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Event

Aus den Akten auf die Bühne - Erziehen. Erzwingen. Erniedrigen. Das "Arbeitsersziehungslager" in Bremen-Farge (1940–1945)

Veranstalter: FB 8 - Eva Schöck-Quinteros
Ort: Theater am Leibnizplatz
Beginn: 22. September 2020, 19:30 Uhr
Ende: 22. September 2020, 22:00 Uhr

Szenische Lesung mit der bremer shakespeare company

„Pass auf oder du kommst nach Farge“ – mit diesem Satz wurde im Zweiten Weltkrieg den Arbeitern in den Bremer Betrieben gedroht. Gemeint war das Arbeitserziehungslager in Bremen-Farge, das unter der Leitung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) stand. Sogenannte Bummelanten und Arbeitsverweigerer sollten hier „erzogen“ werden.

Im Laufe des Krieges wurden mehr und mehr Zwangsarbeiter aus den von der Wehrmacht besetzten Teilen Europas in Farge inhaftiert.
Im Juni 1940 errichtet, war es eines der ersten Arbeitserziehungslager im Deutschen Reich. Erst ein Jahr später wurden sie durch einen Erlass Heinrich Himmlers reichsweit eingeführt.

In dem Lager herrschten brutale Arbeits- und Lebensbedingungen: Zwangsarbeit für den U-Boot-Bunker Valentin, eines der größten deutschen Rüstungsprojekte, grausame Misshandlungen durch Kommandanten und Wachmannschaften, Hunger. Farge wurde in Bremen auch als „Männervernichtungslager“ bekannt.

Nur wenige Täter werden nach 1945 zur Rechenschaft gezogen, nur wenige Häftlinge erhalten eine Entschädigung.

In der szenischen Lesung kommen Häftlinge, Profiteure und Täter zu Wort und geben einen Einblick in ein wenig bekanntes Kapitel der Bremer Geschichte.