Veranstaltungsverzeichnis

Lehrveranstaltungen WiSe 2022/2023

Germanistik, M.A.

M.A. Germanistik neu

Angebot für M.A.-Studierende ab dem Wintersemester 2018/19

A1 Vormoderne Literatur und ihre Kontexte Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/A1.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-A1-01Medialität und Intermedialität vormoderner Literatur

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B2890 (2 SWS)

Die Alterität vormoderner Literatur liegt nicht zuletzt in ihrer Medialität begründet: der Rolle der Mündlichkeit und den besonderen Bedingungen der Manuskriptkultur. Die Veranstaltung behandelt an ausgewählten Beispielen vom 8. bis 16. Jahrhundert medial bedingte Eigenarten vormoderner Literatur: als Vortragsliteratur und Literatur aus Handschriften, erst seit dem 15. Jahrhundert aus gedruckten Büchern; neben Schrift und Bild kommen Körper, Stimme und Performanz zur Sprache. Es geht um die Materialität der Kommunikation in der Vormoderne, um Formen des Zusammenwirkens verschiedener Medien und um Fragen des Medienwechsels.

Programm und Literaturhinweise s. StudIP.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-A1-02"Deus Io vult." Heilsgeschichte als philosophisches Basiskonstrukt

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:15 - 13:45 MZH 1460 (2 SWS)
Dr. Jana Jürgs

A2 Das literarische Erbe der Vormoderne Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/A2.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-A2-01Liebe, Abenteuer, Erzählen: 'Aithiopika' deutsch

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:15 - 15:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Die ‚Aithiopika‘ des Heliodor (wohl 3. Jh. n. Chr.) gilt als Inbegriff und Prototyp ‚romanhaften‘ Erzählens: durch eine bunte Fülle von Abenteuern (wie Kindesaussetzung, Seereisen, Piraterie und Schiffbruch, treue Liebe und gefährliche Leidenschaften, Schlachten, Totenbeschwörung, drohendes Menschenopfer und Keuschheitsproben, Trennungen und Wiederfinden), aber auch durch komplexe Formen des Erzählens, Erzählens im Erzählen, der Reflexion über Erzählen. In die deutsche Literaturgeschichte hat die ‚Aithiopika‘, vermittelt über die lateinische Übertragung des Stanislaus Warschewiczki (Erstdruck 1552), erst ab dem 16. Jahrhundert Eingang gefunden und vor allem im 17. Jahrhundert die Entwicklung des Romans geprägt. Wir diskutieren anhand zentraler Auszüge Aspekte romanhaften Erzählens in der ‚Aithiopika‘ (in mehreren neuhochdeutschen Übersetzungen verfügbar) und in den frühneuhochdeutschen Bearbeitungen des 16. Jahrhunderts, der Übersetzung durch Johannes Zschorn (1559) und deren Bearbeitung in Sigmund Feyerabends Romankompilation ‚Buch der Liebe‘ (1587).

Programm und Literaturhinweise s. StudIP.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-A2-02Tristan intermedial

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:15 - 13:45 GW2 A4020 (2 SWS)

Gibt es eine absolute Liebe? Rechtfertigt sie alles? Beruht sie auf Magie und gibt es eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren? Verschiedene literarische Erzähltexte, Lieder und bildliche Darstellungen seit dem Mittelalter setzen sich mit der ehebrecherischen Tristanliebe auseinander. Ihr künstlerischher Höhepunkt ist Gottfrieds von Straßburg 'Tristanroman' (um 1205/10), der seine Hörer:innen und Leser:innen schon seit Jahrhunderten in den Bann zieht. An diesem herausragenden Beispiel hochmittelalterlicher Dichtung, aber auch an anderen Tristanwerken (Romanen, Kurzerzählungen, Liedern, Abbildungen und Verfilmungen, Wagners Musikdrama) werden wir Themen wie Rittertum und Künstlertum, Selbstverlust, Tod und vor allem Liebeskonzeptionen jenseits des gesellschaftlich Erlaubten diskutieren.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock

B1 Ästhetik und Literarizität Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Axel Dunker, Kontakt: adunker@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/B1.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-B1-01Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Peter Weiss‘ dreibändiger Roman Die Ästhetik des Widerstands (1975/1978/1981) zählt neben Günter Grass‘ Die Blechtrommel oder Uwe Johnsons Jahrestage zu den herausragenden Werken der deutschsprachigen Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Der im schwedischen Exil lebende Weiss arbeitet in seinem Roman sonst häufig vernachlässigte oder verdrängte transnationale Teile der Geschichte des 20. Jahrhunderts auf. Im Zentrum stehen die Geschichte der Arbeiterbewegung, der Spanische Bürgerkrieg, der (kommunistische) Widerstand gegen den Nationalsozialismus, das Exil. Der Romantitel ist doppeldeutig und meint sowohl den Versuch, dem politischen Widerstand eine Ästhetik zu geben, als auch eine widerständige und antitotalitäre Ästhetik zu entwickeln. Eine große Rolle spielen dabei Werke der Bildenden Kunst, vom Pergamonaltar über Theodore Géricaults Das Floß der Medusa bis zu Picassos Guernica, die der Text sich intermedial durch besondere Formen der Ekphrasis aneignet. Neben die Intermedialiät (Weiss war selbst auch Maler und experimenteller Filmemacher) treten literarische Referenzen, u.a. zum Dadaismus, zu Franz Kafka und Bertolt Brecht.
Zur Anschaffung wird dringend die folgende Ausgabe empfohlen:
Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands. Hg. und mit einem editorischen Nachwort von Jürgen Schutte. Berlin: Suhrkamp 2016.
Hilfreich bei der Lektüre: Jürgen Schutte: Register zur Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss. Berlin: Verbrecher 2018.

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-B1-02Gemeinsam schreiben um 1800/ 1900/ 2000

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 14:15 - 15:45 MZH 1460 (2 SWS)

Wenn wir uns Zeitzeugnisse unterschiedlicher Literat:innen von Johann Georg Zimmermann über Marie von Ebner-Eschenbach bis hin zu Virginia Woolf betrachten, die das eigene Schaffen beschreiben, drängt sich der Verdacht auf, dass literarische Arbeit vor allem einsam ist. Dichtung endet also dort, wo ein geselliges Miteinander beginnt. Ist das wirklich so? Im Seminar wollen wir uns vor dem Hintergrund des ‚Normalfalls literarischer Produktion‘, der einem genieästhetischen Verständnis von literarischem Schaffen entspricht, unterschiedlichen Texten und Szenarien widmen, die diesem zuwiderlaufen. Exemplarische Beispiele aus der Zeit um 1800, 1900 und 2000 aus unterschiedlichen Gattungen und Genres werden in diesem Zusammenhang viele Beispiele dafür liefern, wann und wie kollektives und kollaboratives Schreiben möglich gewesen ist und welche Rolle die Ergebnisse im literaturwissenschaftlichen Diskurs spielen.

Zusätzlich zur literarischen Lektüre werden wir uns der Forschung zur Schreibszene (und zur Schreib-Szene) zuwenden, klären, wie kollaborative Schreibprozesse beschaffen sind und welchen Einfluss soziokulturelle Faktoren hier hatten und haben können.

Als Studienleistung werden Sie selbst eine literarische Kollaboration untersuchen und Ihre Ergebnisse im letzten Drittel des Semesters vorstellen. Zusätzlich dazu sollten Sie regelmäßig und aktiv teilnehmen.

Die Prüfungsleistung bemisst sich nach Ihrem Studiengang und dem entsprechenden Modul. In der Regel können Sie eine große oder eine kleine Hausarbeit schreiben, auch mündliche Prüfungen sind möglich.

Die folgenden Texte können Sie bereits anschaffen und vorbereiten, die übrigen Texte werden als Scan im Laufe der nächsten Wochen im StudIP-Kurs zur Verfügung gestellt:

Edmond und Jules de Goncourt: Germinie Lacerteux (1864)
(Bitte kaufen Sie die Insel-Taschenbuchausgabe von 1988)
Hermann Bahr et al.: Der Roman der Zwölf (1909)
(Bitte kaufen Sie die Insel-Taschenbuch-Ausgabe, hg. von Alfred Estermann, 1992)
E.T.A. Hoffmann et al.: Der Roman des Freiherrn von Vieren (1815)
(Bitte kaufen Sie die dtv-Ausgabe)
Bertolt Brecht, Walter Benjamin (Thiemann, Wizisla): Mord im Fahrstuhlschacht (1933)
Clemens J. Setz: BOT (2018)

Dr. Urania Julia Milevski
10-M79-B1-03Zwischen Nachahmung und Nature Writing - Theoretische Debatten und literarische Ausprägungen der Ästhetiken der Natur

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:15 - 13:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Das Verhältnis zwischen Natur und Literatur war von der Antike bis ca. 1750 durch die große Linie des Nachahmungsgedankens weitgehend bestimmt. Dieser Typus von realistischer Darstellung verband dabei auch die Literatur mit der Malerei. Mit dem Ende der Regelpoetik und der theologisch orientierten Modelle erhielt nicht allein die Ästhetik eine hervorgehobene Bedeutung in der theoretischen Debatte, sondern dem Themenfeld der Natur und den Metaphoriken der Natur wurde ebenfalls eine besondere Aufmerksamkeit zuteil. In den nächsten 100 Jahren entwickelten sich Positionen, die bis heute in ihrer Ausrichtung und ihre Tragweite diskutiert werden. Man kann dabei von den Naturverhältnissen der Moderne sprechen. Sie drücken sich vom Beginn der Debatte an in kunsttheoretischen Positionen sowie in literarischen Texten aus.
Verhandelt wird in diesen Debatten die Rolle des Menschen in der Moderne sowie die Rolle des modernen Menschen. Dazu gehört z.B. seine Emanzipation von äußeren Gesetzen und Traditionen und damit der Beginn seiner schöpferischen Tätigkeit. Die Autonomie des modernen Subjekts ist allerdings mit einer Trennung von einem elementaren oder auch unmittelbaren Verhältnis zur Natur erkauft. Diese Trennung, die auch in Richtung auf die Technisierung, Ökonomisierung und der modernen Massengesellschaft führt, wird kontrovers diskutiert. In der älteren Forschung (Blumenberg, Ritter, Bohrer) wird die Autonomie und der Aspekt des Schöpferischen positiv bewertet, in der neueren Diskussion (H. Böhme, L. Fischer, U. Draesner) negativ.

