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Bremen baut Status als Robotik-Hochburg aus

28. und 29. November 2017: Kick-Off-Tagung für Sonderforschungsbereich EASE. Bremen wird in der letzten Novemberwoche zum Treffpunkt der internationalen Robotikforschung ...

28. und 29. November 2017: Kick-Off-Tagung für Sonderforschungsbereich EASE

Bremen wird in der letzten Novemberwoche zum Treffpunkt der internationalen Robotikforschung: Am 28. und 29. November 2017 lädt der neue, mit 10 Millionen Euro geförderte Sonderforschungsbereich (SFB) „EASE“ (Everyday Activity Science and Engineering) zum Auftakt-Workshop ein. Aus diesem Anlass richtet auch die Deutsche Gesellschaft für Robotik bereits am 27. November ihre Jahrestagung in der Hansestadt aus. Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft erhalten bei beiden Veranstaltungen die Gelegenheit, sich vom hohen Niveau der Forschung in Bremen zu überzeugen und mögliche Kooperationen mit der Universität Bremen zu erörtern. 
„Roboter sind vielleicht die deutlichsten Wegweiser für eine digitale Zukunft“, betont Prof. Michael Beetz, dem es gemeinsam mit Prof. Kerstin Schill gelungen ist, die Mittel für den Sonderforschungsbereich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft einzuwerben. „So gesehen wird die Universität Bremen mit ihren international anerkannten Leistungen bei Robotik und Künstlicher Intelligenz zum ‚Reiseführer‘ für Wirtschaft und Gesellschaft. Studien belegen, dass diese Entwicklung weltweit Fahrt aufnimmt – und wer die Zukunft nicht mitgestaltet, läuft Gefahr, seine wirtschaftliche Basis zu verlieren oder fremdbestimmt zu werden.“
Im Rahmen des SFB „EASE“ wird seit dem offiziellen Start am 1. Juli 2017 erforscht, wie sich Menschen im Alltag zurecht finden. Dieses Verständnis wird genutzt, um Robotern umgangssprachliche Anweisungen geben und entsprechende Verhaltensmuster lehren zu können. Viele Aufgaben, die für den Menschen leicht umzusetzen sind, stellen Roboter vor enorme Herausforderungen. Sie müssen daher in die Lage versetzt werden, fehlende Informationen selbst zu beschaffen und zu „lernen“.

Robotik und KI sind Wachstumsfelder – nicht ohne Brisanz
Die Bedeutung dieses Ansatzes ist für die Entwicklung der Robotik weltweit rascher gewachsen als noch zur Zeit der Antragstellung vor einem Jahr vermutet. So bieten inzwischen Unternehmen wie Amazon und Google Produkte an, mit denen der Alltag der Menschen aufgezeichnet und ausgewertet werden kann. Prognosen für die Durchdringung unseres Alltags und Umsätze der Unternehmen werden ständig nach oben korrigiert. 
„Wenn Roboter lernen, umgangssprachliche Anweisungen richtig zu interpretieren, ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für die Erhöhung der Lebensqualität – zum Beispiel für Menschen mit Behinderungen oder für Senioren, die länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben möchten“, erklärt Beetz. „Inzwischen sind aber auch zahlreiche andere Anwendungen technisch möglich geworden, etwa in Kliniken, bei der Unterwasserrobotik, in der Logistik, sogar in Handwerksbetrieben: Roboter müssen lernen, sich den oft nur im Kontext verständlichen Vorgaben des Menschen anzupassen.“
Anders als die Konzerne verfolgt „EASE“ die Idee des „Open Research“ – also die freie Verfügbarkeit der Forschungsergebnisse für alle Interessierten. So soll bewusst eine stärkere Demokratisierung der Robotik und der Künstlichen Intelligenz erreicht werden, damit die Entwicklung dieser Zukunftsfelder nicht alleine von kommerziellen Interessen geprägt wird.
Zum Kick-off-Workshop haben sich namhafte Robotik- und KI Forscher aus den USA, Japan und Europa angemeldet. Die Deutsche Gesellschaft für Robotik hat ihre Jahrestagung nach Bremen verlegt, um direkt anschließend am EASE-Workshop teilnehmen zu können.

Weitere Informationen zum SFB EASE finden Sie unter diesen Links:
Sonderforschungsbereich: ease-crc.org
Tagung: dgr2017.informatik.uni-bremen.de

Aktualisiert von: TZI