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Bildung wird digital

Die Informationstour „Erfahrbares Lernen“ präsentierte am 6. November in Bremen Forschungsprojekte, die digitale Technologien mit neuen Lehrkonzepten verbinden.

Die Digitalisierung eröffnet vielfältige Möglichkeiten für neue Konzepte in der Bildung. Multimedia-Tische, Virtual-Reality-Brillen und andere Technologien bieten zahlreiche neue Werkzeuge für Lehrende, um Inhalte interessant und verständlich zu vermitteln. Der Lehrstoff kann mit verschiedenen Sinnen erfahren werden, beispielsweise durch Fühlen und durch Bewegungen. Wie das in Zukunft funktionieren wird, zeigt eine bundesweite Informationstour, die am 6. November in der Bremer Überseestadt Station machte. 

Im Rahmen dieser Tour präsentieren das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Projektträger VDI/VDE-IT verschiedene Projekte aus der Förderrichtlinie „Erfahrbares Lernen“. Die Einsatzmöglichkeiten der Ergebnisse decken das gesamte Spektrum ab: Von der Schule über die Hochschule und Ausbildungsstätten bis zu Fort- und Weiterbildungseinrichtungen. 

Die Projekte verfolgen dabei einen umfassenden Ansatz, um den praktischen Nutzen zu gewährleisten. „Parallel zur technischen Entwicklung findet eine begleitende Didaktikforschung statt“, erklärte Prof. Rainer Malaka, Direktor des Technologienzentrums Informatik und Informationstechnik (TZI) an der Universität Bremen. „Auch die soziale Interaktion ist ganz wichtig beim Lernen und fließt daher in die Projekte mit ein.“

Intelligente Lernsysteme können Aneignung von komplexem Wissen erleichtern

Das BMBF will mit der Informationstour den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern zu den Projektinhalten fördern. „Die Digitalisierung des Alltags verändert das Lernen“, betonte BMBF-Referatsleiterin Annette Eickmeyer-Hehn. „Durch neue Technologien und Innovationen nehmen die Lerninhalte zu und werden komplexer. Dafür braucht der Mensch mehr spezifisches Wissen. Intelligente Lernsysteme können hier unterstützend eingreifen. Das Bundeministerium für Bildung und Forschung fördert deshalb im Forschungsschwerpunkt Erfahrbares Lernen die Entwicklung einer neuen Generation von Technologien für digitales Lernen. Die Systeme sind interaktiv und können Lerneffekte verbessern – zum Beispiel beim Aneignen abstrakter Theorie in der Mathematik oder beim Einüben schwieriger Handgriffe in technologieintensiven Berufen wie der Medizin.“

Individuelles Lernen

Auch Bremens Bildungssenatorin Dr. Claudia Bogedan sieht erhebliches Potenzial in neuen digitalen Technologien für die Bildung. „Unsere Umwelt ist digital“, betonte sie anlässlich des Events der Info-Tour in Bremen. „Die meisten von uns nutzen diverse Geräte, die Arbeitswelt wandelt sich erheblich und rasend schnell. Auch das Lernen wird von Digitalisierung geprägt. Durch realitätsnahe digitale Lernumgebungen werden unter anderem bereits jetzt schon verschiedene Vorgehensweisen simuliert, beispielsweise in der Medizin und der Architektur. Digitale Lernumgebungen ermöglichen auch in der Schule ein individualisiertes und dem Lernfortschritt angepasstes Lernen sowie ein sofortiges Feedback für den Lernenden. Und das gilt nicht nur Schülerinnen und Schüler. Von den äußerst dynamischen Veränderungen sind auch Lehrkräfte, Fachkräfte in Kitas und auch nichtunterrichtendes Personal betroffen. Es ist notwendig, diese aktuellen Lernformen in Fort- und Weiterbildungen einzubinden. Daran arbeiten wir emsig. Mit der vorgelegten KMK-Strategie zur Digitalisierung haben wir die Rahmenbedingungen gesetzt, die jetzt ausgefüllt werden.“

Mathematik mit allen Sinnen erleben

Das bremische Projekt „Multimodal Algebra Lernen“ (MAL) soll Mathematik in Zukunft leichter zugänglich machen. Mit diesem Ziel werden unter anderem interaktive Lernelemente entwickelt, die beispielsweise die Zahlen und Variablen in Gleichungen symbolisieren. Sie können mit der Hand neu angeordnet und verändert werden – und sie können Hilfestellungen geben oder signalisieren, wenn die Aufgabe richtig gelöst wurde. 

Auch die Steuerung der Lernsysteme durch Gesten wird erprobt. „Die Forschung in der Didaktik zeigt zunehmend, wie wichtig Gesten für das Verständnis der Mathematik sein können“, berichtet Prof. Angelika Bikner-Ahsbahs von der Universität Bremen. Wissenschaftler des Kompetenzzentrums für Klinische Studien der Universität Bremen und des ifib - Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH – einem Forschungsinstitut der Universität – sind an dem interdisziplinären Projekt beteiligt, darüber hinaus auch der Westermann-Verlag und die Firma Ubimax. 

Im Rahmen der Informationstour wurden darüber hinaus interaktive Experimente für das MINT-Studium, ein System für chirurgische Simulationen, eine Lehr-Lern-Umgebung zur Energie- und Ressourceneffizienz sowie weitere Projekte gezeigt. Eine Nachmittagsveranstaltung zum Thema „Digitalisierung in der Bildung“ richtete sich heute in erster Linie an Schulen, Schulklassen und Eltern, während eine Abendveranstaltung unter dem Titel „Neue Technologien für Training und Lernen – Wie Mixed Reality Wissen begreifbar macht“ auch verstärkt Unternehmen ansprach.  

Weitere Informationen:
www.technik-zum-menschen-bringen.de/service/termine/informationstour-erfahrbares-lernen

Aktualisiert von: TZI