzw. Filme ‚vermusicalt‘, Achterbahnen und Kreuzfahrtschiffe nutzen Storytelling, von Hybrid-Genres oder von vornherein als multimediale, -modale und -codale Franchises entworfenen Erzählkosmen gar nicht zu reden. Diesen Prozessen ist eine jeweils ganz spezifische Ästhetik eigen, die sich am konkreten Medienwechsel analysieren lässt. Zudem kann man die Adaptionsprozesse auch aus einer Metaperspektive hinsichtlich verschiedener Typen und Strategien reflektieren (vgl. Kudlowski/Münschke 2025, S. 289). Im Rahmen des Seminars wollen wir den Diskurs rund um die Ästhetik des Medienwechsels in seiner Breite und Tiefe fokussieren und stellen Fragen (und finden Antworten) etwa zu Einzeladaptionsprozessen, Phänomenen des Medienwechsels generell und Genregrenzen inspeziell, zu (transmedialen) Medienverbünden und Storyworldbuilding, spezifischen Funktionen, die Adaptionsprozesse übernehmen, und richten den Fokus zu guter Letzt auch auf fachdidaktische Überlegungen. Termine und weitere Informationen finden Sie in Stud.IP. | Dr. Nils Lehnert |