Die Debatte über die Ästhetiken der Natur soll exemplarisch an ihren zentralen Punkten in Theorie und teils auch in der Literatur nachvollzogen und diskutiert werden. Zu den Stationen gehören neben Blumenbergs Position u.a. die an einen Satz Adornos anknüpfenden Naturästhetiken der 1980er Jahre, die bestrebt waren, der Umweltbewegung eine eigene Ästhetik zu bieten (Seel, G. und H. Böhme), hinzu kommt die Ethikdebatte der Jahrtausendwende, die das Ziel hatte, die Rolle der Natur in unseren Rechts- und Gesellschaftssystemen zu verändern (Serres, Latour). In der Gegenwart sind drei große Tendenzen zu beschreiben, die Rückkehr zu ganzheitlichen christlich-metaphysischen Modellen (H. Böhme, H. Detering) und das eher im Selbsterfahrungskontext anzusiedelnde Nature Writing (L. Fischer, U. Draesner), hinzu tritt das breite Spektrum des u.s.-amerikanischen und britischen ecocriticism, das zentrale Theoreme der Kulturwissenschaften auf die aktuelle Debatte über das Verhältnis der Menschen zur Natur überträgt.

Dieses Feld soll exemplarisch aufgearbeitet werden, dazu sollen grundsätzliche Fragen diskutiert werden, darunter: Welche Begriffe von Natur und Ästhetik liegen den Theorien zugrunde? Wie wird das Verhältnis der Menschen zur Natur in den Theorien dargestellt und bewertet? Wie wird die Rolle der Kunst beschrieben, wie und warum soll sie verändert oder mobilisiert werden? Welche Position wird zu etablierten Weltbildern bezogen – wie Christentum, Konstruktivismus, Moderne? Welche zur Tradition und zur Diskursgeschichte?

Folgende literarische Texte sollen in Auszügen einbezogen werden: J.W. Goethe: Die Leiden des jungen Werthers (1774). J. v. Eichendorff: Texte zum Fremden wie: Schöne Fremde. Günter Grass: Die Rättin. Reinhard Jirgl: Die Stille.

PD Dr. Martin Schierbaum
10-M79-B1-05Seldwyla und Dunkelblum. Die erzählte Kleinstadt im 19., 20. und 21. Jahrhundert
Seldwyla and Dunkelblum. Small Town Narratives in the 19th, 20th und 21st Centuries

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:15 - 13:45 GW2 B2890 (2 SWS)

Die Großstadt in der (modernen) Literatur ist von der Literaturwissenschaft immer wieder in den Blick genommen worden, Dorf und ländliche Regionen in ihrer Bedeutung für die Literatur desgleichen. Die kleine Stadt hingegen ist als Schauplatz von Geschichten, als Sujet, als Mikroskosmos, als kleine Welt, welche die große spiegelt, oder als Chronotopos im Sinne Bachtins nur selten untersucht worden.

Dieses Seminar zielt darauf ab, dem entgegen zu wirken: Wir lesen gemeinsam eine kleine Reihe von sechs literarischen Erzähltexten aus den letzten 180 Jahren, Novellen bzw. (kurze) Romane, deren Geschichten allesamt in kleinen Städten angesiedelt sind. Die Texte sind alle auch unabhängig von unserem Seminarkontext von Interesse und Belang, dieser fokussiert aber natürlich sowohl die Rolle, Funktion oder spezifische Kontur des gewählten Schauplatzes als auch die historischen Veränderungen, die wir an diesem Schauplatz oder seiner Darstellung wahrnehmen können.

Wir lesen
eine Novelle aus Gottfried Keller: Die Leute von Seldwyla (1856)
Wilhelm Raabe: Stopfkuchen (1890)
Heinrich Mann: Die kleine Stadt (1909)
Gerd Gaiser: Schlußball (1958)
Andreas Maier: Klausen (2002)
Eva Menasse: Dunkelblum (2021)

Bis auf Gaisers Nachkriegsroman dürften alle Texte leicht verfügbar bzw. im Buchhandel erhältlich sein. Gaisers Roman ist antiquarisch (günstig) zu bekommen. Falls das nicht allen gelingt, stelle ich eine elektronische Kopie zur Verfügung.

Einen konkreten Plan für dieses Seminar finden Sie ab Mitte September in Stud.IP.

Das Seminar ist beheimatet im M.A. Germanistik und wird dort angeboten in den Modulen B1, B2, D2 und D4. Es ist aber auch studierbar im Modul A16 des Master of Ed. Deutsch (Gy/OS) und im Profilmodul Literatur des MA Transnationale Literaturwissenschaft. Die von den Prüfungsordnungen und Modulbeschreibungen je vorgesehenen Prüfungsformen für den Modulabschluss – mündliche Prüfung einerseits und (kleine und große) Hausarbeit andererseits – werden allesamt für dieses Seminar angeboten.

Dr. Uwe Spörl
10-M79-B2-01Idylle und Krise

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 GW2 B1410 (2 SWS)

Idyllen scheinen krisenfeste Texte zu sein: Sie zeigen einfache, harmonische Verhältnisse, oft in einer lieblichen und intakten Natur, bevölkert von friedliebenden und zufriedenen Menschen. Aus einer solchen, nur leicht klischeehaft zugespitzten Sicht rührt das schlechte Image der Idylle als entweder bloß langweilig oder notorisch trügerisch. Ein Blick in die unterschiedlichen Ausprägungen der Gattung bzw. idyllenähnlicher Texte zeigt allerdings, dass diese schon seit der antiken Schäferdichtung auf unterschiedliche Krisenerfahrungen wie Exil, Krieg oder Sklaverei reagierten und dies nicht nur in Form eines Rückzugs, in dem die jeweilige Krise ausgeschlossen würde, sondern auch durch die Verhandlung dieser Erfahrungen im Raum der Idylle. An idyllischen Texten lässt sich daher ein komplexes Zusammenspiel von Verfahren des impliziten Sprechens beobachten, die ebenso differenzierte und ggf. kritische Lektürestrategien herausfordern wie sie Aufschluss geben über die Möglichkeiten literarischer Artikulation in Zeiten der Krise.
Im Seminar werden wir dies ausgehend von antiken Bezugstexten über das 17. und 18. Jahrhundert bis in die Moderne verfolgen und dabei auch der Frage nachgehen, was die Idylle als Gattung ausmacht, wie sich dies literaturgeschichtlich ändert und inwiefern historisch spezifische Krisenerfahrungen den Rückgriff auf Idyllisches herausgefordert haben.

Dr. Jan Gerstner

B2 Texte und Kontexte Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereichh ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Thomas Althaus, Kontakt: talthaus@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/B2.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-B1-01Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Peter Weiss‘ dreibändiger Roman Die Ästhetik des Widerstands (1975/1978/1981) zählt neben Günter Grass‘ Die Blechtrommel oder Uwe Johnsons Jahrestage zu den herausragenden Werken der deutschsprachigen Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Der im schwedischen Exil lebende Weiss arbeitet in seinem Roman sonst häufig vernachlässigte oder verdrängte transnationale Teile der Geschichte des 20. Jahrhunderts auf. Im Zentrum stehen die Geschichte der Arbeiterbewegung, der Spanische Bürgerkrieg, der (kommunistische) Widerstand gegen den Nationalsozialismus, das Exil. Der Romantitel ist doppeldeutig und meint sowohl den Versuch, dem politischen Widerstand eine Ästhetik zu geben, als auch eine widerständige und antitotalitäre Ästhetik zu entwickeln. Eine große Rolle spielen dabei Werke der Bildenden Kunst, vom Pergamonaltar über Theodore Géricaults Das Floß der Medusa bis zu Picassos Guernica, die der Text sich intermedial durch besondere Formen der Ekphrasis aneignet. Neben die Intermedialiät (Weiss war selbst auch Maler und experimenteller Filmemacher) treten literarische Referenzen, u.a. zum Dadaismus, zu Franz Kafka und Bertolt Brecht.
Zur Anschaffung wird dringend die folgende Ausgabe empfohlen:
Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands. Hg. und mit einem editorischen Nachwort von Jürgen Schutte. Berlin: Suhrkamp 2016.
Hilfreich bei der Lektüre: Jürgen Schutte: Register zur Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss. Berlin: Verbrecher 2018.

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-B1-02Gemeinsam schreiben um 1800/ 1900/ 2000

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 14:15 - 15:45 MZH 1460 (2 SWS)

Wenn wir uns Zeitzeugnisse unterschiedlicher Literat:innen von Johann Georg Zimmermann über Marie von Ebner-Eschenbach bis hin zu Virginia Woolf betrachten, die das eigene Schaffen beschreiben, drängt sich der Verdacht auf, dass literarische Arbeit vor allem einsam ist. Dichtung endet also dort, wo ein geselliges Miteinander beginnt. Ist das wirklich so? Im Seminar wollen wir uns vor dem Hintergrund des ‚Normalfalls literarischer Produktion‘, der einem genieästhetischen Verständnis von literarischem Schaffen entspricht, unterschiedlichen Texten und Szenarien widmen, die diesem zuwiderlaufen. Exemplarische Beispiele aus der Zeit um 1800, 1900 und 2000 aus unterschiedlichen Gattungen und Genres werden in diesem Zusammenhang viele Beispiele dafür liefern, wann und wie kollektives und kollaboratives Schreiben möglich gewesen ist und welche Rolle die Ergebnisse im literaturwissenschaftlichen Diskurs spielen.

Zusätzlich zur literarischen Lektüre werden wir uns der Forschung zur Schreibszene (und zur Schreib-Szene) zuwenden, klären, wie kollaborative Schreibprozesse beschaffen sind und welchen Einfluss soziokulturelle Faktoren hier hatten und haben können.

Als Studienleistung werden Sie selbst eine literarische Kollaboration untersuchen und Ihre Ergebnisse im letzten Drittel des Semesters vorstellen. Zusätzlich dazu sollten Sie regelmäßig und aktiv teilnehmen.

Die Prüfungsleistung bemisst sich nach Ihrem Studiengang und dem entsprechenden Modul. In der Regel können Sie eine große oder eine kleine Hausarbeit schreiben, auch mündliche Prüfungen sind möglich.

