Was ist Sucht?

Unter Sucht versteht man riskante, missbräuchliche und abhängige Verhaltensweisen, die sich auf ein legales oder illegales Suchtmittel beziehen (z.B. Alkohol oder Kokain) oder auf Verhaltensweisen, die stoffungebunden sind (z.B. Glücksspiel oder pathologischer Internetgebrauch). 

Sucht beschreibt ein zwanghaftes Verlangen nach bestimmten Substanzen oder Verhaltensweisen, die konsumiert beziehungsweise beibehalten werden, obwohl negative Konsequenzen für die betroffene Person und/oder für andere damit verbunden sind.

Im Sprachgebrauch wird Sucht oft synonym mit Abhängigkeit verwendet. 

Bei einer Abhängigkeitserkrankung handelt es sich um eine schwere chronische Erkrankung, die zu erheblichen gesundheitlichen, persönlichen, sozialen und ggf. auch finanziellen Beeinträchtigungen führt. Eine Abhängigkeitserkrankung ist gekennzeichnet durch:

  • das starke Verlangen nach der Substanz oder dem Verhalten 
  • verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf den Konsum/das Verhalten
  • Toleranzentwicklung hinsichtlich der Substanz bzw. dem Verhalten
  • Entzugssymptome
  • die Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Konsums/Verhaltens
  • anhaltender Konsum/ anhaltendes Verhalten trotz nachweislich negativer Folgen

     

Je nachdem, um welche Art von Sucht es sich handelt, kommt es zu psychischer und/oder körperlicher Abhängigkeit.

Die psychische Abhängigkeit geht einher mit einem starken, unwiderstehlichen Verlangen (Craving) nach der Substanz oder dem Verhalten, um einen bestimmten Gefühlszustand zu erreichen. Wird diesem Verlangen nicht entsprochen, treten innere Unruhe, Anspannung etc. auf.

Bei der körperlichen Abhängigkeitkönnen Entzugserscheinungen wie z.B. Übelkeit, Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Gliederschmerzen, Schlafstörungen usw. auftreten. Aber: nicht jede stoffgebundene Sucht führt automatisch zu körperlichen Entzugssymptomen!

 

Unabhängig von der Art der Sucht beeinflussen alle Formen das Belohnungssystem im Gehirn. Dabei werden Botenstoffe wie Dopamin ausgeschüttet, die zunächst positiv erlebte Gefühle und Wohlbefinden auslösen. Süchtiges Verhalten kann in der Regel als Versuch verstanden werden, die eigenen Gefühle zu regulieren.

Aktualisiert von: A.Freter