Frauen in der Wissenschaft und Pionierinnen sichtbar machen – darum geht es in der Ausstellung „Versäumte Bilder“, die vom 14. April bis zum 7. Juli im Forum am Domshof zu sehen ist. Begleitend findet im Sommersemester jeden Dienstag eine Public Lecture statt.
19. Mai 2026
Barbara Aehnlich & Unania Milevski (Universität Bremen) Als Frau in Bremen um 1800. Briefe und Literatur von Doris Focke und ihrer Freundin Caroline Rudolphi
Henriette Marie Dorothea Focke geb. Olbers (1786–1818) ist eine der wenigen Bremer Frauen um 1800, von denen zahlreiche Selbstdokumente und Briefe erhalten sind. Mit 13 Jahren wurde Focke ins Erziehungsinstitut von Caroline Rudolphi aufgenommen, die ihre Schülerinnen in den verschiedensten Fächern unterrichtete. Rudolphi selbst war Wissenschaftlerin und Pionierin: Um 1800 hatte sie sich als Aufklärungspädagogin sowie als Dichterin einen Namen gemacht.Ab 1804 führte Doris Focke in Bremen das Leben einer bürgerlichen Frau des späten 18. oder frühen 19. Jahrhunderts – als Ehefrau, Hausfrau und Mutter. Dabei wird in ihren Briefen immer wieder deutlich, dass dieses Leben sie – insbesondere aufgrund der umfassenden Ausbildung durch Rudolphi – nicht ausfüllte. Die Ausgangslage der befreundeten Frauen konnte also kaum unterschiedlicher sein: Während Rudolphi als unverheiratete Erzieherin und Autorin in direktem Kontakt mit Größen der zeitgenössischen Literatur stand – Goethe, Klopstock oder Tieck – wurde Focke sechsmal Mutter und flüchtete sich abseits der Verantwortung in die Lektüren dieser zeitgenössischen Texte.
Der Vortrag beleuchtet diese Kontexte und gibt den beiden Protagonistinnen eine Stimme mittels ihrer Briefe und dem pädagogischen Briefroman Rudolphis, die szenisch gelesen werden.
Die Public Lecture gehört zum Angebot der General Studies der Universität und steht allen Interessierten offen. Das vollständige Programm ist abrufbar unter: https://www.uni-bremen.de/universitaet/forum-am-domshof/versaeumte-bilder-in-bremen
Fragen beantworten:
Prof. Dr. Sabine Doff Dekanin des Fachbereichs 10, Sprach- und Literaturwissenschaften Universität Bremen E-Mail: doffprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de Telefon: + 49 421 218 68170
Kathrin Sebastian Zentrale Frauenbeauftragte / Sprecherin der Zentralen Kommission für Frauenfragen (ZKFF) Universität Bremen E-Mail: zentrale.frauenbeauftragteprotect me ?!uni-bremenprotect me ?!.de