Die folgenden Texte können Sie bereits anschaffen und vorbereiten, die übrigen Texte werden als Scan im Laufe der nächsten Wochen im StudIP-Kurs zur Verfügung gestellt:

Edmond und Jules de Goncourt: Germinie Lacerteux (1864)
(Bitte kaufen Sie die Insel-Taschenbuchausgabe von 1988)
Hermann Bahr et al.: Der Roman der Zwölf (1909)
(Bitte kaufen Sie die Insel-Taschenbuch-Ausgabe, hg. von Alfred Estermann, 1992)
E.T.A. Hoffmann et al.: Der Roman des Freiherrn von Vieren (1815)
(Bitte kaufen Sie die dtv-Ausgabe)
Bertolt Brecht, Walter Benjamin (Thiemann, Wizisla): Mord im Fahrstuhlschacht (1933)
Clemens J. Setz: BOT (2018)

Dr. Urania Julia Milevski
10-M79-B1-05Seldwyla und Dunkelblum. Die erzählte Kleinstadt im 19., 20. und 21. Jahrhundert
Seldwyla and Dunkelblum. Small Town Narratives in the 19th, 20th und 21st Centuries

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:15 - 13:45 GW2 B2890 (2 SWS)

Die Großstadt in der (modernen) Literatur ist von der Literaturwissenschaft immer wieder in den Blick genommen worden, Dorf und ländliche Regionen in ihrer Bedeutung für die Literatur desgleichen. Die kleine Stadt hingegen ist als Schauplatz von Geschichten, als Sujet, als Mikroskosmos, als kleine Welt, welche die große spiegelt, oder als Chronotopos im Sinne Bachtins nur selten untersucht worden.

Dieses Seminar zielt darauf ab, dem entgegen zu wirken: Wir lesen gemeinsam eine kleine Reihe von sechs literarischen Erzähltexten aus den letzten 180 Jahren, Novellen bzw. (kurze) Romane, deren Geschichten allesamt in kleinen Städten angesiedelt sind. Die Texte sind alle auch unabhängig von unserem Seminarkontext von Interesse und Belang, dieser fokussiert aber natürlich sowohl die Rolle, Funktion oder spezifische Kontur des gewählten Schauplatzes als auch die historischen Veränderungen, die wir an diesem Schauplatz oder seiner Darstellung wahrnehmen können.

Wir lesen
eine Novelle aus Gottfried Keller: Die Leute von Seldwyla (1856)
Wilhelm Raabe: Stopfkuchen (1890)
Heinrich Mann: Die kleine Stadt (1909)
Gerd Gaiser: Schlußball (1958)
Andreas Maier: Klausen (2002)
Eva Menasse: Dunkelblum (2021)

Bis auf Gaisers Nachkriegsroman dürften alle Texte leicht verfügbar bzw. im Buchhandel erhältlich sein. Gaisers Roman ist antiquarisch (günstig) zu bekommen. Falls das nicht allen gelingt, stelle ich eine elektronische Kopie zur Verfügung.

Einen konkreten Plan für dieses Seminar finden Sie ab Mitte September in Stud.IP.

Das Seminar ist beheimatet im M.A. Germanistik und wird dort angeboten in den Modulen B1, B2, D2 und D4. Es ist aber auch studierbar im Modul A16 des Master of Ed. Deutsch (Gy/OS) und im Profilmodul Literatur des MA Transnationale Literaturwissenschaft. Die von den Prüfungsordnungen und Modulbeschreibungen je vorgesehenen Prüfungsformen für den Modulabschluss – mündliche Prüfung einerseits und (kleine und große) Hausarbeit andererseits – werden allesamt für dieses Seminar angeboten.

Dr. Uwe Spörl
10-M79-B2-01Idylle und Krise

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 GW2 B1410 (2 SWS)

Idyllen scheinen krisenfeste Texte zu sein: Sie zeigen einfache, harmonische Verhältnisse, oft in einer lieblichen und intakten Natur, bevölkert von friedliebenden und zufriedenen Menschen. Aus einer solchen, nur leicht klischeehaft zugespitzten Sicht rührt das schlechte Image der Idylle als entweder bloß langweilig oder notorisch trügerisch. Ein Blick in die unterschiedlichen Ausprägungen der Gattung bzw. idyllenähnlicher Texte zeigt allerdings, dass diese schon seit der antiken Schäferdichtung auf unterschiedliche Krisenerfahrungen wie Exil, Krieg oder Sklaverei reagierten und dies nicht nur in Form eines Rückzugs, in dem die jeweilige Krise ausgeschlossen würde, sondern auch durch die Verhandlung dieser Erfahrungen im Raum der Idylle. An idyllischen Texten lässt sich daher ein komplexes Zusammenspiel von Verfahren des impliziten Sprechens beobachten, die ebenso differenzierte und ggf. kritische Lektürestrategien herausfordern wie sie Aufschluss geben über die Möglichkeiten literarischer Artikulation in Zeiten der Krise.
Im Seminar werden wir dies ausgehend von antiken Bezugstexten über das 17. und 18. Jahrhundert bis in die Moderne verfolgen und dabei auch der Frage nachgehen, was die Idylle als Gattung ausmacht, wie sich dies literaturgeschichtlich ändert und inwiefern historisch spezifische Krisenerfahrungen den Rückgriff auf Idyllisches herausgefordert haben.

Dr. Jan Gerstner

C1 Sprachliche Strukturen und Konstruktionen Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter. Prof. Dr. Ingo Warnke, Kontakt: iwarnke@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/C1.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-C1-01Schweigen, Stille, Tabu – Von intendierter und kontrollierter Sprachlosigkeit
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum) (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-C1-02Sprachkontakt
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:15 - 13:45 GW1 B2130 (2 SWS)

Sprachen stehen durch übereinzelsprachliche Kommunikation und Mehrsprachigkeit der
Sprecher*innen in stetigem Kontakt und beeinflussen sich gegenseitig. In diesem Kurs wollen wir
ergründen, wie sich dieser Einfluss phonologisch, lexikalisch und grammatisch auswirkt und
welche Faktoren dafür ursächlich sind, um auf dieser Grundlage kontaktbedingten Sprachwandel in
der deutschen Sprachgeschichte sowie aktuelle Tendenzen zu untersuchen.

Dr. Andreas Jäger

C2 Sprachliche Interaktionen und Materialisierungen Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Ingo Warnke, Kontakt: iwarnke@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/C2.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-C2-01Von Identität über Migration bis zu Aktivismus und Integration – Grundbegriffe der Gegenwart
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:00 - 20:00 SFG 2030 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M80-3-SpecMo-03Talking bodies: Constructing stance and emotions in interactions (in englischer Sprache)
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Fr 12:15 - 15:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Communication is more than exchanging information. When people talk to one another, they mean more than what they say. This extra meaning can be their epistemic or attitudinal stance towards what is said or their emotions. The course „Talking bodies“ is concerned with the embodied repertoire people use to construct stance and emotions in verbal interactions.

Learning objective
In this course, you will
• Familiarize yourselves with the terms stance and emotion
• Get an overview on the state-of-the-art
• Get to know qualitative methods of analyzing stance and emotions
• Do some research yourselves
• Learn to work in international and heterogenous groups.

Credits
English-Speaking Cultures > SpecMo > graded (6CP): Portfolio
English-Speaking Cultures > SpecMo > ungraded (6CP): Presentation

Dr. Claudia Lehmann (LB)
Dr. Andreas Rothenhöfer

D1 Theorien, Methoden, Modelle Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Axel Dunker, Kontakt: adunker@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/D1.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-A1-02"Deus Io vult." Heilsgeschichte als philosophisches Basiskonstrukt

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:15 - 13:45 MZH 1460 (2 SWS)
Dr. Jana Jürgs
10-M79-B1-01Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Peter Weiss‘ dreibändiger Roman Die Ästhetik des Widerstands (1975/1978/1981) zählt neben Günter Grass‘ Die Blechtrommel oder Uwe Johnsons Jahrestage zu den herausragenden Werken der deutschsprachigen Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Der im schwedischen Exil lebende Weiss arbeitet in seinem Roman sonst häufig vernachlässigte oder verdrängte transnationale Teile der Geschichte des 20. Jahrhunderts auf. Im Zentrum stehen die Geschichte der Arbeiterbewegung, der Spanische Bürgerkrieg, der (kommunistische) Widerstand gegen den Nationalsozialismus, das Exil. Der Romantitel ist doppeldeutig und meint sowohl den Versuch, dem politischen Widerstand eine Ästhetik zu geben, als auch eine widerständige und antitotalitäre Ästhetik zu entwickeln. Eine große Rolle spielen dabei Werke der Bildenden Kunst, vom Pergamonaltar über Theodore Géricaults Das Floß der Medusa bis zu Picassos Guernica, die der Text sich intermedial durch besondere Formen der Ekphrasis aneignet. Neben die Intermedialiät (Weiss war selbst auch Maler und experimenteller Filmemacher) treten literarische Referenzen, u.a. zum Dadaismus, zu Franz Kafka und Bertolt Brecht.
Zur Anschaffung wird dringend die folgende Ausgabe empfohlen:
Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands. Hg. und mit einem editorischen Nachwort von Jürgen Schutte. Berlin: Suhrkamp 2016.
Hilfreich bei der Lektüre: Jürgen Schutte: Register zur Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss. Berlin: Verbrecher 2018.

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-B1-03Zwischen Nachahmung und Nature Writing - Theoretische Debatten und literarische Ausprägungen der Ästhetiken der Natur

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:15 - 13:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Das Verhältnis zwischen Natur und Literatur war von der Antike bis ca. 1750 durch die große Linie des Nachahmungsgedankens weitgehend bestimmt. Dieser Typus von realistischer Darstellung verband dabei auch die Literatur mit der Malerei. Mit dem Ende der Regelpoetik und der theologisch orientierten Modelle erhielt nicht allein die Ästhetik eine hervorgehobene Bedeutung in der theoretischen Debatte, sondern dem Themenfeld der Natur und den Metaphoriken der Natur wurde ebenfalls eine besondere Aufmerksamkeit zuteil. In den nächsten 100 Jahren entwickelten sich Positionen, die bis heute in ihrer Ausrichtung und ihre Tragweite diskutiert werden. Man kann dabei von den Naturverhältnissen der Moderne sprechen. Sie drücken sich vom Beginn der Debatte an in kunsttheoretischen Positionen sowie in literarischen Texten aus.
Verhandelt wird in diesen Debatten die Rolle des Menschen in der Moderne sowie die Rolle des modernen Menschen. Dazu gehört z.B. seine Emanzipation von äußeren Gesetzen und Traditionen und damit der Beginn seiner schöpferischen Tätigkeit. Die Autonomie des modernen Subjekts ist allerdings mit einer Trennung von einem elementaren oder auch unmittelbaren Verhältnis zur Natur erkauft. Diese Trennung, die auch in Richtung auf die Technisierung, Ökonomisierung und der modernen Massengesellschaft führt, wird kontrovers diskutiert. In der älteren Forschung (Blumenberg, Ritter, Bohrer) wird die Autonomie und der Aspekt des Schöpferischen positiv bewertet, in der neueren Diskussion (H. Böhme, L. Fischer, U. Draesner) negativ.

