Welche Süchte gibt es?

Man unterscheidet zwischen stoffgebundenen (substanzbezogenen) und stoffungebundenen (verhaltensbezogenen) Süchten.

Stoffgebundene Süchte beziehen sich auf den Konsum bestimmter psychoaktiver Substanzen (z.B. Nikotin, Alkohol, Kokain, Medikamente etc.), die sich direkt auf Gehirn, Stoffwechsel und zentrales Nervensystem auswirken und so Wahrnehmung, Bewusstsein und Gefühle verändern. Typisch für substanzgebundene Süchte ist, dass sich neben der psychischen Abhängigkeit (dem starken Verlangen) oft auch eine körperliche Abhängigkeit entwickelt wird. Bei Abstinenz können dann unterschiedliche körperliche Entzugserscheinungen auftreten. Das Fehlen von Entzugssymptomen schließt jedoch eine Suchterkrankung nicht aus!

Stoffungebundene Suchtformen (Verhaltenssüchte) beziehen sich auf bestimmte Verhaltensweisen wie beispielsweise Glücksspiel, Medienkonsum, Kaufen, Pornokonsum, exzessives Arbeiten usw. 

Im Gegensatz zu substanzgebundenen Süchten ist die Abhängigkeit bei diesen Verhaltenssüchten primär psychologischer Natur; es kommt in der Regel zu keinem körperlichen Entzug. 

Beiden Suchtformen ist gemein, dass es in erster Linie darum geht, bestimmte, als angenehm erlebte Gefühle hervorzurufen und durch den Konsum bzw. das Verhalten einen Zustand des psychischen Wohlbefindens herzustellen.

Aktualisiert von: A. Freter