Die Debatte über die Ästhetiken der Natur soll exemplarisch an ihren zentralen Punkten in Theorie und teils auch in der Literatur nachvollzogen und diskutiert werden. Zu den Stationen gehören neben Blumenbergs Position u.a. die an einen Satz Adornos anknüpfenden Naturästhetiken der 1980er Jahre, die bestrebt waren, der Umweltbewegung eine eigene Ästhetik zu bieten (Seel, G. und H. Böhme), hinzu kommt die Ethikdebatte der Jahrtausendwende, die das Ziel hatte, die Rolle der Natur in unseren Rechts- und Gesellschaftssystemen zu verändern (Serres, Latour). In der Gegenwart sind drei große Tendenzen zu beschreiben, die Rückkehr zu ganzheitlichen christlich-metaphysischen Modellen (H. Böhme, H. Detering) und das eher im Selbsterfahrungskontext anzusiedelnde Nature Writing (L. Fischer, U. Draesner), hinzu tritt das breite Spektrum des u.s.-amerikanischen und britischen ecocriticism, das zentrale Theoreme der Kulturwissenschaften auf die aktuelle Debatte über das Verhältnis der Menschen zur Natur überträgt.

Dieses Feld soll exemplarisch aufgearbeitet werden, dazu sollen grundsätzliche Fragen diskutiert werden, darunter: Welche Begriffe von Natur und Ästhetik liegen den Theorien zugrunde? Wie wird das Verhältnis der Menschen zur Natur in den Theorien dargestellt und bewertet? Wie wird die Rolle der Kunst beschrieben, wie und warum soll sie verändert oder mobilisiert werden? Welche Position wird zu etablierten Weltbildern bezogen – wie Christentum, Konstruktivismus, Moderne? Welche zur Tradition und zur Diskursgeschichte?

Folgende literarische Texte sollen in Auszügen einbezogen werden: J.W. Goethe: Die Leiden des jungen Werthers (1774). J. v. Eichendorff: Texte zum Fremden wie: Schöne Fremde. Günter Grass: Die Rättin. Reinhard Jirgl: Die Stille.

PD Dr. Martin Schierbaum
10-M79-C1-01Schweigen, Stille, Tabu – Von intendierter und kontrollierter Sprachlosigkeit
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum) (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-C1-02Sprachkontakt
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:15 - 13:45 GW1 B2130 (2 SWS)

Sprachen stehen durch übereinzelsprachliche Kommunikation und Mehrsprachigkeit der
Sprecher*innen in stetigem Kontakt und beeinflussen sich gegenseitig. In diesem Kurs wollen wir
ergründen, wie sich dieser Einfluss phonologisch, lexikalisch und grammatisch auswirkt und
welche Faktoren dafür ursächlich sind, um auf dieser Grundlage kontaktbedingten Sprachwandel in
der deutschen Sprachgeschichte sowie aktuelle Tendenzen zu untersuchen.

Dr. Andreas Jäger
10-M79-C2-01Von Identität über Migration bis zu Aktivismus und Integration – Grundbegriffe der Gegenwart
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:00 - 20:00 SFG 2030 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-D1-01Contradiction Studies und (mediävistische) Literaturwissenschaft

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:15 - 17:45 GW2 B1630 (2 SWS)

(Nicht nur) in der Bremer Verbundforschungsinitiative 'Worlds of Contradiction' und im neuen Graduiertenkolleg 'Contradiction Studies' formiert sich seit einigen Jahren das neue Forschungsfeld interdisziplinärer 'Contradiction Studies.' In der mediävistischen Literaturwissenschaft werden verstärkt Erzählbrüche und Widersprüchlichkeiten als Merkmal mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erzählens untersucht. Das Seminar entwickelt und erprobt exemplarisch methodische Grundlagen mediävistischer 'Contradiction Studies' in einem fruchtbaren Methodenpluralismus zwischen 'Close Reading', Hermeneutik und Dekonstruktion, historischer Narratologie und 'Postcolonial Studies', alteritärer Medialität und Rhetoriktradition, Diskursanalyse und Wissensgeschichte.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis Anfang Oktober über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M80-3-SpecMo-03Talking bodies: Constructing stance and emotions in interactions (in englischer Sprache)
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Fr 12:15 - 15:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Communication is more than exchanging information. When people talk to one another, they mean more than what they say. This extra meaning can be their epistemic or attitudinal stance towards what is said or their emotions. The course „Talking bodies“ is concerned with the embodied repertoire people use to construct stance and emotions in verbal interactions.

Learning objective
In this course, you will
• Familiarize yourselves with the terms stance and emotion
• Get an overview on the state-of-the-art
• Get to know qualitative methods of analyzing stance and emotions
• Do some research yourselves
• Learn to work in international and heterogenous groups.

Credits
English-Speaking Cultures > SpecMo > graded (6CP): Portfolio
English-Speaking Cultures > SpecMo > ungraded (6CP): Presentation

Dr. Claudia Lehmann (LB)
Dr. Andreas Rothenhöfer

D2 Historizität, Entwicklungen, Prozesse Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/D2.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-A1-01Medialität und Intermedialität vormoderner Literatur

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B2890 (2 SWS)

Die Alterität vormoderner Literatur liegt nicht zuletzt in ihrer Medialität begründet: der Rolle der Mündlichkeit und den besonderen Bedingungen der Manuskriptkultur. Die Veranstaltung behandelt an ausgewählten Beispielen vom 8. bis 16. Jahrhundert medial bedingte Eigenarten vormoderner Literatur: als Vortragsliteratur und Literatur aus Handschriften, erst seit dem 15. Jahrhundert aus gedruckten Büchern; neben Schrift und Bild kommen Körper, Stimme und Performanz zur Sprache. Es geht um die Materialität der Kommunikation in der Vormoderne, um Formen des Zusammenwirkens verschiedener Medien und um Fragen des Medienwechsels.

Programm und Literaturhinweise s. StudIP.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-A1-02"Deus Io vult." Heilsgeschichte als philosophisches Basiskonstrukt

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:15 - 13:45 MZH 1460 (2 SWS)
Dr. Jana Jürgs
10-M79-A2-01Liebe, Abenteuer, Erzählen: 'Aithiopika' deutsch

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:15 - 15:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Die ‚Aithiopika‘ des Heliodor (wohl 3. Jh. n. Chr.) gilt als Inbegriff und Prototyp ‚romanhaften‘ Erzählens: durch eine bunte Fülle von Abenteuern (wie Kindesaussetzung, Seereisen, Piraterie und Schiffbruch, treue Liebe und gefährliche Leidenschaften, Schlachten, Totenbeschwörung, drohendes Menschenopfer und Keuschheitsproben, Trennungen und Wiederfinden), aber auch durch komplexe Formen des Erzählens, Erzählens im Erzählen, der Reflexion über Erzählen. In die deutsche Literaturgeschichte hat die ‚Aithiopika‘, vermittelt über die lateinische Übertragung des Stanislaus Warschewiczki (Erstdruck 1552), erst ab dem 16. Jahrhundert Eingang gefunden und vor allem im 17. Jahrhundert die Entwicklung des Romans geprägt. Wir diskutieren anhand zentraler Auszüge Aspekte romanhaften Erzählens in der ‚Aithiopika‘ (in mehreren neuhochdeutschen Übersetzungen verfügbar) und in den frühneuhochdeutschen Bearbeitungen des 16. Jahrhunderts, der Übersetzung durch Johannes Zschorn (1559) und deren Bearbeitung in Sigmund Feyerabends Romankompilation ‚Buch der Liebe‘ (1587).

Programm und Literaturhinweise s. StudIP.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-A2-02Tristan intermedial

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:15 - 13:45 GW2 A4020 (2 SWS)

Gibt es eine absolute Liebe? Rechtfertigt sie alles? Beruht sie auf Magie und gibt es eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren? Verschiedene literarische Erzähltexte, Lieder und bildliche Darstellungen seit dem Mittelalter setzen sich mit der ehebrecherischen Tristanliebe auseinander. Ihr künstlerischher Höhepunkt ist Gottfrieds von Straßburg 'Tristanroman' (um 1205/10), der seine Hörer:innen und Leser:innen schon seit Jahrhunderten in den Bann zieht. An diesem herausragenden Beispiel hochmittelalterlicher Dichtung, aber auch an anderen Tristanwerken (Romanen, Kurzerzählungen, Liedern, Abbildungen und Verfilmungen, Wagners Musikdrama) werden wir Themen wie Rittertum und Künstlertum, Selbstverlust, Tod und vor allem Liebeskonzeptionen jenseits des gesellschaftlich Erlaubten diskutieren.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock
10-M79-B1-05Seldwyla und Dunkelblum. Die erzählte Kleinstadt im 19., 20. und 21. Jahrhundert
Seldwyla and Dunkelblum. Small Town Narratives in the 19th, 20th und 21st Centuries

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:15 - 13:45 GW2 B2890 (2 SWS)

Die Großstadt in der (modernen) Literatur ist von der Literaturwissenschaft immer wieder in den Blick genommen worden, Dorf und ländliche Regionen in ihrer Bedeutung für die Literatur desgleichen. Die kleine Stadt hingegen ist als Schauplatz von Geschichten, als Sujet, als Mikroskosmos, als kleine Welt, welche die große spiegelt, oder als Chronotopos im Sinne Bachtins nur selten untersucht worden.

Dieses Seminar zielt darauf ab, dem entgegen zu wirken: Wir lesen gemeinsam eine kleine Reihe von sechs literarischen Erzähltexten aus den letzten 180 Jahren, Novellen bzw. (kurze) Romane, deren Geschichten allesamt in kleinen Städten angesiedelt sind. Die Texte sind alle auch unabhängig von unserem Seminarkontext von Interesse und Belang, dieser fokussiert aber natürlich sowohl die Rolle, Funktion oder spezifische Kontur des gewählten Schauplatzes als auch die historischen Veränderungen, die wir an diesem Schauplatz oder seiner Darstellung wahrnehmen können.

Wir lesen
eine Novelle aus Gottfried Keller: Die Leute von Seldwyla (1856)
Wilhelm Raabe: Stopfkuchen (1890)
Heinrich Mann: Die kleine Stadt (1909)
Gerd Gaiser: Schlußball (1958)
Andreas Maier: Klausen (2002)
Eva Menasse: Dunkelblum (2021)

Bis auf Gaisers Nachkriegsroman dürften alle Texte leicht verfügbar bzw. im Buchhandel erhältlich sein. Gaisers Roman ist antiquarisch (günstig) zu bekommen. Falls das nicht allen gelingt, stelle ich eine elektronische Kopie zur Verfügung.

Einen konkreten Plan für dieses Seminar finden Sie ab Mitte September in Stud.IP.

Das Seminar ist beheimatet im M.A. Germanistik und wird dort angeboten in den Modulen B1, B2, D2 und D4. Es ist aber auch studierbar im Modul A16 des Master of Ed. Deutsch (Gy/OS) und im Profilmodul Literatur des MA Transnationale Literaturwissenschaft. Die von den Prüfungsordnungen und Modulbeschreibungen je vorgesehenen Prüfungsformen für den Modulabschluss – mündliche Prüfung einerseits und (kleine und große) Hausarbeit andererseits – werden allesamt für dieses Seminar angeboten.

Dr. Uwe Spörl
10-M79-B2-01Idylle und Krise

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 GW2 B1410 (2 SWS)

Idyllen scheinen krisenfeste Texte zu sein: Sie zeigen einfache, harmonische Verhältnisse, oft in einer lieblichen und intakten Natur, bevölkert von friedliebenden und zufriedenen Menschen. Aus einer solchen, nur leicht klischeehaft zugespitzten Sicht rührt das schlechte Image der Idylle als entweder bloß langweilig oder notorisch trügerisch. Ein Blick in die unterschiedlichen Ausprägungen der Gattung bzw. idyllenähnlicher Texte zeigt allerdings, dass diese schon seit der antiken Schäferdichtung auf unterschiedliche Krisenerfahrungen wie Exil, Krieg oder Sklaverei reagierten und dies nicht nur in Form eines Rückzugs, in dem die jeweilige Krise ausgeschlossen würde, sondern auch durch die Verhandlung dieser Erfahrungen im Raum der Idylle. An idyllischen Texten lässt sich daher ein komplexes Zusammenspiel von Verfahren des impliziten Sprechens beobachten, die ebenso differenzierte und ggf. kritische Lektürestrategien herausfordern wie sie Aufschluss geben über die Möglichkeiten literarischer Artikulation in Zeiten der Krise.
Im Seminar werden wir dies ausgehend von antiken Bezugstexten über das 17. und 18. Jahrhundert bis in die Moderne verfolgen und dabei auch der Frage nachgehen, was die Idylle als Gattung ausmacht, wie sich dies literaturgeschichtlich ändert und inwiefern historisch spezifische Krisenerfahrungen den Rückgriff auf Idyllisches herausgefordert haben.

Dr. Jan Gerstner
10-M79-C1-01Schweigen, Stille, Tabu – Von intendierter und kontrollierter Sprachlosigkeit
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum) (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-C1-02Sprachkontakt
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:15 - 13:45 GW1 B2130 (2 SWS)

Sprachen stehen durch übereinzelsprachliche Kommunikation und Mehrsprachigkeit der
Sprecher*innen in stetigem Kontakt und beeinflussen sich gegenseitig. In diesem Kurs wollen wir
ergründen, wie sich dieser Einfluss phonologisch, lexikalisch und grammatisch auswirkt und
welche Faktoren dafür ursächlich sind, um auf dieser Grundlage kontaktbedingten Sprachwandel in
der deutschen Sprachgeschichte sowie aktuelle Tendenzen zu untersuchen.

Dr. Andreas Jäger
10-M79-C2-01Von Identität über Migration bis zu Aktivismus und Integration – Grundbegriffe der Gegenwart
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:00 - 20:00 SFG 2030 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-D1-01Contradiction Studies und (mediävistische) Literaturwissenschaft

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:15 - 17:45 GW2 B1630 (2 SWS)

(Nicht nur) in der Bremer Verbundforschungsinitiative 'Worlds of Contradiction' und im neuen Graduiertenkolleg 'Contradiction Studies' formiert sich seit einigen Jahren das neue Forschungsfeld interdisziplinärer 'Contradiction Studies.' In der mediävistischen Literaturwissenschaft werden verstärkt Erzählbrüche und Widersprüchlichkeiten als Merkmal mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erzählens untersucht. Das Seminar entwickelt und erprobt exemplarisch methodische Grundlagen mediävistischer 'Contradiction Studies' in einem fruchtbaren Methodenpluralismus zwischen 'Close Reading', Hermeneutik und Dekonstruktion, historischer Narratologie und 'Postcolonial Studies', alteritärer Medialität und Rhetoriktradition, Diskursanalyse und Wissensgeschichte.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis Anfang Oktober über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert

D3 Textualität, Medialität, Kommunikation Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Thomas Althaus, Kontakt: talthaus@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/D3.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-A1-01Medialität und Intermedialität vormoderner Literatur

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B2890 (2 SWS)

Die Alterität vormoderner Literatur liegt nicht zuletzt in ihrer Medialität begründet: der Rolle der Mündlichkeit und den besonderen Bedingungen der Manuskriptkultur. Die Veranstaltung behandelt an ausgewählten Beispielen vom 8. bis 16. Jahrhundert medial bedingte Eigenarten vormoderner Literatur: als Vortragsliteratur und Literatur aus Handschriften, erst seit dem 15. Jahrhundert aus gedruckten Büchern; neben Schrift und Bild kommen Körper, Stimme und Performanz zur Sprache. Es geht um die Materialität der Kommunikation in der Vormoderne, um Formen des Zusammenwirkens verschiedener Medien und um Fragen des Medienwechsels.

Programm und Literaturhinweise s. StudIP.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-A2-01Liebe, Abenteuer, Erzählen: 'Aithiopika' deutsch

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:15 - 15:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Die ‚Aithiopika‘ des Heliodor (wohl 3. Jh. n. Chr.) gilt als Inbegriff und Prototyp ‚romanhaften‘ Erzählens: durch eine bunte Fülle von Abenteuern (wie Kindesaussetzung, Seereisen, Piraterie und Schiffbruch, treue Liebe und gefährliche Leidenschaften, Schlachten, Totenbeschwörung, drohendes Menschenopfer und Keuschheitsproben, Trennungen und Wiederfinden), aber auch durch komplexe Formen des Erzählens, Erzählens im Erzählen, der Reflexion über Erzählen. In die deutsche Literaturgeschichte hat die ‚Aithiopika‘, vermittelt über die lateinische Übertragung des Stanislaus Warschewiczki (Erstdruck 1552), erst ab dem 16. Jahrhundert Eingang gefunden und vor allem im 17. Jahrhundert die Entwicklung des Romans geprägt. Wir diskutieren anhand zentraler Auszüge Aspekte romanhaften Erzählens in der ‚Aithiopika‘ (in mehreren neuhochdeutschen Übersetzungen verfügbar) und in den frühneuhochdeutschen Bearbeitungen des 16. Jahrhunderts, der Übersetzung durch Johannes Zschorn (1559) und deren Bearbeitung in Sigmund Feyerabends Romankompilation ‚Buch der Liebe‘ (1587).

Programm und Literaturhinweise s. StudIP.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-A2-02Tristan intermedial

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:15 - 13:45 GW2 A4020 (2 SWS)

Gibt es eine absolute Liebe? Rechtfertigt sie alles? Beruht sie auf Magie und gibt es eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren? Verschiedene literarische Erzähltexte, Lieder und bildliche Darstellungen seit dem Mittelalter setzen sich mit der ehebrecherischen Tristanliebe auseinander. Ihr künstlerischher Höhepunkt ist Gottfrieds von Straßburg 'Tristanroman' (um 1205/10), der seine Hörer:innen und Leser:innen schon seit Jahrhunderten in den Bann zieht. An diesem herausragenden Beispiel hochmittelalterlicher Dichtung, aber auch an anderen Tristanwerken (Romanen, Kurzerzählungen, Liedern, Abbildungen und Verfilmungen, Wagners Musikdrama) werden wir Themen wie Rittertum und Künstlertum, Selbstverlust, Tod und vor allem Liebeskonzeptionen jenseits des gesellschaftlich Erlaubten diskutieren.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock
10-M79-B1-01Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Peter Weiss‘ dreibändiger Roman Die Ästhetik des Widerstands (1975/1978/1981) zählt neben Günter Grass‘ Die Blechtrommel oder Uwe Johnsons Jahrestage zu den herausragenden Werken der deutschsprachigen Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Der im schwedischen Exil lebende Weiss arbeitet in seinem Roman sonst häufig vernachlässigte oder verdrängte transnationale Teile der Geschichte des 20. Jahrhunderts auf. Im Zentrum stehen die Geschichte der Arbeiterbewegung, der Spanische Bürgerkrieg, der (kommunistische) Widerstand gegen den Nationalsozialismus, das Exil. Der Romantitel ist doppeldeutig und meint sowohl den Versuch, dem politischen Widerstand eine Ästhetik zu geben, als auch eine widerständige und antitotalitäre Ästhetik zu entwickeln. Eine große Rolle spielen dabei Werke der Bildenden Kunst, vom Pergamonaltar über Theodore Géricaults Das Floß der Medusa bis zu Picassos Guernica, die der Text sich intermedial durch besondere Formen der Ekphrasis aneignet. Neben die Intermedialiät (Weiss war selbst auch Maler und experimenteller Filmemacher) treten literarische Referenzen, u.a. zum Dadaismus, zu Franz Kafka und Bertolt Brecht.
Zur Anschaffung wird dringend die folgende Ausgabe empfohlen:
Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands. Hg. und mit einem editorischen Nachwort von Jürgen Schutte. Berlin: Suhrkamp 2016.
Hilfreich bei der Lektüre: Jürgen Schutte: Register zur Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss. Berlin: Verbrecher 2018.

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-B1-02Gemeinsam schreiben um 1800/ 1900/ 2000

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 14:15 - 15:45 MZH 1460 (2 SWS)

Wenn wir uns Zeitzeugnisse unterschiedlicher Literat:innen von Johann Georg Zimmermann über Marie von Ebner-Eschenbach bis hin zu Virginia Woolf betrachten, die das eigene Schaffen beschreiben, drängt sich der Verdacht auf, dass literarische Arbeit vor allem einsam ist. Dichtung endet also dort, wo ein geselliges Miteinander beginnt. Ist das wirklich so? Im Seminar wollen wir uns vor dem Hintergrund des ‚Normalfalls literarischer Produktion‘, der einem genieästhetischen Verständnis von literarischem Schaffen entspricht, unterschiedlichen Texten und Szenarien widmen, die diesem zuwiderlaufen. Exemplarische Beispiele aus der Zeit um 1800, 1900 und 2000 aus unterschiedlichen Gattungen und Genres werden in diesem Zusammenhang viele Beispiele dafür liefern, wann und wie kollektives und kollaboratives Schreiben möglich gewesen ist und welche Rolle die Ergebnisse im literaturwissenschaftlichen Diskurs spielen.

Zusätzlich zur literarischen Lektüre werden wir uns der Forschung zur Schreibszene (und zur Schreib-Szene) zuwenden, klären, wie kollaborative Schreibprozesse beschaffen sind und welchen Einfluss soziokulturelle Faktoren hier hatten und haben können.

Als Studienleistung werden Sie selbst eine literarische Kollaboration untersuchen und Ihre Ergebnisse im letzten Drittel des Semesters vorstellen. Zusätzlich dazu sollten Sie regelmäßig und aktiv teilnehmen.

Die Prüfungsleistung bemisst sich nach Ihrem Studiengang und dem entsprechenden Modul. In der Regel können Sie eine große oder eine kleine Hausarbeit schreiben, auch mündliche Prüfungen sind möglich.

Die folgenden Texte können Sie bereits anschaffen und vorbereiten, die übrigen Texte werden als Scan im Laufe der nächsten Wochen im StudIP-Kurs zur Verfügung gestellt:

Edmond und Jules de Goncourt: Germinie Lacerteux (1864)
(Bitte kaufen Sie die Insel-Taschenbuchausgabe von 1988)
Hermann Bahr et al.: Der Roman der Zwölf (1909)
(Bitte kaufen Sie die Insel-Taschenbuch-Ausgabe, hg. von Alfred Estermann, 1992)
E.T.A. Hoffmann et al.: Der Roman des Freiherrn von Vieren (1815)
(Bitte kaufen Sie die dtv-Ausgabe)
Bertolt Brecht, Walter Benjamin (Thiemann, Wizisla): Mord im Fahrstuhlschacht (1933)
Clemens J. Setz: BOT (2018)

Dr. Urania Julia Milevski
10-M79-B2-01Idylle und Krise

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 GW2 B1410 (2 SWS)

Idyllen scheinen krisenfeste Texte zu sein: Sie zeigen einfache, harmonische Verhältnisse, oft in einer lieblichen und intakten Natur, bevölkert von friedliebenden und zufriedenen Menschen. Aus einer solchen, nur leicht klischeehaft zugespitzten Sicht rührt das schlechte Image der Idylle als entweder bloß langweilig oder notorisch trügerisch. Ein Blick in die unterschiedlichen Ausprägungen der Gattung bzw. idyllenähnlicher Texte zeigt allerdings, dass diese schon seit der antiken Schäferdichtung auf unterschiedliche Krisenerfahrungen wie Exil, Krieg oder Sklaverei reagierten und dies nicht nur in Form eines Rückzugs, in dem die jeweilige Krise ausgeschlossen würde, sondern auch durch die Verhandlung dieser Erfahrungen im Raum der Idylle. An idyllischen Texten lässt sich daher ein komplexes Zusammenspiel von Verfahren des impliziten Sprechens beobachten, die ebenso differenzierte und ggf. kritische Lektürestrategien herausfordern wie sie Aufschluss geben über die Möglichkeiten literarischer Artikulation in Zeiten der Krise.
Im Seminar werden wir dies ausgehend von antiken Bezugstexten über das 17. und 18. Jahrhundert bis in die Moderne verfolgen und dabei auch der Frage nachgehen, was die Idylle als Gattung ausmacht, wie sich dies literaturgeschichtlich ändert und inwiefern historisch spezifische Krisenerfahrungen den Rückgriff auf Idyllisches herausgefordert haben.

Dr. Jan Gerstner
10-M79-C1-01Schweigen, Stille, Tabu – Von intendierter und kontrollierter Sprachlosigkeit
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum) (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-C1-02Sprachkontakt
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:15 - 13:45 GW1 B2130 (2 SWS)

Sprachen stehen durch übereinzelsprachliche Kommunikation und Mehrsprachigkeit der
Sprecher*innen in stetigem Kontakt und beeinflussen sich gegenseitig. In diesem Kurs wollen wir
ergründen, wie sich dieser Einfluss phonologisch, lexikalisch und grammatisch auswirkt und
welche Faktoren dafür ursächlich sind, um auf dieser Grundlage kontaktbedingten Sprachwandel in
der deutschen Sprachgeschichte sowie aktuelle Tendenzen zu untersuchen.

Dr. Andreas Jäger
10-M79-C2-01Von Identität über Migration bis zu Aktivismus und Integration – Grundbegriffe der Gegenwart
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:00 - 20:00 SFG 2030 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-D1-01Contradiction Studies und (mediävistische) Literaturwissenschaft

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:15 - 17:45 GW2 B1630 (2 SWS)

(Nicht nur) in der Bremer Verbundforschungsinitiative 'Worlds of Contradiction' und im neuen Graduiertenkolleg 'Contradiction Studies' formiert sich seit einigen Jahren das neue Forschungsfeld interdisziplinärer 'Contradiction Studies.' In der mediävistischen Literaturwissenschaft werden verstärkt Erzählbrüche und Widersprüchlichkeiten als Merkmal mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erzählens untersucht. Das Seminar entwickelt und erprobt exemplarisch methodische Grundlagen mediävistischer 'Contradiction Studies' in einem fruchtbaren Methodenpluralismus zwischen 'Close Reading', Hermeneutik und Dekonstruktion, historischer Narratologie und 'Postcolonial Studies', alteritärer Medialität und Rhetoriktradition, Diskursanalyse und Wissensgeschichte.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis Anfang Oktober über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M80-3-SpecMo-03Talking bodies: Constructing stance and emotions in interactions (in englischer Sprache)
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Fr 12:15 - 15:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Communication is more than exchanging information. When people talk to one another, they mean more than what they say. This extra meaning can be their epistemic or attitudinal stance towards what is said or their emotions. The course „Talking bodies“ is concerned with the embodied repertoire people use to construct stance and emotions in verbal interactions.

Learning objective
In this course, you will
• Familiarize yourselves with the terms stance and emotion
• Get an overview on the state-of-the-art
• Get to know qualitative methods of analyzing stance and emotions
• Do some research yourselves
• Learn to work in international and heterogenous groups.

Credits
English-Speaking Cultures > SpecMo > graded (6CP): Portfolio
English-Speaking Cultures > SpecMo > ungraded (6CP): Presentation

Dr. Claudia Lehmann (LB)
Dr. Andreas Rothenhöfer

D4 Diskurse, Wissen, Kulturalität Pflichtmodul im Wahlpflicht- und Spezialisierungsbereich ECTS: 15

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Ingo Warnke, Kontakt: iwarnke@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/D4.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-A1-01Medialität und Intermedialität vormoderner Literatur

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 10:15 - 11:45 GW2 B2890 (2 SWS)

Die Alterität vormoderner Literatur liegt nicht zuletzt in ihrer Medialität begründet: der Rolle der Mündlichkeit und den besonderen Bedingungen der Manuskriptkultur. Die Veranstaltung behandelt an ausgewählten Beispielen vom 8. bis 16. Jahrhundert medial bedingte Eigenarten vormoderner Literatur: als Vortragsliteratur und Literatur aus Handschriften, erst seit dem 15. Jahrhundert aus gedruckten Büchern; neben Schrift und Bild kommen Körper, Stimme und Performanz zur Sprache. Es geht um die Materialität der Kommunikation in der Vormoderne, um Formen des Zusammenwirkens verschiedener Medien und um Fragen des Medienwechsels.

Programm und Literaturhinweise s. StudIP.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-A1-02"Deus Io vult." Heilsgeschichte als philosophisches Basiskonstrukt

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:15 - 13:45 MZH 1460 (2 SWS)
Dr. Jana Jürgs
10-M79-A2-01Liebe, Abenteuer, Erzählen: 'Aithiopika' deutsch

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 14:15 - 15:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Die ‚Aithiopika‘ des Heliodor (wohl 3. Jh. n. Chr.) gilt als Inbegriff und Prototyp ‚romanhaften‘ Erzählens: durch eine bunte Fülle von Abenteuern (wie Kindesaussetzung, Seereisen, Piraterie und Schiffbruch, treue Liebe und gefährliche Leidenschaften, Schlachten, Totenbeschwörung, drohendes Menschenopfer und Keuschheitsproben, Trennungen und Wiederfinden), aber auch durch komplexe Formen des Erzählens, Erzählens im Erzählen, der Reflexion über Erzählen. In die deutsche Literaturgeschichte hat die ‚Aithiopika‘, vermittelt über die lateinische Übertragung des Stanislaus Warschewiczki (Erstdruck 1552), erst ab dem 16. Jahrhundert Eingang gefunden und vor allem im 17. Jahrhundert die Entwicklung des Romans geprägt. Wir diskutieren anhand zentraler Auszüge Aspekte romanhaften Erzählens in der ‚Aithiopika‘ (in mehreren neuhochdeutschen Übersetzungen verfügbar) und in den frühneuhochdeutschen Bearbeitungen des 16. Jahrhunderts, der Übersetzung durch Johannes Zschorn (1559) und deren Bearbeitung in Sigmund Feyerabends Romankompilation ‚Buch der Liebe‘ (1587).

Programm und Literaturhinweise s. StudIP.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-B1-01Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Peter Weiss‘ dreibändiger Roman Die Ästhetik des Widerstands (1975/1978/1981) zählt neben Günter Grass‘ Die Blechtrommel oder Uwe Johnsons Jahrestage zu den herausragenden Werken der deutschsprachigen Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Der im schwedischen Exil lebende Weiss arbeitet in seinem Roman sonst häufig vernachlässigte oder verdrängte transnationale Teile der Geschichte des 20. Jahrhunderts auf. Im Zentrum stehen die Geschichte der Arbeiterbewegung, der Spanische Bürgerkrieg, der (kommunistische) Widerstand gegen den Nationalsozialismus, das Exil. Der Romantitel ist doppeldeutig und meint sowohl den Versuch, dem politischen Widerstand eine Ästhetik zu geben, als auch eine widerständige und antitotalitäre Ästhetik zu entwickeln. Eine große Rolle spielen dabei Werke der Bildenden Kunst, vom Pergamonaltar über Theodore Géricaults Das Floß der Medusa bis zu Picassos Guernica, die der Text sich intermedial durch besondere Formen der Ekphrasis aneignet. Neben die Intermedialiät (Weiss war selbst auch Maler und experimenteller Filmemacher) treten literarische Referenzen, u.a. zum Dadaismus, zu Franz Kafka und Bertolt Brecht.
Zur Anschaffung wird dringend die folgende Ausgabe empfohlen:
Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands. Hg. und mit einem editorischen Nachwort von Jürgen Schutte. Berlin: Suhrkamp 2016.
Hilfreich bei der Lektüre: Jürgen Schutte: Register zur Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss. Berlin: Verbrecher 2018.

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-B1-03Zwischen Nachahmung und Nature Writing - Theoretische Debatten und literarische Ausprägungen der Ästhetiken der Natur

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:15 - 13:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Das Verhältnis zwischen Natur und Literatur war von der Antike bis ca. 1750 durch die große Linie des Nachahmungsgedankens weitgehend bestimmt. Dieser Typus von realistischer Darstellung verband dabei auch die Literatur mit der Malerei. Mit dem Ende der Regelpoetik und der theologisch orientierten Modelle erhielt nicht allein die Ästhetik eine hervorgehobene Bedeutung in der theoretischen Debatte, sondern dem Themenfeld der Natur und den Metaphoriken der Natur wurde ebenfalls eine besondere Aufmerksamkeit zuteil. In den nächsten 100 Jahren entwickelten sich Positionen, die bis heute in ihrer Ausrichtung und ihre Tragweite diskutiert werden. Man kann dabei von den Naturverhältnissen der Moderne sprechen. Sie drücken sich vom Beginn der Debatte an in kunsttheoretischen Positionen sowie in literarischen Texten aus.
Verhandelt wird in diesen Debatten die Rolle des Menschen in der Moderne sowie die Rolle des modernen Menschen. Dazu gehört z.B. seine Emanzipation von äußeren Gesetzen und Traditionen und damit der Beginn seiner schöpferischen Tätigkeit. Die Autonomie des modernen Subjekts ist allerdings mit einer Trennung von einem elementaren oder auch unmittelbaren Verhältnis zur Natur erkauft. Diese Trennung, die auch in Richtung auf die Technisierung, Ökonomisierung und der modernen Massengesellschaft führt, wird kontrovers diskutiert. In der älteren Forschung (Blumenberg, Ritter, Bohrer) wird die Autonomie und der Aspekt des Schöpferischen positiv bewertet, in der neueren Diskussion (H. Böhme, L. Fischer, U. Draesner) negativ.

Die Debatte über die Ästhetiken der Natur soll exemplarisch an ihren zentralen Punkten in Theorie und teils auch in der Literatur nachvollzogen und diskutiert werden. Zu den Stationen gehören neben Blumenbergs Position u.a. die an einen Satz Adornos anknüpfenden Naturästhetiken der 1980er Jahre, die bestrebt waren, der Umweltbewegung eine eigene Ästhetik zu bieten (Seel, G. und H. Böhme), hinzu kommt die Ethikdebatte der Jahrtausendwende, die das Ziel hatte, die Rolle der Natur in unseren Rechts- und Gesellschaftssystemen zu verändern (Serres, Latour). In der Gegenwart sind drei große Tendenzen zu beschreiben, die Rückkehr zu ganzheitlichen christlich-metaphysischen Modellen (H. Böhme, H. Detering) und das eher im Selbsterfahrungskontext anzusiedelnde Nature Writing (L. Fischer, U. Draesner), hinzu tritt das breite Spektrum des u.s.-amerikanischen und britischen ecocriticism, das zentrale Theoreme der Kulturwissenschaften auf die aktuelle Debatte über das Verhältnis der Menschen zur Natur überträgt.

Dieses Feld soll exemplarisch aufgearbeitet werden, dazu sollen grundsätzliche Fragen diskutiert werden, darunter: Welche Begriffe von Natur und Ästhetik liegen den Theorien zugrunde? Wie wird das Verhältnis der Menschen zur Natur in den Theorien dargestellt und bewertet? Wie wird die Rolle der Kunst beschrieben, wie und warum soll sie verändert oder mobilisiert werden? Welche Position wird zu etablierten Weltbildern bezogen – wie Christentum, Konstruktivismus, Moderne? Welche zur Tradition und zur Diskursgeschichte?

Folgende literarische Texte sollen in Auszügen einbezogen werden: J.W. Goethe: Die Leiden des jungen Werthers (1774). J. v. Eichendorff: Texte zum Fremden wie: Schöne Fremde. Günter Grass: Die Rättin. Reinhard Jirgl: Die Stille.

PD Dr. Martin Schierbaum
10-M79-B1-05Seldwyla und Dunkelblum. Die erzählte Kleinstadt im 19., 20. und 21. Jahrhundert
Seldwyla and Dunkelblum. Small Town Narratives in the 19th, 20th und 21st Centuries

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:15 - 13:45 GW2 B2890 (2 SWS)

Die Großstadt in der (modernen) Literatur ist von der Literaturwissenschaft immer wieder in den Blick genommen worden, Dorf und ländliche Regionen in ihrer Bedeutung für die Literatur desgleichen. Die kleine Stadt hingegen ist als Schauplatz von Geschichten, als Sujet, als Mikroskosmos, als kleine Welt, welche die große spiegelt, oder als Chronotopos im Sinne Bachtins nur selten untersucht worden.

Dieses Seminar zielt darauf ab, dem entgegen zu wirken: Wir lesen gemeinsam eine kleine Reihe von sechs literarischen Erzähltexten aus den letzten 180 Jahren, Novellen bzw. (kurze) Romane, deren Geschichten allesamt in kleinen Städten angesiedelt sind. Die Texte sind alle auch unabhängig von unserem Seminarkontext von Interesse und Belang, dieser fokussiert aber natürlich sowohl die Rolle, Funktion oder spezifische Kontur des gewählten Schauplatzes als auch die historischen Veränderungen, die wir an diesem Schauplatz oder seiner Darstellung wahrnehmen können.

Wir lesen
eine Novelle aus Gottfried Keller: Die Leute von Seldwyla (1856)
Wilhelm Raabe: Stopfkuchen (1890)
Heinrich Mann: Die kleine Stadt (1909)
Gerd Gaiser: Schlußball (1958)
Andreas Maier: Klausen (2002)
Eva Menasse: Dunkelblum (2021)

Bis auf Gaisers Nachkriegsroman dürften alle Texte leicht verfügbar bzw. im Buchhandel erhältlich sein. Gaisers Roman ist antiquarisch (günstig) zu bekommen. Falls das nicht allen gelingt, stelle ich eine elektronische Kopie zur Verfügung.

Einen konkreten Plan für dieses Seminar finden Sie ab Mitte September in Stud.IP.

Das Seminar ist beheimatet im M.A. Germanistik und wird dort angeboten in den Modulen B1, B2, D2 und D4. Es ist aber auch studierbar im Modul A16 des Master of Ed. Deutsch (Gy/OS) und im Profilmodul Literatur des MA Transnationale Literaturwissenschaft. Die von den Prüfungsordnungen und Modulbeschreibungen je vorgesehenen Prüfungsformen für den Modulabschluss – mündliche Prüfung einerseits und (kleine und große) Hausarbeit andererseits – werden allesamt für dieses Seminar angeboten.

Dr. Uwe Spörl
10-M79-C1-01Schweigen, Stille, Tabu – Von intendierter und kontrollierter Sprachlosigkeit
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum) (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-C1-02Sprachkontakt
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:15 - 13:45 GW1 B2130 (2 SWS)

Sprachen stehen durch übereinzelsprachliche Kommunikation und Mehrsprachigkeit der
Sprecher*innen in stetigem Kontakt und beeinflussen sich gegenseitig. In diesem Kurs wollen wir
ergründen, wie sich dieser Einfluss phonologisch, lexikalisch und grammatisch auswirkt und
welche Faktoren dafür ursächlich sind, um auf dieser Grundlage kontaktbedingten Sprachwandel in
der deutschen Sprachgeschichte sowie aktuelle Tendenzen zu untersuchen.

Dr. Andreas Jäger
10-M79-C2-01Von Identität über Migration bis zu Aktivismus und Integration – Grundbegriffe der Gegenwart
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:00 - 20:00 SFG 2030 (2 SWS)
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-D1-01Contradiction Studies und (mediävistische) Literaturwissenschaft

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:15 - 17:45 GW2 B1630 (2 SWS)

(Nicht nur) in der Bremer Verbundforschungsinitiative 'Worlds of Contradiction' und im neuen Graduiertenkolleg 'Contradiction Studies' formiert sich seit einigen Jahren das neue Forschungsfeld interdisziplinärer 'Contradiction Studies.' In der mediävistischen Literaturwissenschaft werden verstärkt Erzählbrüche und Widersprüchlichkeiten als Merkmal mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erzählens untersucht. Das Seminar entwickelt und erprobt exemplarisch methodische Grundlagen mediävistischer 'Contradiction Studies' in einem fruchtbaren Methodenpluralismus zwischen 'Close Reading', Hermeneutik und Dekonstruktion, historischer Narratologie und 'Postcolonial Studies', alteritärer Medialität und Rhetoriktradition, Diskursanalyse und Wissensgeschichte.

Programm und Literaturhinweise werden voraussichtlich bis Anfang Oktober über StudIP bereitgestellt.

Studienleistung und Modulprüfung: Informationen in der ersten Sitzung.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M80-3-SpecMo-03Talking bodies: Constructing stance and emotions in interactions (in englischer Sprache)
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Fr 12:15 - 15:45 GW2 B1630 (2 SWS)

Communication is more than exchanging information. When people talk to one another, they mean more than what they say. This extra meaning can be their epistemic or attitudinal stance towards what is said or their emotions. The course „Talking bodies“ is concerned with the embodied repertoire people use to construct stance and emotions in verbal interactions.

Learning objective
In this course, you will
• Familiarize yourselves with the terms stance and emotion
• Get an overview on the state-of-the-art
• Get to know qualitative methods of analyzing stance and emotions
• Do some research yourselves
• Learn to work in international and heterogenous groups.

Credits
English-Speaking Cultures > SpecMo > graded (6CP): Portfolio
English-Speaking Cultures > SpecMo > ungraded (6CP): Presentation

Dr. Claudia Lehmann (LB)
Dr. Andreas Rothenhöfer

E Praxis und Schlüsselqualifikationen Wahlpflichtmodul im Bereich \"Praxis\" ECTS: 15

Modul beauftragter: Dr. Anke Schulz und Dr. Sibylle Seyferth , Kontakt: anke.schulz@uni-bremen.de, seyferth@uni-bremen.de

http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/module/E.pdf
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-79-3-B3-8Exkursionsfahrt zu aktuellen Wörterbuchprojekten nach Mannheim und Heidelberg: Das Online-Neologismenwörterbuch des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache, Mannheim und das Deutsche Rechtswörterbuch (Heidelberger Akademie der Wissenschaften)

Exkursion

Einzeltermine:
Fr 30.09.22 10:00 - 11:30 ZOOM
Fr 30.09.22 10:00 - 11:30 ZOOM
Mi 23.11.22 08:44 - 23:15 Anfahrt nach Heidelberg, Stadtrundgang, Universitätsgebäude
Do 24.11.22 08:00 - 20:00 Mannheim, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache
Fr 25.11.22 08:00 - 23:15 Heidelberg Germanistisches Seminar, Deutsches Rechtswörterbuch, Rückfahrt nach Bremen

Beschreibung:

In thematischer Anknüpfung und Ergänzung zu meinem Seminar „Neologismen in Sprachgebrauch und Wörterbuch“ biete ich eine Exkursion zur Abteilung Lexik des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache, Mannheim, sowie zur Arbeitsstelle Deutsches Rechtswörterbuch an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an. Einige Plätze sollen außerdem auch, aufgrund des besonderen forschungspraktischen Interesses im Masterstudium, für externe und fortgeschrittene Studierende bereitgestellt werden. Die Exkursion findet mit einer Vor- und Nachbesprechung und einer Durchführung (jeweils ein Tag An-/Abreise und ein Tag Durchführung) im November statt. Die genauen Termine werden noch abgestimmt.

Die Exkursion kann als Studienleistung im Modul B3 oder als Kreditpunkte im Rahmen der Praxisphase oder der General Studies angerechnet werden.

Die räumliche Nähe und guten Nahverkehrsverbindung der beiden Städte Mannheim und Heidelberg erlaubt eine zeit- und kostengünstige Verknüpfung der beiden Ziele in einer Exkursion. Ein Stadtrundgang zu Geschichte und Sehenswürdigkeiten von Stadt und Ausstellungen der 1386 als erste Universität in Deutschland gegründeten Ruperto Carola können bei entsprechendem Interesse das Programm abrunden. Der Besuch beim Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) soll einen Einblick in aktuelle korpusgestützte Praktiken der Wortschatzermittlung, Dokumentation und Aufbereitung in Online-Referenzplattformen wie Elexiko, sowie in die allgemeinen Aufgaben und Projekte des IDS als der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache in ihrem gegenwärtigen Gebrauch und in ihrer neueren Geschichte eröffnen. Die Arbeitsstelle Deutsches Rechtswörterbuch an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften bearbeitet ein traditionsreiches Wörterbuch historischer Rechts-, Verwaltungs-, Institutionen- und Alltagssprache.

Die Exkursion wird mit Sparpreis-Gruppentickets der Deutschen Bahn und zwei Jugendherbergsübernachtungen günstig organisiert. Ein Reisekostenzuschuss über Studienkontenmittel ist beantragt.
Die zum Zeitpunkt der Exkursion jeweils geltenden Coronabestimmungen sind zu beachten.

Dr. Andreas Rothenhöfer
10-M79-E-Praxis-1Konzeption, Planung und Durchführung einer internationalen Studierendenkonferenz

Blockveranstaltung
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-E-Praxis-1Der Literaturbetrieb, seine Funktionsweisen, Institutionen und Akteur:innen

Seminar

Einzeltermine:
Mo 17.10.22 17:00 - 18:00 GW2 B1820
Fr 28.10.22 10:00 - 17:00 GW2 B1820
Fr 25.11.22 10:00 - 17:00 GW2 B1820
Fr 16.12.22 10:00 - 14:00 GW2 B1820
Mo 09.01.23 17:00 - 18:00 GW2 B1820

Der Literaturbetrieb, seine Funktionsweisen, Institutionen und Akteur:innen
Blockveranstaltung zu Funktionsweisen, Institutionen und Akteur:innen des Literaturbetriebs (Verlage, Literaturhäuser, Literaturpreise, Literaturfestivals, Buchhandel, Zeitschriften, Literaturkritik & -blogs, Schreibschulen, Autor:innen etc.) unter besonderem Einbezug bremischer Institutionen und ihrer Vertreter:innen.

Ziel des Seminars ist es, einen systematischen Einblick in Funktionsweisen des Literaturbetriebs (Kanonisierungsfragen, ökonomische Fragen, Akteur:innen usw.) zu geben, sowohl über die Lektüre theoretischer Texte als auch über den Kontakt mit unterschiedlichen Vertreter:innen des Literaturbetriebs sowie Veranstaltungsbesuche. Wie funktionieren Literatur- und Verlagshäuser, was geschieht hinter den Kulissen von Literaturfestivals und Literaturpreisen? Wie greifen theoretische und ästhetische Überlegungen, ökonomische Zusammenhänge und konkrete Praktiken ineinander? Welche Veränderungen erfährt der Literaturbetrieb durch die Digitalisierung?
Studien- und Prüfungsleistungen sollen in Form von Präsentationen sowie der reflexiven Vor- und Nachbereitung der Praxistreffen (unter Einbezug theoretischer Perspektiven) stattfinden, wobei Studierende zur Übertragung ihrer Überlegungen in unterschiedliche Textformen befähigt werden sollen.
Nebenbei soll das Seminar auch einige Perspektiven auf mögliche spätere Tätigkeitsfelder für Literaturstudierende eröffnen.

Termine: Zusätzlich zu den Blocksitzungen werden ein paar Einzeltermine anberaumt, um mit Vertreter:innen des Literaturbetriebs ins Gespräch zu kommen. Diese Einzeltermine werden zu Semesterbeginn bekanntgegeben.
Studien- und Prüfungsleistung: Zur Studien- und Prüfungsleistung gehört der eigenständige Besuch von Literaturveranstaltungen (z.B. im Rahmen des Literaturfestivals "Globale" und deren schriftliche Reflexion.

Erste Literaturauswahl:
Carolin Amlinger: Schreiben. Eine Soziologie literarischer Arbeit. Berlin 2021.
Stefan Neuhaus: Literaturvermittlung. Konstanz 2009.
Iuditha Balint/Julia Dathe/Kathrin Schadt/Christoph Wenzel (Hg.): Brotjobs & Literatur. Berlin 2021.

Laura Elisabeth Beck
10-M79-E-Praxis-3Historische Handschriften und Drucke lesen und verstehen

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Mo 01.08.22 - Fr 05.08.22 (Mo, Di, Mi, Do, Fr) 09:00 - 15:00 GW2 B2880
Mo 13.02.23 - Fr 17.02.23 (Mo, Di, Mi, Do, Fr) 09:00 - 15:00 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum)

Blockseminar: Historische Handschriften und Drucke lesen und verstehen (Modul E, gerne für MA Germanistik, Generals Studies, Studium Generale, BA, MEd)

Ziel des Seminars ist es, grundlegende Kompetenzen im Umgang mit historischen Quellen (Handschriften und Drucken) zu erwerben. Dazu gehört neben dem Auffinden von Quellen in Archiven vor allem die „Entzifferung“ der geschriebenen oder gedruckten Texte. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen einerseits auf den frühen Drucken aus der Zeit des Frühneuhochdeutschen und andererseits auf Handschriften aus dem 18. bis 20. Jahrhundert (Kurrentschrift, Sütterlin). Zudem werden schriftsprachliche Entwicklungen der frühen Neuzeit sowie zentrale Charakteristika von historischen Dokumenten aufgezeigt, die zu einem besseren Verständnis der Quellen beitragen.
Das Seminar richtet sich an alle Studierenden, die sich in wissenschaftlichen Abschlussarbeiten oder in anderen Kontexten mit archivalischen Quellen beschäftigen wollen.
Termin: 13.-17. Februar 2023, jeweils von 9-15 Uhr.

PD Dr. Barbara Aehnlich

Ergänzende Angebote

Ergaenzende Angebote fuer die Studierenden des Master Germanistik bieten
die Moeglichkeit, ueber das Pflicht- und Wahlpflichtprogramm hinaus
Kenntnisse und Fertigkeiten zu vertiefen. Sie reichen von Angeboten zur
Erweiterung des fachlichen Horizonts ueber fuer Studierende nicht-deutscher Muttersprache bis hin zu Seminaren und Colloquien, in denen erste eigene Forschungen diskutiert werden koennen. Bitte beachten Sie in jedem Einzelfall die Zielgruppe der Veranstaltung und die Teilnahmevoraussetzungen.
In diesen Veranstaltungen werden im Rahmen der Ergaenzenden Angebote
keine ECTS-Punkte fuer das Master-Programm erworben.
VAKTitel der VeranstaltungDozentIn
10-M79-EA-01Ringvorlesung des Instituts für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung
Schlüsseltexte der Vormoderne in ihren Kontexten

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Do 16:15 - 17:45 GW2 B2890 (1 SWS)

Die interdisziplinäre Ringvorlesung des IMFF behandelt Schlüsseltexte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit in ihren Kontexten. Sie findet in Präsenz und wie immer bis Weihnachten statt; das Programm ist hochgeladen. Herzlich eingeladen sind Studierende für GS, alle Interessent:innen an der Universität und die breite Öffentlichkeit.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock
10-M79-EA-02Colloquium für DoktorandInnen und fortgeschrittene Studierende
Termine nach Vereinbarung

Colloquium
Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-EA-03Colloquium für DoktorandInnen und fortgeschrittene Studierende
Termine nach Vereinbarung

Colloquium
Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-EA-04Colloquium für DoktorandInnen und fortgeschrittene Studierende
Termine nach Vereinbarung

Colloquium

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 18:15 - 19:45 SFG 1020 (1 SWS) In der Regel online

Das Forschungscolloquium begleitet und unterstützt die Konzeption und Abfassung mediävistischer Masterarbeiten und Dissertationen. Insbesondere bietet es die Gelegenheit, Problemstellungen, Argumentationsgang und ausgewählte Textanalysen zur Diskussion zu stellen.

Prof. Dr. Elisabeth Lienert
10-M79-EA-05Forschungskolloquium
Zeit nach Vereinbarung

Colloquium
Prof. Dr. Axel Dunker
Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-EA-06Forschungskolloquium Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache
Zeit nach Vereinbarung

Colloquium

Einzeltermine:
Mi 07.12.22 09:00 - 17:00
Prof. Dr. Andrea Daase